Merck Nachhaltigkeitsbericht 2021

Gesundheits­wesen & -bewusstsein stärken

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Wir sind überzeugt: Um Gesundheit für alle zu erreichen, müssen sowohl das medizinische Personal als auch die Patienten umfassend informiert sein. Denn nur dann können sie begründete Entscheidungen zu Behandlungen treffen. Um alle Beteiligten dabei zu unterstützen, gilt es zum einen, das Gesundheitsbewusstsein der Patienten zu stärken. Zum anderen müssen die Fähigkeiten des medizinischen Personals verbessert werden, Gesundheitsaufgaben kompetent zu bewältigen. Dies erfordert starke Gesundheitssysteme, die auf soliden Partnerschaften aufbauen, um auch für Krisen und Notfälle gewappnet zu sein.

Unser Ansatz: Gesundheitskapazitäten und Gesundheitsbewusstsein schaffen

Wir wollen den Zugang zu Gesundheitsversorgung weltweit verbessern. Dafür ist es entscheidend, die nötigen Fähigkeiten und das entsprechende Bewusstsein zu schaffen. Wir vermitteln Patienten, Gemeinden, Wissenschaftlern und medizinischen Fachkräften geeignete Instrumente, Informationen und Kompetenzen. So versetzen wir sie in die Lage, Innovationen voranzutreiben und informierte Entscheidungen über Prävention, Diagnosen, Behandlungen, Pflege und Krankheitsmanagement zu treffen.

Bei der Reaktion auf weltumspannende Gesundheitsbedrohungen ist der private Sektor ein unverzichtbarer Partner. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung innovativer Gesundheitslösungen. Wir müssen auch bewirken, dass Gesundheitssysteme darauf vorbereitet sind, Notfälle effizient zu bewältigen und notleidende Menschen zu versorgen. Wir wollen den präventiven Ansatz, die Einsatzfähigkeit und die Belastbarkeit der Gesundheitssysteme in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen nachhaltig stärken. Unsere Bemühungen umfassen die folgenden Aspekte:

  • Verbesserung der Fähigkeiten vor Ort mithilfe wissenschaftlicher und technischer Innovationen
  • Verbesserte Vorbereitung der Länder auf Ernstfälle, indem wir durch ein Expertennetzwerk das dortige wissenschaftliche und medizinische Personal gezielt aus- und weiterbilden
  • Bildung von Partnerschaften, um das Bewusstsein für Krankheiten zu schärfen und möglichst allen betroffenen Patienten gleichberechtigten Zugang zu Medikamenten zu ermöglichen
  • Optimierung der Kontrolle und Evaluation von Gesundheitsinitiativen auf Länderebene durch Datenverarbeitung und Digitalisierung

Diesen Ansatz verfolgen wir über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg und setzen ihn über unsere Kooperationsprogramme und Initiativen zur gesundheitlichen Aufklärung um – mit unseren lokalen Partnern in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen.

Über dieses Engagement hinaus führen wir in diesen Ländern gemeinschaftliche Kampagnen durch: Mit engagierten internationalen Partnern klären wir über Vorbeugung, Früherkennung und Bewusstseinsbildung auf. Unser Hauptaugenmerk liegt auf den Krankheiten, bei denen wir über ein ausgewiesenes Fachwissen verfügen. Dabei konzentrieren wir uns auf jene Patienten und spezifischen Gruppen, die nach unserer Ansicht am meisten von den Informationen profitieren. Zu unseren Aktivitäten zählen spezielle Initiativen, die beispielsweise das Bewusstsein für die Bedürfnisse von pflegenden Angehörigen fördern. Ebenso gibt es Programme, die die gesundheitliche und wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen unterstützen und gleichzeitig ihren Zugang zu Gesundheitsversorgung erweitern.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Unsere Einheit „Global Health“ ist für Programme zuständig, mit denen wir die Fähigkeiten im Gesundheitswesen in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen stärken. Dabei geht es uns vornehmlich darum, die Gesundheit der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verbessern.

