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Ergebnisse

Nachhaltiges Produktdesign

Nachhaltiges Handeln basiert auf einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Wir sehen uns in einer doppelten Pflicht: Erstens wollen wir bei unserer eigenen Produktentwicklung Ressourcen schonen. Zweitens wollen wir auch unsere Kunden dabei unterstützen, die Nachhaltigkeitsbilanz ihrer Produkte zu verbessern. Unser Unternehmensbereich Life Science entwickelt Lösungen, um Forschung und Biotechproduktion einfacher, schneller und effizienter zu machen. Der Unternehmensbereich Performance Materials konzentriert sich auf Lösungen für den Elektronikmarkt wie Materialien für Halbleiter oder Displays.

Unser Ansatz für eine nachhaltige Produktentwicklung

Unsere Unternehmensbereiche verfolgen jeweils eigene Ansätze für nachhaltiges Produktdesign. Im Unternehmensbereich Life Science wollen wir die Auswirkungen unserer Produkte auf Umwelt und Gesundheit reduzieren. Dies gilt für den gesamten Lebenszyklus – von der Herstellung über die Verwendung bis hin zur Entsorgung unserer Produkte. Gleichzeitig sollen unsere Produkte effizienter und benutzerfreundlicher werden. Daher stellen wir uns gleich zu Beginn ihrer Entwicklung die Frage, wie wir die verschiedenen Anforderungen am besten miteinander verknüpfen können.

Der Unternehmensbereich Performance Materials entwickelt und produziert zahlreiche intelligente Materialien, mit denen unsere Kunden Hightech-Produkte herstellen. Viele dieser Materialien tragen außerdem dazu bei, dass Menschen im Alltag Energie sparen. Im Produktentwicklungsprozess tief verankert ist der Grundsatz, Gefahrstoffe wo möglich zu vermeiden. Wir unterstützen unsere Kunden in ihrem Bestreben, technologische Innovationen voranzutreiben und dabei gleichzeitig Produkte mit minimaler Umweltbelastung zu verwenden.

Wie wir Nachhaltigkeit in die Produktentwicklung einbeziehen

Der Unternehmensbereich Life Science arbeitet über seine Geschäftseinheiten hinweg daran, produktbezogene Nachhaltigkeitsthemen voranzutreiben. Darunter fällt unser Programm „Design for Sustainability“ (DfS) für umweltverträgliche Life-Science-Produkte sowie DOZN™, ein Online-Tool zur Bewertung nachhaltigerer Alternativen.

Im Jahr 2020 starteten wir einen Prozess zur Umstrukturierung der Nachhaltigkeits-Governance unseres Unternehmensbereichs Performance Materials. Wir werden in künftigen Berichten über die neue Struktur informieren.

Die in diesem Kapitel beschriebenen Zuständigkeiten gelten auch für den Umgang mit Produktverpackungen und Recycling.

Integration von Versum Materials

Im Jahr 2020 erreichten wir bei der Integration von Versum Materials mehrere Meilensteine. Am 1. Juni teilten wir mit, dass die Integration der Personalprozesse abgeschlossen ist. Schwerpunkt der nächsten Phase ist die strukturelle Integration der Geschäftsprozesse, und -systeme. Diese Phase wollen wir bis Ende 2021 beenden.

Wozu wir uns verpflichten: Richtlinien zu Chemikalien und Produkten

Um die für unser Unternehmen relevanten Produktsicherheitsvorschriften zu erfüllen, definieren wir in unserer Richtlinie „Regulatory Affairs Group Policy“ konzernweite Prozesse. Mit ihnen steuern wir Produktsicherheit und setzen sie um. Die Richtlinie legt auch die erforderlichen Managementstrukturen fest.

Unsere Prozesse für nachhaltiges Produktdesign

Im Unternehmensbereich Life Science unterstützt eine Plattform unsere Experten dabei, Nachhaltigkeitsaspekte bei der Produkt- und Verpackungsentwicklung einzubeziehen und umzusetzen. Dieser Plattform liegt ein datenbasierter Ansatz zugrunde. Unser Programm „Design for Sustainability“ (DfS) hat drei Säulen, um die Nachhaltigkeit unserer Produkte zu verbessern.

