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Grundvoraussetzung für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung ist die Einhaltung von Gesetzen – auch Compliance genannt. Alle unsere Aktivitäten müssen weltweit Gesetzen, Regulierungen und internationalen ethischen Standards entsprechen. Damit können wir nicht zuletzt unseren guten Ruf als Arbeitgeber und Geschäftspartner wahren.

Unser Compliance-Ansatz

Compliance ist weltweit eines unserer Hauptanliegen. Als internationales Unternehmen, das auch in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen tätig ist, stellen wir sehr strenge Anforderungen an ein wirksames Compliance-Management. Compliance bedeutet für uns vor allem: Wir handeln im Einklang mit unseren Unternehmenswerten und sind davon überzeugt, dass profitables Wirtschaften mit höchsten ethischen Ansprüchen einhergehen sollte.

Wie wir Compliance gewährleisten

Unsere Konzernfunktion „Group Compliance“ ist zuständig für die Richtlinien zu folgenden Kernthemen: Bekämpfung von Korruption und Bestechung (Einhaltung von Bestimmungen des Gesundheitswesens, Geschäftspartnerprüfung, Transparenzberichterstattung), Geldwäschebekämpfung, Kartellrecht sowie Vorbereitung und Bereitschaft für unangekündigte Behördenbesuche.

Für diese wichtigen Compliance-Themen gelten konzernweite Richtlinien und Verfahren. So gewährleisten wir, dass unsere geschäftlichen Aktivitäten den geltenden Gesetzen, Vorschriften und internationalen ethischen Standards entsprechen. Andere Themen mit Compliance-Bezug wie Pharmakovigilanz, Export- und Importkontrollen sowie Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Qualität verantworten die zuständigen Funktionen – einschließlich der jeweiligen internen Vorschriften, Richt- und Leitlinien.

Unsere Compliance-Funktion ist für das Compliance-Portfolio verantwortlich. Das Programm besteht aus folgenden Elementen:

  • Risikobewertung: Identifikation von internen und externen kritischen Risiken im regulären Geschäftsbetrieb
  • Richtlinien und Verfahren: Globale Richtlinien, Verfahren und Standards zur Reduzierung identifizierter Risiken (Näheres im Abschnitt „Wozu wir uns verpflichten: Richtlinien und Standards“)
  • Compliance-Komitees/-Foren: Plattform für Compliance-bezogene Diskussion und Entscheidungsfindung, die relevante Schlüsselfunktionen miteinbezieht
  • Schulungen und Bewusstseinsbildung: Gezielte Schulungen und zusätzliche Maßnahmen zur Aufklärung und um das Bewusstsein aufrecht zu erhalten
  • Programme und Tools: Umfassende Compliance-Programme und unterstützende Tools, die zur internen Kontrolle und zur Unternehmensführung beitragen, beispielsweise das „Third-Party Risk Management“
  • Monitoring und Berichterstattung: Analyse von Compliance-bezogenen Daten; Durchführung interner und externer Berichterstattung
  • Fallmanagement: Rechtzeitige Reaktion auf Fehlverhalten und Umsetzung von Korrekturmaßnahmen
  • Kontinuierliche Verbesserung: Basierend auf und anwendbar auf alle Compliance-Programm-Elemente

Wir überprüfen unser Compliance-Portfolio regelmäßig und aktualisieren unsere Initiativen und Programme, wenn nötig. Dabei berücksichtigen wir neue Anforderungen ebenso wie interne und externe Risiken: Diese ergeben sich beispielsweise, wenn maßgebliche Gesetze oder Branchenstandards angepasst werden oder wenn sich anderweitige Veränderungen auf unser Unternehmen auswirken. Regelmäßig betreiben wir gezielte Kommunikation und tauschen uns über aktuelle Compliance-Angelegenheiten, Trends und Ziele aus – intern mit unserer Compliance-Organisation und extern mit unseren und Geschäftspartnern. Ein besonderes Augenmerk gilt unseren Mitarbeitern: Wir stellen sicher, dass sie auf geeignete Ressourcen zurückgreifen können und dass sie die nötigen Fähigkeiten besitzen; zudem sorgen wir für klare Rollen und Verantwortlichkeiten. Auch legen wir Ziele fest, die auf das Feedback unserer Mitarbeiter abgestimmt sind. Darüber hinaus gewährleisten wir, dass unsere Organisationsstruktur immer auf dem neuesten Stand ist und für unsere geschäftlichen Anforderungen geeignet.

Unser Group Compliance Officer berichtet der Geschäftsleitung und den Aufsichtsorganen mindestens alle sechs Monate über den Status unserer Compliance-Aktivitäten, mögliche Risiken und schwerwiegende Verstöße. Wir stellen im Zuge unserer Berichtstätigkeit jährlich einen umfassenden Compliance- und Datenschutzbericht für die Geschäftsleitung zusammen. Darin informieren wir über den Stand unseres Compliance-Programms, anhaltende Verbesserungsinitiativen und Kennzahlen zu Compliance- und Datenschutzfällen. Zur Jahresmitte erscheint darüber hinaus ein Zwischenbericht, in dem wir über aktuelle Entwicklungen und den Status relevanter Projekte und Initiativen berichten.