Unsere Initiativen sind auf die strategische Ausrichtung unseres Konzerns abgestimmt. Sie werden von den verschiedenen Unternehmensbereichen geplant und entweder auf globaler oder lokaler Ebene durchgeführt. Dabei richten unsere Niederlassungen die Projekte an den speziellen Bedürfnissen vor Ort aus. Bei weltumspannenden Kampagnen sind unsere Tochtergesellschaften auch dafür verantwortlich, Menschen in ihrer Region zu mobilisieren.

Wozu wir uns verpflichten: Zugang zu Gesundheitsversorgung durch Bewusstseinsbildung und Aufklärung

Unsere Strategie für den Zugang zu Gesundheitsversorgung umfasst Bewusstseinsbildung und Aufklärung. Sie ist in unserer „Access to Health Charter“ beschrieben. Für unsere Kampagnen und Initiativen gelten außerdem die jeweils relevanten Marketinggrundsätze, die unsere Richtlinien vorgeben – etwa der Verhaltenskodex „Pharma Code for Conducting Pharmaceutical Business and Pharmaceutical Operations“. Außerdem unterliegen die Kampagnen internen Leitlinien und Vorschriften, die unsere Interaktionen im Gesundheitswesen regeln. Darüber hinaus gelten unsere Prozesse für die Überprüfung von Kommunikationsmaterial. Diese Prozesse gewährleisten, dass globale, regionale und lokale Regeln beziehungsweise Vorschriften eingehalten werden.

Gemeinsam mit Partnern mehr erreichen

Mit unseren Global-Health-Initiativen wollen wir Gesundheitssysteme in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen stärken und leistungsfähiger machen. Wir unterstützen Tätigkeiten in vier zentralen Bereichen:

Forschung und Entwicklung vor Ort

Durch F&E-Programme schaffen wir wissenschaftliches Know-how. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk auf Bilharziose und Malaria. Einige Beispiele:

  • In Gesundheitszentren auf dem afrikanischen Kontinent führen wir klinische Studien durch und testen dabei Arpraziquantel als potenzielle neue Behandlungsoption für mit Bilharziose infizierte Kinder im Vorschulalter. Durch diese Studien konnten Gesundheitsfachkräfte vor Ort bereits wertvolle Erfahrungen hinsichtlich guter klinischer Praxis sammeln und sich auf künftige Analysen vorbereiten.
  • Wir setzen die Malaria-Wirkstoffsuche in unserer Partnerschaft mit der Universität Kapstadt fort. Dabei tauschen wir Fachwissen aus und fördern die Beschäftigung und Ausbildung talentierter junger Wissenschaftler.
  • PAVON (Pan-African Vivax and Ovale Network), ein Netzwerk von Exzellenzzentren, stärkt die Überwachung von Malaria und die Pandemievorsorge; mehr als zehn afrikanische Länder beteiligen sich daran.

Produktion und Lieferketten

Einige unserer Produkte fertigen wir unmittelbar in den Regionen, in denen sie gebraucht werden. Gleichzeitig stärken wir die örtlichen Produktions- und Lieferkettenkapazitäten, indem wir Technologien und Best Practices weitergeben. Unser Ziel: Die Qualität der Leistungen verbessern und gleichzeitig einen sicheren, effektiven und zuverlässigen Zugang zu Medikamenten gewährleisten – und zwar dort, wo sie am meisten gebraucht werden.

  • Diesen lokalen Produktionsansatz verfolgen wir bei unserer Zusammenarbeit mit dem „Pediatric Praziquantel Consortium“. Bei der Versorgung bedürftiger Bevölkerungsgruppen sollen die entsprechenden Länder unabhängig werden. 2021 schlossen wir mit Universal, einem Auftragshersteller in Kenia, einen Produktionsvertrag über die Massenfertigung nach der Zulassung des neuen Medikaments für Kleinkinder (pädiatrische Arznei).
  • Mit unserem Programm „Access Delivery Mentorship“ bauen wir gemeinsam mit der Initiative „Business for Health Solutions“ (BHS) nachhaltige Lieferketten mit lokalen Vertriebspartnern in Afrika auf. Dabei können sich unsere Lieferkettenexperten freiwillig engagieren. Wir führten das Programm erstmals 2021 in Tansania mit drei Vertriebspartnern und einem Produzenten durch.
  • Wir kooperieren mit dem „Regional Centre of Excellence for Vaccines, Immunization and Health Supply Chain Management“ der ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) an der Universität von Ruanda. Gemeinsam soll ein fachlicher Lehrplan für die Lieferkette erstellt werden, der auf die Bedürfnisse und Herausforderungen vor Ort zugeschnitten ist.