  • Die Entwicklung („DfS: Development“) konzentriert sich darauf, Nachhaltigkeit von Anfang an in die Forschung und Entwicklung zu integrieren.
  • Beratung („DfS: Consulting“): Wir arbeiten mit unseren Kunden zusammen, um Lösungen für konkrete nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen zu finden und/oder Aufgaben im Bereich der grünen Chemie zu identifizieren.
  • Die Überarbeitung („DfS: Re-Engineering“) befasst sich mit unserem etablierten Produktportfolio. Hier prüfen wir, wie wir die „Zwölf Prinzipien der Grünen Chemie“ anwenden und damit den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte verringern können. Verbesserungen beurteilen wir mit unserem eigenen onlinebasierten Tool DOZN™. Dieses Tool steht inzwischen auch unseren Kunden zur Verfügung, um ihre eigenen Produkte und Prozesse zu bewerten.

Für unseren Unternehmensbereich Performance Materials befolgen wir für unsere Rohstoffe für die Kosmetikbranche die hohen Standards der EU-Kosmetikverordnung; wir produzieren gemäß der „Good Manufacturing Practices for Cosmetic Ingredients“ (EFfCI ).

Betriebsabläufe während der Pandemie sichern

Während der Covid-19-Pandemie haben unsere Standorte alles getan, um einerseits Betriebsabläufe störungsfrei zu gewährleiten und andererseits die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter zu schützen.

Der Standort unseres Unternehmensbereichs Performance Materials in Suzhou war unser erstes Werk in China, das nach dem Ausbruch von Covid-19 den Betrieb wiederaufnahm: Die Produktion lief am 29. Januar 2020 wieder an. Der Standort in Suzhou versorgt Hersteller von Bildschirmen mit wichtigen Fotolack-Produkten.

Unsere kommt weit verbreitet bei den Bildschirmen essenzieller medizinischer Geräte zum Einsatz, die während der Pandemie benötigt werden. Die Performance-Materials-Teams arbeiten weltweit daran, die kontinuierliche Lieferung von hochwertigen Flüssigkristallmaterialien sicherzustellen, um die höhere Nachfrage nach medizinischer Ausrüstung zu bedienen.

Übereinkommen zur biologischen Vielfalt umsetzen

Wir verpflichten uns zur Umsetzung des „Nagoya-Protokolls“. Das Nagoya-Protokoll ist eine internationale Zusatzvereinbarung zum Übereinkommen der Vereinten Nationen (UN) über die biologische Vielfalt („Convention on Biological Diversity“, CBD). Es wurde in europäisches Recht umgesetzt und zum 1. Juli 2016 in deutsches Recht übernommen. Wir unterstützen die allgemeinen Grundsätze des CBD, darunter insbesondere das dritte Ziel: die gerechte Verteilung der Vorteile, die sich aus der Nutzung genetischer Ressourcen und traditionellen Wissens ergeben – gemäß den Bedingungen des Nagoya-Protokolls. Zentrale Elemente sind Zugang und Vorteilsausgleich: Dies stellt sicher, dass Länder, die genetische Ressourcen und Wissen zur Verfügung stellen, auch von deren Nutzung profitieren. Das Nagoya-Protokoll spielt eine wichtige Rolle bei unserer Produktentwicklung. Wir berücksichtigen die Forderungen des Protokolls, wenn wir genetische Ressourcen aus Ländern nutzen wollen, die das Nagoya-Protokoll abdeckt.

