Merck Nachhaltigkeitsbericht 2021

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Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

die Menschheit verpflichtete sich 2015 zu anspruchsvollen Zielen: die Armut zu beenden, den Planeten zu schützen und ein gesundes Leben für alle zu ermöglichen. Die Unterzeichnung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen war ein Handlungsaufruf an Regierungen, Unternehmen und die Bevölkerung weltweit: Bis 2030 sollen sie ihren Beitrag dazu leisten, die 17 Ziele zu erreichen.

Nun ist Halbzeit bei dieser für die Menschheitsgeschichte so wichtigen Initiative, die auf eine Spanne von 15 Jahren angelegt ist. Daher ist es an der Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen. Die Covid-19-Pandemie hat leider weit mehr beeinträchtigt als die globale Gesundheit. Der SDG-Bericht 2021 der Vereinten Nationen zeigt auf, dass die Fortschritte bei vielen Zielen – darunter Armut, Bildung und Geschlechtergleichheit – seit 2020 stagnieren oder sich sogar rückläufig entwickeln. Und auch die weltweiten CO2-Emissionen nähern sich mittlerweile wieder Rekordhöhen.

Andererseits zeigte der weltweite Umgang mit der Pandemie auch, dass die Menschheit Erstaunliches leisten kann, wenn Wissenschaft und Technologie für das Wohl aller Menschen eingesetzt werden. Wir sehen neue Entschlossenheit und Optimismus in dem Bewusstsein, dass wir auch andere große Herausforderungen wie den Klimawandel bewältigen können. Heute ist eine kritische Masse von Menschen und Organisationen bereit, dem Engagement für Nachhaltigkeit mehr Nachdruck zu verleihen – mit ihrem Geld, ihrer Wählerstimme, ihrer Loyalität und ihrem Handeln. Wir alle müssen unser Bestes geben und dieses Momentum nutzen, um die Messlatte höher zu legen.

Portrait Belén Garijo (Foto)

Deshalb bedeutet dieser Nachhaltigkeitsbericht sowohl für Merck als auch für mich persönlich sehr viel. Unsere drei zentralen Nachhaltigkeitsziele spiegeln unsere Selbstverpflichtung wider, etwas bewirken zu wollen. Erstens: Wir werden bis 2040 in unserer gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral wirtschaften. Zweitens: Wir werden bis 2030 Nachhaltigkeit in allen Wertschöpfungsketten verankern. Und drittens: Wir werden bis 2030 durch nachhaltige Wissenschaft und Technologien Fortschritt für mehr als eine Milliarde Menschen erreichen. Wir sind auf dem besten Weg, diesen Zielen näher zu kommen.

Darüber hinaus unterstützen wir weiterhin den Global Compact der Vereinten Nationen. Die dort festgeschriebenen Grundsätze für Menschenrechte, Arbeitsstandards, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung sind das Fundament für unsere gesellschaftliche Akzeptanz – der „Social License to Operate“.

Die folgenden Beispiele aus dem Jahr 2021 zeigen, wie wir uns für Nachhaltigkeit stark machen.

Im vergangenen Jahr haben wir uns dazu verpflichtet, unsere direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 % im Vergleich zu 2020 zu reduzieren. 2021 senkten wir unsere Emissionen gegenüber dem Vorjahr um 9 %.

Um die Reduktionsziele zu erreichen, stellen wir bis 2030 rund 80 % des von uns bezogenen Stroms auf erneuerbare Energiequellen um. Im vergangenen Jahr stieg der Anteil unseres Stromeinkaufs aus erneuerbaren Quellen von 27 % auf 30 %. Unsere Standorte in Brasilien versorgten sich sogar erstmalig komplett mit erneuerbaren Energien. Im November 2021 beantragten wir außerdem die Aufnahme in die Initiative „Science Based Targets”. Damit verpflichten wir uns, durch wissenschaftlich fundierte Emissionsreduktionsziele (science-based targets, SBT) dazu beizutragen, die Ziele des Pariser Übereinkommens zu erreichen.