Aufklärung und Sensibilisierung

Mit unseren Initiativen wollen wir aufklären, Verhalten verbessern und das Bewusstsein für Krankheiten schärfen.

  • In Äthiopien führen wir mit der NALA-Stiftung und dem äthiopischen Gesundheitsministerium ein partnerschaftliches Gesundheitsaufklärungs- und WASH-Projekt durch. In den Gebieten, in denen Bilharziose am häufigsten vorkommt, wollen wir 50.000 Menschen in 8.000 Haushalten und mehr als 170.000 Schulkinder erreichen.
  • Gemeinsam mit Foresight Global Health (FGH) wollen wir Bewusstsein für nicht übertragbare Krankheiten schaffen. Dabei geht es zunächst um Schilddrüsen- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Prädiabetes.
  • Mit der Cardiological Society of India (CSI), dem landesweit größten Kardiologenverband, starteten wir Maßnahmen, um Bevölkerungsgruppen mit hoher Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sensibilisieren. Das Projekt wurde 2021 von einer Mitarbeiterinitiative konzipiert. Verschiedene, innovative Vorschläge von Teams aus Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen sollen für Shared-Value-Projekte genutzt werden.

Gesundheitsinfrastruktur und Ausbildung

Wir führen Infrastrukturprojekte durch und fördern die Ausbildung. Dabei konzentrieren wir uns stark auf afrikanische Länder. Im Jahr 2021

  • unterstützten wir die Errichtung einer neuen klinischen Abteilung in Côte d’Ivoire, die Phase-II- und -III-Studien zusammen mit dem „Pediatric Praziquantel Consortium“ ermöglicht.
  • halfen wir dabei, in Kamerun integrierte mobile medizinische Einheiten einzurichten. Sie dienen dazu, genitale Bilharziose sowie HIV, HPV und Gebärmutterhalskrebs bei Frauen im Alter von 14 bis 30 Jahren zu diagnostizieren und zu behandeln. Diese Initiative soll außerdem die Ausbildung und Erfahrung des medizinischen Fachpersonals vor Ort verbessern.
  • unterstützten wir das Programm FAST (FGS Accelerated Scale Together), das der Schulung von über 300 medizinischen Fachkräften in Subsahara-Afrika dient. Daraus gingen mehr als 200 Aktionspläne hervor, um genitale Bilharziose bei Frauen in 20 Ländern zu bekämpfen.
  • richteten wir in Ghana Mikroskopier-Stationen ein und bildeten das dortige Gesundheitspersonal dafür aus, Fälle von Malaria und weiteren, anhand des Blutbilds diagnostizierbare, Krankheiten besser zu erkennen.

Weltweite Aufklärungskampagnen

Auf der ganzen Welt führen wir regelmäßig Aufklärungskampagnen zu verschiedenen Krankheiten durch. Dabei arbeiten wir häufig mit Patientenorganisationen und Interessenvertretungen von pflegenden Angehörigen zusammen. Wir richten unser Hauptaugenmerk auf Erkrankungen, die unseren Kernkompetenzen, unserem Fachwissen und unserer Erfahrung entlang der Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen entsprechen. Zu diesen Erkrankungen zählen Krebs (vor allem Darmkrebs, Kopf-Hals-Krebs und Blasenkrebs) sowie Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes, Unfruchtbarkeit und Multiple Sklerose. Ganzjährig führen wir außerdem Aufklärungskampagnen durch, die sich mit Tropenkrankheiten wie Bilharziose und Malaria befassen.

Wir beteiligten uns aktiv an mehreren „Awareness Days“:

30. Januar: Welt-NTD-Tag

Am Welt-NTD-Tag treffen sich Vertreter der Zivilgesellschaft, führende Vertreter des Gemeinwesens, weltweite Gesundheitsexperten und politische Entscheidungsträger, die sich für die Kontrolle und Ausrottung vernachlässigter Tropenkrankheiten einsetzen.