Wir wenden die Konzernrichtlinie „Access to genetic resources“ (Zugang zu genetischen Ressourcen) an. Die Richtlinie definiert Anforderungen, Rollen und Verantwortlichkeiten und soll die Einhaltung des Nagoya-Protokolls im Einklang mit geltendem Recht gewährleisten. In den betroffenen Einheiten bieten wir umfassende Schulungen zu dieser Richtlinie an. Im Jahr 2020 führten wir einen zusätzlichen internen Austausch innerhalb des Konzerns ein. Damit wollen wir sicherstellen, dass sowohl eine laufende bereichsübergreifende Abstimmung stattfindet als auch Schulungen entwickelt und bereitgestellt werden. Die relevanten Einheiten erfahren so von Änderungen, die Zugang und Vorteilsausgleiche betreffen.

Wir wollen genetische Ressourcen und traditionelles Wissen nur mit vorheriger Einwilligung des jeweiligen Mitgliedsstaats des Nagoya-Protokolls erwerben. Die Nutzung unterliegt den gemeinsam vereinbarten Bedingungen. Falls erforderlich, beispielsweise für die Markteinführung eines neuen Produkts, veröffentlichen wir die notwendigen -Erklärungen und bewahren alle zugehörigen Unterlagen gemäß geltendem Recht auf.

Jeder Unternehmensbereich legt spezifische Vorgehensweisen fest, um sicherzustellen, dass er die Anforderungen unserer Konzernrichtlinie erfüllt.

Nachhaltiges Produktdesign im Unternehmensbereich Life Science

Mit unserem Programm „Design for Sustainability“ (DfS) entwickelten wir eine umfassende Methode, um Life-Science-Produkte nachhaltiger zu gestalten. Die DfS-Säule „Entwicklung“ gibt unseren Produktentwicklern verschiedene Werkzeuge an die Hand. Mit diesen können sie analysieren, wie sich ein künftiges Produkt auswirkt auf: Materialien, Energie und Emissionen, Wasser, Verpackung, Einsatzfähigkeit und Innovation, sowie Kreislaufwirtschaft. Weitere Themen sind lieferanten- und produktionsbezogene Aspekte. Wir definierten Nachhaltigkeitskriterien, mit denen wir die Leistung eines Produkts in jeder dieser Kategorien beurteilen können. Unser Ziel ist es, dass ein neues Produkt möglichst viele dieser Kriterien erfüllt.

Um die potenziellen Umweltauswirkungen während des gesamten Produktlebenszyklus zu ermitteln, führen wir in eingeschränktem Rahmen Produktlebenszyklus-Analysen durch. Die Analyseergebnisse liefern uns Informationen über das Verbesserungspotenzial unserer Produkte, die wir in der weiteren Entwicklung berücksichtigen. Während des gesamten Produktentwicklungsprozesses arbeiten Experten aus Forschung und Entwicklung, Produktmanagement, Qualität und Einkauf sowie aus anderen Fachabteilungen zusammen.

2020 führten wir die neue Version unserer DfS-Säule „Entwicklung“ ein. Sie umfasst ein erweitertes Kriterien-Set und ein neues Scoring-System. Beide unterstützen unsere Entwicklungsteams dabei, produkt- und lieferkettenbezogenen Faktoren noch besser einzubeziehen oder negative Auswirkungen zu minimieren. Außerdem ermöglicht es uns, unsere Kunden noch umfassender über Nachhaltigkeitsmerkmale unserer Produkte zu informieren. Diese neuen Elemente führen wir schrittweise in der gesamten Organisation ein.

Bewertungsinstrument für grüne Chemie

Im Rahmen der DfS-Säule „Überarbeitung“ entwickeln unsere Life-Science-Forscher zahlreiche innovative Lösungen, die sich an den „Zwölf Prinzipien der Grünen Chemie“ der Chemiker Paul T. Anastas und John C. Warner orientieren. Das Ziel: Forschung so umweltverträglich wie möglich gestalten und negative Einflüsse auf die menschliche Gesundheit minimieren.