Um die Gesundheit weltweit zu fördern, haben wir der Weltgesundheitsorganisation WHO im vergangenen Jahr 182 Millionen Praziquantel-Tabletten bereitgestellt, mit denen Bilharziose in endemischen afrikanischen Ländern behandelt wird. In der Summe haben wir damit 1,5 Milliarden Praziquantel-Tabletten gespendet. Die Fachzeitschrift „The Lancet“ bestätigte im Dezember 2021, dass die sogenannte Prävalenz dieser vernachlässigten Tropenkrankheit im Zeitraum von 2000 bis 2019 bereits um 60 % gesunken ist. Wir sind weiterhin auf Kurs, dazu beizutragen, diese Krankheit als Problem der öffentlichen Gesundheit bis 2030 auszurotten.

Bei der sozialen Unternehmensführung setzen wir auf Vielfalt am Arbeitsplatz und unsere integrative Kultur: So schaffen wir einen klaren Mehrwert für Patienten, Kunden, Mitarbeiter und Partner. 2021 haben wir angekündigt, bis zum Jahr 2030 Geschlechterparität bei der Besetzung aller Führungspositionen an unseren weltweiten Standorten erreichen zu wollen. Wir haben seit 2020 gute Fortschritte in diesem Bereich gemacht und den Anteil von Frauen in Führungspositionen von 35 % auf 36 % erhöht. Bis 2030 wollen wir darüber hinaus 30 % aller Führungspositionen in den USA, Asien, Lateinamerika, dem Mittleren Osten und Afrika mit Mitarbeitern unterrepräsentierter ethnischer Gruppen besetzen.

Diese Beispiele illustrieren die Anstrengungen, die wir innerhalb unserer Organisation unternehmen, um Nachhaltigkeit zu fördern. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir über unsere Unternehmensgrenzen hinaus einen noch größeren Beitrag leisten können: Unsere wissenschaftlichen und technologischen Innovationen befähigen andere, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele schneller zu erreichen. In diesem Sinne entschlossen wir uns im vergangenen Jahr, Nachhaltigkeit als einen Eckpfeiler für künftiges Wachstum und Innovation zu etablieren.

Ein jüngstes Beispiel für unseren Pioniergeist: Wir setzen uns für die Schaffung einer nachhaltigeren Versorgung mit Nahrungsmitteln ein. Es geht darum, zukünftig den Bedarf an Fleisch und Proteinen zu decken, ohne Tiere nutzen zu müssen. Kundenprojekte zur Entwicklung und Vermarktung von kultiviertem Fleisch und anderen Produkten sind bereits im Gange. Im Jahr 2021 verliehen wir außerdem den mit 1 Mio. € dotierten „Future Insight Prize” an die Erfinder eines Verfahrens, das Kunststoffabfälle in essbare Biomasse umwandelt.

Der vorliegende Nachhaltigkeitsbericht gibt Ihnen zahlreiche Einblicke, wie Merck einen langfristigen nachhaltigen Wertbeitrag leistet. Gemeinsam mit unserer engagierten Belegschaft von rund 60.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit legen wir die Messlatte kontinuierlich höher.

Herzliche Grüße

Unterschrift Belén Garijo (Unterschrift)

Belén Garijo
Vorsitzende der Geschäftsleitung

Bilharziose
Die chronische Erkrankung Bilharziose (auch Schistosomiasis genannt) ist eine der häufigsten und folgenschwersten parasitären Krankheiten in tropischen Ländern. Die Krankheit wird von Plattwürmern übertragen. In Regionen, in denen große Teile der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Anlagen haben, ist sie weit verbreitet. Die Menschen werden von dem Parasiten befallen, wenn sie bei alltäglichen landwirtschaftlichen, häuslichen, beruflichen und Freizeitaktivitäten mit verunreinigtem Wasser in Berührung kommen. Die winzigen Larven durchdringen die menschliche Haut, dringen in die Blutgefäße ein und greifen die inneren Organe an. Bei Kindern ist die Infektionsrate besonders hoch. Wird Bilharziose nicht behandelt, kann sie potenziell tödliche, chronische Entzündungen lebenswichtiger Organe verursachen. Außerdem kann sie zu Blutarmut, Kleinwuchs und eingeschränkter Lernfähigkeit führen. All das hat verheerende Folgen für das Leben der Kinder.
Scope 1
Scope 1 umfasst Emissionen, die in unserem Unternehmen entstehen, beispielsweise bei der Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen oder durch die Freisetzung von prozessbedingten Emissionen.
Scope 2
Scope 2 bezieht sich auf Emissionen aus zugekaufter Energie wie etwa Strom, Wärme, Dampf oder Kälte.

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