4. Februar: Weltkrebstag

Jedes Jahr findet am 4. Februar der Weltkrebstag statt, eine Initiative der Internationalen Union zur Krebsbekämpfung (Union for International Cancer Control, UICC). Der Aktionstag soll das Bewusstsein für Krebs schärfen und dadurch seine Prävention, Erkennung und Behandlung verbessern. Im Jahr 2021 lautete das Motto: „Ich bin und ich werde“ („I Am and I Will“).

22. März: Weltwassertag

Der Weltwassertag befasst sich mit der Bedeutung von sauberem Wasser und sensibilisiert für das Schicksal von 2,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sicheren Wasserquellen. Der Aktionstag zahlt auf das sechste nachhaltige Entwicklungsziel der Vereinten Nationen ein (SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen).

7. April: Weltgesundheitstag

Der Weltgesundheitstag sensibilisiert jedes Jahr themenspezifisch und widmet sich dabei jeweils einem anderen Schwerpunktbereich der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Thema des Jahres 2021 war gesundheitliche Chancengleichheit („Building a fairer, healthier world“).

25. April: Weltmalariatag

Der Weltmalariatag macht deutlich: Es lohnt sich, in Prävention und Bekämpfung von Malaria zu investieren. Das politische Engagement dafür muss aufrechterhalten werden.

25. bis 31. Mai: Thyroid Awareness Week

Die Aufklärungskampagne findet jährlich in Zusammenarbeit mit der Thyroid Federation International (TFI) statt und soll weniger bekannte Aspekte von Schilddrüsenerkrankungen aufzeigen. 2021 lief sie unter dem Slogan „Spread Your Wings – Be Thyroid Aware“.

30. Mai: Welt-Multiple-Sklerose-Tag

Der Welt-Multiple-Sklerose-Tag ist ein jährlicher Aktionstag der MS International Federation (MSIF). Die weltweite MS-Gemeinschaft nutzt diesen Tag, um die Krankheit greifbar zu machen, zu sensibilisieren und all diejenigen in den Mittelpunkt zu rücken, die von Multipler Sklerose betroffen sind. Im Jahr 2021 wurden die Aktivitäten dieses Tages unter dem Hashtag #MSConnections beworben.

20. August: Welt-Moskito-Tag

Der Welt-Moskito-Tag erinnert an die Entdeckung aus dem Jahr 1897, dass Malaria von weiblichen Anopheles-Mücken auf den Menschen übertragen wird. Der Tag soll die Anstrengungen ins internationale Rampenlicht rücken, die zur Bekämpfung von Krankheiten unternommen werden, die durch Moskitos übertragen werden.

1. bis 7. November: European Fertility Week

Die European Fertility Week schafft Bewusstsein für Unfruchtbarkeit und macht auf die Herausforderungen für Betroffene aufmerksam. Sie zielt außerdem darauf ab, das Stigma der Unfruchtbarkeit zu beseitigen und das Problem des ungleichen Zugangs zu Behandlungen in Europa bekannt zu machen. Das Thema 2021 war „Challenge the Odds“.

10. November: Weltwissenschaftstag

Der Weltwissenschaftstag für Frieden und Entwicklung unterstreicht, wie wichtig die Rolle der Wissenschaft für die Gesellschaft ist. Dabei wird betont, dass die breite Öffentlichkeit in Debatten über neue wissenschaftliche Themen einbezogen werden muss. Durch eine engere Verknüpfung von Wissenschaft und Gesellschaft soll der Aktionstag sicherstellen, dass die Bevölkerung über wichtige wissenschaftliche Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten wird.

14. November: Weltdiabetestag

Der Weltdiabetestag wurde ins Leben gerufen als Reaktion auf die eskalierende Gesundheitsbedrohung durch Diabetes und die wachsende Besorgnis darüber. Die Kampagne soll dafür sorgen, dass Diabetes im öffentlichen und politischen Blickfeld verbleibt. Im Jahr 2021 stand sie unter dem Motto „Zugang zur Diabetesversorgung“.

12. Dezember: Welttag der allgemeinen Gesundheitsversorgung

Der Internationale Tag der allgemeinen Gesundheitsversorgung soll daran erinnern, wie wichtig starke, belastbare Gesundheitssysteme sowie eine umfassende Gesundheitsversorgung sind.