Unser eigenentwickeltes Online-Tool DOZN™ ermöglicht es uns, nachhaltige Alternativen zu verschiedenen Chemikalien zu bewerten und somit Transparenz für unsere Kunden zu schaffen. Mithilfe von DOZN™ bewerten wir, wie unsere Produkte in den drei Kategorien „verbesserte Ressourcennutzung“, „effizienterer Energieeinsatz“ und „minimierte Gefahren für Mensch und Umwelt“ abschneiden. Das System berechnet für jede Substanz Punktzahlen, die auf verschiedenen Daten basieren, beispielsweise auf dem „Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals“ () oder Sicherheitsdatenblättern. Bisher bewerteten und verbesserten wir anhand dieser Matrix mehr als 50 Produkte.

Mit DOZN™ 2.0 können unsere Kunden von der Leistungsfähigkeit unseres Systems profitieren und Produkte und/oder Prozesse in einer sicheren Umgebung vergleichen. DOZN™ 2.0 eröffnet unseren Kunden neue Möglichkeiten des nachhaltigen Produktdesigns; so können sie in ihren Entwicklungsprozessen umweltfreundlichere Entscheidungen treffen. Seit der Einführung von DOZN™ 2.0 im Jahr 2019 haben sich etwa 500 Benutzer weltweit registriert.

Im Jahr 2020 schlossen wir Partnerschaften mit Hochschulen in den USA ab, die DOZN™ in chemischen Studiengängen sowohl in virtuellen als auch in Vor-Ort-Laborveranstaltungen anwenden. Der Einsatz von DOZN™ in einem akademischen Umfeld bietet viele Vorteile. Erstens macht es grüne Chemie und die „Prinzipien der Grünen Chemie“ allgemein zugänglicher und greifbarer. Zweitens bietet DOZN™ eine praktische Möglichkeit, Produkt- und Prozessbewertungen zu errechnen und Lernprozesse weiter zu stärken. Gleichzeitig sensibilisiert das Tool auch künftige Wissenschaftler dafür, wie wichtig Nachhaltigkeit bei chemischen Prozessen und Produkten ist.

Im Dezember 2020 standen auf unserer Plattform über 1.100 grünere Alternativen zur Verfügung.

Große Bandbreite an Lösungen

Unser Life-Science-Portfolio umfasst viele verschiedene Produkte. Sie weisen unterschiedliche Eigenschaften auf, die wir bei unserem DfS-Ansatz berücksichtigen. Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen dies.

Unser Life-Science-Portfolio umfasst viele verschiedene Produkte. Sie weisen unterschiedliche Eigenschaften auf, die wir bei unserem DfS-Ansatz berücksichtigen. Die nachfolgenden Beispiele veranschaulichen dies.

Grünere Lösungsmittel

Für unsere grüneren biobasierten Lösungsmittel verwenden wir nachwachsende, nicht lebensmittelbasierte Rohstoffe. Damit sind sie umweltfreundlicher als andere Lösungsmittel. Unser Lösungsmittel Cyrene™ stellen wir aus Abfallzellulose her. Wir verwenden es als nachhaltigere Alternative zu Substanzen wie  und , die als reproduktionstoxisch eingestuft werden. Im Rahmen des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation „Horizon 2020“ erhielten wir 12 Mio. € für den Bau einer neuen Produktionsanlage für Cyrene™ in Europa. Als Teil des Projekts arbeiten wir an der Entwicklung neuer Anwendungen für Cyrene™.

Außerdem arbeiten wir weiter mit führenden akademischen Einrichtungen zusammen, um innovative Produkte zu entwickeln und so unser Portfolio an grünen Lösungsmitteln zu erweitern.

Nachhaltige Nutzung von Laborwasser

Milli-Q® IQ 7000 ist ein System zur Aufbereitung und Überwachung von Laborwasser. Es nutzt quecksilberfreie UV-Oxidationslampen und kann in einen energiesparenden Ruhezustand versetzt werden, ohne dass sich die Wasserqualität verringert. Verglichen mit früheren Versionen sind das System und die Kartuschen nun um 25 % beziehungsweise 33 % kleiner. Damit erzielten wir Einsparungen beim Kunststoffverbrauch.