Jan

30. Januar

Welt-NTD-Tag

Am Welt-NTD-Tag treffen sich Vertreter der Zivilgesellschaft, führende Vertreter des Gemeinwesens, weltweite Gesundheitsexperten und politische Entscheidungsträger, die sich für die Kontrolle und Ausrottung vernachlässigter Tropenkrankheiten einsetzen.

Feb

4. Februar

Weltkrebstag

Jedes Jahr findet am 4. Februar der Weltkrebstag statt, eine Initiative der Internationalen Union zur Krebsbekämpfung (Union for International Cancer Control, UICC). Der Aktionstag soll das Bewusstsein für Krebs schärfen und dadurch seine Prävention, Erkennung und Behandlung verbessern. Im Jahr 2021 lautete das Motto: „Ich bin und ich werde“ („I Am and I Will“).

Mar

22. März

Weltwassertag

Der Weltwassertag befasst sich mit der Bedeutung von sauberem Wasser und sensibilisiert für das Schicksal von 2,2 Milliarden Menschen ohne Zugang zu sicheren Wasserquellen. Der Aktionstag zahlt auf das sechste nachhaltige Entwicklungsziel der Vereinten Nationen ein (SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen).

Apr

7. April

Weltgesundheitstag

Der Weltgesundheitstag sensibilisiert jedes Jahr themenspezifisch und widmet sich dabei jeweils einem anderen Schwerpunktbereich der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das Thema des Jahres 2021 war gesundheitliche Chancengleichheit („Building a fairer, healthier world“).

25. April

Weltmalariatag

Der Weltmalariatag macht deutlich: Es lohnt sich, in Prävention und Bekämpfung von Malaria zu investieren. Das politische Engagement dafür muss aufrechterhalten werden.

Mai

25. bis 31. Mai

Thyroid Awareness Week

Die Aufklärungskampagne findet jährlich in Zusammenarbeit mit der Thyroid Federation International (TFI) statt und soll weniger bekannte Aspekte von Schilddrüsenerkrankungen aufzeigen. 2021 lief sie unter dem Slogan „Spread Your Wings – Be Thyroid Aware“.

30. Mai

Welt-Multiple-Sklerose-Tag

Der Welt-Multiple-Sklerose-Tag ist ein jährlicher Aktionstag der MS International Federation (MSIF). Die weltweite MS-Gemeinschaft nutzt diesen Tag, um die Krankheit greifbar zu machen, zu sensibilisieren und all diejenigen in den Mittelpunkt zu rücken, die von Multipler Sklerose betroffen sind. Im Jahr 2021 wurden die Aktivitäten dieses Tages unter dem Hashtag #MSConnections beworben.

Aug

20. August

Welt-Moskito-Tag

Der Welt-Moskito-Tag erinnert an die Entdeckung aus dem Jahr 1897, dass Malaria von weiblichen Anopheles-Mücken auf den Menschen übertragen wird. Der Tag soll die Anstrengungen ins internationale Rampenlicht rücken, die zur Bekämpfung von Krankheiten unternommen werden, die durch Moskitos übertragen werden.

Nov

1. bis 7. November

European Fertility Week

Die European Fertility Week schafft Bewusstsein für Unfruchtbarkeit und macht auf die Herausforderungen für Betroffene aufmerksam. Sie zielt außerdem darauf ab, das Stigma der Unfruchtbarkeit zu beseitigen und das Problem des ungleichen Zugangs zu Behandlungen in Europa bekannt zu machen. Das Thema 2021 war „Challenge the Odds“.

10. November

Weltwissenschaftstag

Der Weltwissenschaftstag für Frieden und Entwicklung unterstreicht, wie wichtig die Rolle der Wissenschaft für die Gesellschaft ist. Dabei wird betont, dass die breite Öffentlichkeit in Debatten über neue wissenschaftliche Themen einbezogen werden muss. Durch eine engere Verknüpfung von Wissenschaft und Gesellschaft soll der Aktionstag sicherstellen, dass die Bevölkerung über wichtige wissenschaftliche Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten wird.

14. November

Weltdiabetestag

Der Weltdiabetestag wurde ins Leben gerufen als Reaktion auf die eskalierende Gesundheitsbedrohung durch Diabetes und die wachsende Besorgnis darüber. Die Kampagne soll dafür sorgen, dass Diabetes im öffentlichen und politischen Blickfeld verbleibt. Im Jahr 2021 stand sie unter dem Motto „Zugang zur Diabetesversorgung“.

Dez

12. Dezember

Welttag der allgemeinen Gesundheitsversorgung

Der Internationale Tag der allgemeinen Gesundheitsversorgung soll daran erinnern, wie wichtig starke, belastbare Gesundheitssysteme sowie eine umfassende Gesundheitsversorgung sind.

Sinnstiftende Initiativen

Mit den Initiativen „Healthy Women, Healthy Economies“ und „Embracing Carers®“ fördern wir das Bewusstsein für öffentliche Gesundheitsthemen, die weit über den Patienten an sich hinausgehen. Beide Initiativen sind miteinander verflochten, beruhen auf gemeinsamen Inhalten und verfolgen sich ergänzende Ziele. Unbezahlte und unterbezahlte Pflegearbeit leisten weltweit mehrheitlich Frauen und Mädchen. Wirksame Pflege hängt direkt mit Frauen, ihrer Gesundheit, ihrem Wohlbefinden und ihrem Erfolg zusammen. Ziel der Initiativen ist es, Frauen gesundheitlich und wirtschaftlich zu stärken und gleichzeitig ihren Zugang zu Gesundheitsversorgung zu erweitern.

Initiative Healthy Women, Healthy Economies

Wir wollen Frauen dabei helfen, die Herausforderungen übertragbarer und nicht übertragbarer Krankheiten zu bewältigen, damit sie ihr wirtschaftliches Potenzial voll ausschöpfen können. Deshalb unterstützen wir die Initiative Healthy Women, Healthy Economies – eine öffentlich-private Partnerschaft unter der Schirmherrschaft der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC). Als Gründungspartner aus dem privaten Sektor kooperieren wir mit Vertretern mehrerer APEC-Regierungen. Dabei fördern wir Aktivitäten und politische Maßnahmen, die Frauen wirtschaftlich stärken.

Der „APEC Healthy Women, Healthy Economies Research Prize“ macht seit 2019 auf geschlechtsspezifische Forschung aufmerksam. Diese soll es Politikern, Wirtschaftsführern und anderen Stakeholdern ermöglichen, Maßnahmen zur Verbesserung von Frauengesundheit in den APEC-Ländern zu identifizieren und umzusetzen. Das diesjährige Preisgeld in Höhe von 20.000 US-Dollar erhielt ein Forschungsteam, das die Auswirkungen von Pflegearbeit auf die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen erforscht.

Embracing Carers

Embracing Carers® ist eine weltweite Initiative, die wir gemeinsam mit führenden Pflegeorganisationen aus der ganzen Welt tragen. Ihre Ziele: Bewusstsein zu schaffen für die oft übersehenen Bedürfnisse von unbezahlten pflegenden Angehörigen, eine öffentliche Diskussion darüber anzustoßen und Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Im Jahr 2021 veröffentlichten wir einen weltweiten Bericht über die zu bewältigenden Herausforderungen, denen unbezahlte pflegende Angehörige in der Covid-19-Pandemie ausgesetzt sind. Wir fanden heraus, dass sie sich auf das körperliche, finanzielle und emotionale Wohlbefinden auswirken. Der Bericht umfasst zwölf Länder auf fünf Kontinenten und erläutert, wie sich die Herausforderungen je nach Geschlecht, sozioökonomischem Status, Land und Intensität der Pflege unterscheiden. Anhand dieser Daten erarbeiteten wir verschiedene politische Empfehlungen; sie sollen Regierungen helfen, pflegende Angehörige besser zu unterstützen und zu schützen. Außerdem untersuchten wir, wie Arbeitgeber pflegefreundliche Arbeitsplätze schaffen können, und starteten eine interne Kampagne – zur Bewusstseinsschärfung und zur Unterstützung unserer eigenen Mitarbeiter mit Pflegeverantwortung.