Weniger Kunststoff beim Anlegen von Zellkulturen

Mit dem Stericup® E, der grüneren Alternative zu unserem Stericup®-System für die sterile Filtration, können Kunden die Flasche mit der zu filternden Probe direkt an die Stericup®-E-Filtereinheit anschließen. Ein Kunststofftrichter ist dazu nicht mehr nötig. Dank des neuen Designs benötigen wir für Stericup® E je nach Produktversion bis zu 48 % weniger Kunststoff. Außerdem sinken Menge und Größe von Verpackungen aus Kunststoff und Wellpappe um bis zu 73 %. Die Verkaufseinheit ist leichter und kleiner. Das bedeutet, dass beim Transport weniger CO2-Emissionen entstehen. Der Platzbedarf in unseren Verteilungszentren und am Standort des Kunden ist ebenfalls geringer. Bei unseren Kunden sinken das Abfallaufkommen und die Kosten für die Entsorgung (einschließlich biogefährlichen Abfalls). Mit diesem Ansatz verringert sich das Treibhauspotenzial des Produkts über den gesamten Lebenszyklus um bis zu 46 %. Bei den „2020 BIG Awards for Business“ wurde der Stericup® E als Neuprodukt des Jahres ausgezeichnet.

Innovative Aufreinigungskits

Bei der herkömmlichen DNA- und RNA-Reinigung werden Silicamembransäulen verwendet, um Nukleinsäure von Zellen, Gewebe, Blut oder anderen Probenarten zu trennen. DNA oder RNA binden unter Einsatz hoher Konzentrationen von Salzen an Siliziumdioxid. Diese Binden-Waschen-Herauslösen-Methoden erfordern in der Regel mehrere Wasch- und Schleudervorgänge. Im Jahr 2020 führten wir unsere GenElute™-E-Kits ein. Sie sind frei von chaotrophen Salzen, organischen Lösungsmitteln und und ermöglichen so eine bessere Leistung in der nachgelagerten Anwendung. Die Kits sind außerdem auf die Prinzipien „Vermeidung“ und „Entwicklung sicherer Chemikalien“ der „Zwölf Prinzipien der Grünen Chemie“ abgestimmt. Sie bieten im Vergleich zu Kits auf Basis von Siliziumdioxid verschiedene Nachhaltigkeitsvorteile wie die Reduzierung von Verbrauchsmaterial aus Kunststoff (Gefäße, Pipettenspitzen) um 55 % und die Vermeidung von gefährlichen Flüssigabfällen. Sie erfüllen außerdem die Grundsätze unserer nachhaltigen Verpackungsstrategie „SMASH Packaging“, mit der wir die Umweltauswirkungen unserer Verpackungen weltweit senken wollen.

Unsere Performance-Materials-Produkte leisten auf unterschiedliche Weise einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit:

Unsere Performance-Materials-Produkte leisten auf unterschiedliche Weise einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit:

Kolloidales Siliziumdioxid

In den letzten zehn Jahren nutzten unsere Halbleiterkunden zunehmend umweltverträglichere Materialien bei der Chipfertigung. Gleichzeitig verbesserten sie die Leistungsfähigkeit der Computerchips und reduzierten die Kosten. Auf diese Herausforderung reagierten wir mit der Entwicklung von Produkten der nächsten Generation, bei denen mindestens 30 % weniger kolloidale Kieselsäure verwendet wird. Hierdurch wird das erforderliche Produktvolumen reduziert, was wiederum den ökologischen Fußabdruck verringert.

Wir brachten erfolgreich ein neues Produkt auf den Markt, das die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen unserer Kunden erfüllt. So können wir die Zahl der benötigten Frachtcontainer für diese Produktlinie um rund 180 jährlich senken. Außerdem haben wir unseren eigenen Produktionsprozess so optimiert, dass dieser im Vergleich zu unseren Standardprodukten mehr als 53 Millionen Liter Prozesswasser einspart. Die Verfügbarkeit dieser Produkte der nächsten Generation in einer konzentrierten Form bedeutet, dass unsere Kunden weniger Abfälle behandeln und eine geringere Anzahl von Produktbehältern entsorgen müssen.

NMP-freie Entlacker

Das Produktionsverfahren für Halbleiterbauelemente erfordert zahlreiche Schritte, um organisches Material zu entfernen, das für die Strukturierung des Schaltkreisdesigns verwendet wird. Diese Reinigungsverfahren erfordern komplexe Lösungschemikalien, die organisches Material selektiv entfernen, ohne die empfindlichen elektronischen Bauteile zu beschädigen. Die effektivsten Lösungsmittel stellen jedoch eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar. NMP, ein häufig verwendetes Lösungsmittel bei der sogenannten Wafer-Reinigung, ist höchst toxisch und gemäß der REACH-Verordnung der Europäischen Union als besonders besorgniserregender Stoff (Substance of Very High Concern, SVHC) klassifiziert. Wir arbeiten kontinuierlich an der Entwicklung neuer Reinigungsmittel und führten 2020 verschiedene neue Produkte ein. Indem wir maßgeschneiderte Lösungsmittelsysteme für die Reinigungsanwendungen unserer Kunden entwickeln, helfen wir gefährliche Stoffe zu vermeiden und senken die Menge des verwendeten Materials sowie das Abfallaufkommen.

Schaltbare Fenster

Fenster, die sich in Sekundenschnelle verdunkeln lassen – eyrise®, unsere fenster-Technologie (Liquid-Crystal-Window-Technologie, LCW), macht es möglich. Sie ersetzt so konventionelle Verschattungsmethoden. Die verdunkelten Fenster regulieren auch die Wärme, die durch Sonneneinstrahlung entsteht. Nach neuen Schätzungen, die auf geplanten Kundenprojekten basieren, senkt diese Technologie den Energiebedarf für Gebäudeklimatisierung und -beleuchtung um bis zu 10 %. Darüber hinaus fühlen sich die Menschen hinter diesen Fenstern dank der positiven Auswirkungen des natürlichen Tageslichts wohler und arbeiten effizienter. Mit der Methode „Sustainable Business Value“ haben wir Auswirkungen auf die Gesellschaft bewertet. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Auf dem Weg zu mehr Naturkosmetik

In engem Austausch mit unseren Kunden aus der Kosmetikindustrie arbeiten wir an Lösungen für natürlichere Kosmetika. Unsere kosmetischen Rezepturen entsprechen strengen Kriterien. Ende 2020 waren 78 unserer kosmetischen Pigmente und Wirkstoffe nach den COSMOS-Standards von Ecocert für Bio- und Naturkosmetik zertifiziert. Außerdem verfügten Ende 2020 mehr als 90 % unserer Kosmetikprodukte über Halal-Zertifikate. Dies umfasst einen erheblichen Teil der Pigmente, die wir in Gernsheim und Savannah (USA) herstellen.

Alternative Kosmetika ohne Mikroplastik

Funktionelle Füllstoffe haben entscheidenden Einfluss auf das Aussehen, die Haptik und die Qualität von Kosmetika. Viele Kosmetika und funktionelle Füllstoffe enthalten Mikroplastik. Allerdings sind Mikroplastikpartikel biologisch sehr schwer abbaubar, zerfallen in immer kleinere Teile und sind nicht wasserlöslich. Kläranlagen können nur 90 % des Mikroplastiks filtern.

Wir bieten effektive und wissenschaftlich fundierte Alternativen zu Mikroplastik an. Unser RonaFlair®-Portfolio an funktionellen Füllstoffen enthält umweltfreundliche mineralische Inhaltsstoffe mit unterschiedlichen kosmetischen Eigenschaften.