Arpraziquantel
Arpraziquantel ist ein Medikament, das bei Bilharziose eingesetzt wird. Damit soll die Behandlungslücke für Bilharziose-infizierte Kinder im Vorschulalter geschlossen werden. Es enthält eine ähnliche Zusammensetzung wie das klassische Bilharziose-Medikament Praziquantel. Die neue Tablette ist klein und löst sich im Mund oder in Wasser auf; sie hat für Kinder akzeptable Geschmackseigenschaften und hält den Belastungen des Tropenklimas stand.
Bilharziose
Die chronische Erkrankung Bilharziose (auch Schistosomiasis genannt) ist eine der häufigsten und folgenschwersten parasitären Krankheiten in tropischen Ländern. Die Krankheit wird von Plattwürmern übertragen. In Regionen, in denen große Teile der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser oder sanitären Anlagen haben, ist sie weit verbreitet. Die Menschen werden von dem Parasiten befallen, wenn sie bei alltäglichen landwirtschaftlichen, häuslichen, beruflichen und Freizeitaktivitäten mit verunreinigtem Wasser in Berührung kommen. Die winzigen Larven durchdringen die menschliche Haut, dringen in die Blutgefäße ein und greifen die inneren Organe an. Bei Kindern ist die Infektionsrate besonders hoch. Wird Bilharziose nicht behandelt, kann sie potenziell tödliche, chronische Entzündungen lebenswichtiger Organe verursachen. Außerdem kann sie zu Blutarmut, Kleinwuchs und eingeschränkter Lernfähigkeit führen. All das hat verheerende Folgen für das Leben der Kinder.
Gute klinische Praxis (GCP)
Gute klinische Praxis (Good Clinical Practice, GCP) bezeichnet einen internationalen Qualitätsstandard des Internationalen Rats zur Harmonisierung technischer Anforderungen für die Zulassung von Humanarzneimitteln (International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use, ICH). Er regelt die Zuständigkeiten und Erwartungen aller beteiligten Parteien (zum Beispiel Sponsoren, Prüfärzte und Ethikausschüsse) bei der Durchführung von klinischen Studien. Neben dem Design umfasst er die Umsetzung und die Kontrolle sowie die Dokumentation und die Berichterstattung von klinischen Studien.
Klinische Studie der Phase II
Klinische Studien der Phase II prüfen einen neuen Wirkstoffkandidaten oder eine Verhaltensintervention bei einer größeren Personengruppe (einige Hundert), um die Wirksamkeit zu ermitteln und die Sicherheit weiter zu untersuchen.
Klinische Studie der Phase III
Klinische Studien der Phase III untersuchen die Wirksamkeit eines neuen Wirkstoffkandidaten oder einer Verhaltensintervention bei großen Gruppen von Menschen (einige Hundert bis einige Tausend) und vergleichen hierzu die Intervention mit anderen Standard- oder Prüfinterventionen, verfolgen Nebenwirkungen und sammeln Informationen, die einen sicheren Einsatz der Intervention ermöglichen.
Nicht übertragbare Krankheit (NCD)
Nicht übertragbare Krankheiten (Non-Communicable Diseases, NCDs) halten häufig lange an – als Folge einer Kombination aus genetischen, physiologischen sowie umwelt- und verhaltensbedingten Faktoren. Die vorherrschenden NCDs sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Atemwegserkrankungen und Diabetes. In Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen leiden unverhältnismäßig viele Menschen an diesen Erkrankungen. Mehr als drei Viertel der weltweiten NCD-bedingten Todesfälle ereignen sich dort.
Prädiabetes
Vorstadium zum Typ-2-Diabetes.
Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.
Vernachlässigte Tropenkrankheit (NTD)
An vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) leiden weltweit mehr als eine Milliarde Menschen. Betroffen sind vor allem arme Bevölkerungsgruppen in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen und tropischen beziehungsweise subtropischen Klimazonen. Zu den NTDs zählen Bilharziose, Eingeweidewürmer, Trachom, lymphatische Filariose und Onchozerkose. Diese Gruppe von Krankheiten wird als „vernachlässigt“ bezeichnet, weil sie – trotz einer erheblichen Zahl von Betroffenen – in der Vergangenheit vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit und Forschungsmittel erhalten hat.
WASH
Dieser Ausdruck steht für „Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene“. Genutzt wird er im Zusammenhang mit verschiedenen Aktivitäten, die mangelnden Zugang zu sauberem Wasser sowie sanitären Einrichtungen bekämpfen und das Hygieneverhalten der Menschen verbessern sollen.

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