Gute Herstellpraxis (GMP)
Als Gute Herstellpraxis (Good Manufacturing Practice, GMP) werden Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung in der Herstellung von Arzneimitteln und Wirkstoffen, aber auch bei Kosmetika, Lebens- und Futtermitteln bezeichnet.
Flüssigkristall
Als Flüssigkristall (engl. Liquid Crystal – LC) bezeichnet man eine Substanz, die sowohl Eigenschaften einer Flüssigkeit als auch von Kristallen aufweist. Normalerweise sind Moleküle nur in festen Kristallen perfekt geordnet, in Flüssigkeiten schwimmen sie chaotisch durcheinander. Flüssigkristalle entpuppten sich jedoch als Zwitter: Obwohl sie flüssig sind, zeigen sie eine gewisse kristalline Ordnung. Ihre stäbchenförmigen Moleküle richten sich aus wie Fische in einem Schwarm. Zudem reagieren sie wie winzige Antennen auf die elektromagnetischen Wellen des Lichts. Deshalb können solche Molekülschwärme speziell präpariertes, „polarisiertes“ Licht entweder durchlassen oder ausblenden. Das geschieht in den Pixeln der Flüssigkristall-Displays – ähnlich aber auch in Flüssigkristallfenstern, die Sonnenlicht abschatten können.
Due Diligence
Als Due Diligence wird eine mit „gebotener Sorgfalt“ vorgenommene Risikoprüfung bezeichnet.
GHS
GHS steht für „Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals”. Es handelt sich um ein weltweit einheitliches System für die Einstufung von Chemikalien und ihre Kennzeichnung auf Verpackungen und in Sicherheitsdatenblättern.
NMP
NMP (N-Methyl-2-Pyrrolidon) ist eine polare aprotische Verbindung, die mit Wasser mischbar ist und gute Löslichkeitseigenschaften besitzt. NMP wird bei der Herstellung von Polymeren, Halbleitern, Batterien und Arzneimitteln verwendet. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stufte NMP als besonders besorgniserregenden Stoff (Substance of very high concern – SVHC) ein und nahm ihn in die Liste der für die Zulassung in Frage kommenden Stoffe auf.
DMF
DMF (Dimethylformamid) ist eine klare, farblose, hygroskopische Flüssigkeit mit einer hohen Dielektrizitätskonstante. Sie wird als Lösungsmittel bei der Herstellung von Textilien, Arzneimitteln, Pestiziden und Klebstoffen eingesetzt. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stufte DMF als besonders besorgniserregenden Stoff (Substance of very high concern – SVHC) ein und nahm ihn in die Liste der für die Zulassung in Frage kommenden Stoffe auf.
Chaotroph
Eine chaotrophe Substanz ist ein Molekül in einer Wasserlösung, das Wasserstoffbrückenbindungen zwischen Wassermolekülen zerstören kann. Das beeinträchtigt die Stabilität des nativen Zustands anderer Moleküle in der Lösung, indem der hydrophobe Effekt geschwächt wird.
EDTA
Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) ist eine chemische Substanz, die Metallionen bindet, um den Abbau von DNA zu verhindern.
Flüssigkristall
Als Flüssigkristall (engl. Liquid Crystal – LC) bezeichnet man eine Substanz, die sowohl Eigenschaften einer Flüssigkeit als auch von Kristallen aufweist. Normalerweise sind Moleküle nur in festen Kristallen perfekt geordnet, in Flüssigkeiten schwimmen sie chaotisch durcheinander. Flüssigkristalle entpuppten sich jedoch als Zwitter: Obwohl sie flüssig sind, zeigen sie eine gewisse kristalline Ordnung. Ihre stäbchenförmigen Moleküle richten sich aus wie Fische in einem Schwarm. Zudem reagieren sie wie winzige Antennen auf die elektromagnetischen Wellen des Lichts. Deshalb können solche Molekülschwärme speziell präpariertes, „polarisiertes“ Licht entweder durchlassen oder ausblenden. Das geschieht in den Pixeln der Flüssigkristall-Displays – ähnlich aber auch in Flüssigkristallfenstern, die Sonnenlicht abschatten können.

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