Unserem Group Compliance Officer sind weltweit rund 95 Compliance Officer und Compliance-Fachkräfte unterstellt. Die Compliance Officer setzen unser Compliance-Programm innerhalb ihrer jeweiligen Verantwortungsbereiche um – mit nötigen lokalen Anpassungen, falls gesetzlich vorgeschrieben. Angeleitet werden sie von unserem Group Compliance Center of Expertise. Dieses zentrale Gremium gestaltet unser Compliance-Programm in sämtlichen Unternehmensbereichen und Konzernfunktionen und entwickelt es zudem weiter.

Ein Bestandteil des Group Compliance Center of Expertise ist unser weltweites Team für die Koordination der Transparenzberichterstattung. Es ist für die Integration aktueller und künftiger Transparenzvorschriften im Gesundheitswesen verantwortlich. Dazu gehören beispielsweise die Vorgaben des Europäischen Pharmaverbands (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations, EFPIA) und des US-amerikanischen Gesetzes über die Zusammenarbeit zwischen der Pharmaindustrie und Gesundheitsdienstleistern (United States Physician Payments ).

Weitere Informationen zu unseren Aktivitäten im Bereich Healthcare Governance und Compliance finden Sie im Kapitel Verantwortungsvolle Interaktionen im Gesundheitswesen.

Integration erworbener Unternehmen in unser Compliance-System

Die Einführung unseres Compliance-Programms bei Versum Materials ist abgeschlossen. Bisherige Versum-Materials-Einheiten und -Standorte werden teilweise gesondert aufgeführt, um spezifische Anforderungen aufzugreifen. Bezüglich der weiteren Entwicklung des Compliance-Programms in unserem Unternehmen sind sie nun jedoch Teil unseres Unternehmensbereichs Performance Materials. Im Jahr 2021 werden wir zwei funktionsabhängige E-Learning-Schulungskurse für ehemalige Versum-Materials-Mitarbeiter anbieten. Diese Programme – zu globalen Antikorruptionsstandards und zum Verständnis des weltweiten Kartell- und Wettbewerbsrechts – ergänzen die Schulung zum Merck-Verhaltenskodex, die sie bereits absolvierten.
Seit 2020 sind Versum Materials und Intermolecular Teil des jährlichen Auditplanungsprozesses von unserer Konzernfunktion „Group Internal Auditing“. Im Januar 2020 führten wir für Versum Materials ein „Post Day 1 Audit“ (Prüfung nach Tag eins) durch. Im Oktober 2020 fand ein „Integration 12 months post Day 1 Audit“ (Prüfung der Integration zwölf Monate nach Tag eins) statt. Weitere Audits, etwa von Versum Materials Korea oder Intermolecular, sind Bestandteil des internen Auditplans 2021, den unsere Geschäftsleitung genehmigt hat.

Wozu wir uns verpflichten: Richtlinien und Standards

Unser Compliance-Programm baut auf unseren Werten auf. Es integriert diese in unser Compliance-Rahmenwerk. Darin enthalten sind konzernweite Richtlinien und Verfahren für das unternehmerische Handeln, die für alle Mitarbeiter bindend sind:

  • Der Merck-Verhaltenskodex unterstützt unsere Mitarbeiter dabei, ethisch einwandfrei zu handeln – gesetzeskonform und im Einklang mit unseren Werten. Er steht allen Mitarbeitern weltweit in 22 Sprachen zur Verfügung.
  • Unsere Menschenrechtscharta ergänzt den Verhaltenskodex durch weltweit anerkannte Menschenrechtsgrundsätze.
  • Laut unserer Antikorruptionsrichtlinie (Anti-Corruption Policy) müssen alle geschäftlichen Aktivitäten in Übereinstimmung mit rechtsverbindlichen Antikorruptionsvorgaben stehen. Jede Form von Bestechung ist strikt untersagt.
  • Unsere Konzernrichtlinie zur Geldwäscheprävention (Money Laundering Prevention Policy) definiert und beschreibt konzernweite Prozesse und Sicherheitsvorkehrungen. Sie sollen unser Unternehmen davor schützen, von Dritten zu Geldwäschezwecken missbraucht zu werden.
  • Unsere konzernweite Richtlinie für das Kartell- und Wettbewerbsrecht (Antitrust and Competition Law Policy) gibt vor, dass sämtliche Geschäftstätigkeiten im gesamten Konzern stets im Einklang mit geltenden Wettbewerbsvorgaben auszuüben sind. Wir erkennen die Bedeutung eines fairen Wettbewerbs an und erwarten dies auch von Vertragspartnern, die in unserem Auftrag handeln.
  • Unsere Richtlinie über Compliance-Berichterstattung und die Untersuchung von Vorfällen (Compliance Reporting and Investigation Policy) regelt die wesentlichen Schritte interner Compliance-Untersuchungen. Die Richtlinie soll eine angemessene, rechtzeitige und umfassende Antwort auf Compliance-bezogene Berichte über mutmaßliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit internen oder externen Richtlinien und Vorschriften gewährleisten.
  • Mit unseren neuen ethischen Leitsätzen für das Gesundheitswesen (Healthcare Ethical Guiding Principles) geben wir unseren Mitarbeitern im Unternehmensbereich Healthcare Orientierungshilfen für ethische Entscheidungen und Aktivitäten. Dabei werden die besonderen Herausforderungen und Aufgaben des Bereichs berücksichtigt. Nähere Informationen finden sich im Kapitel Verantwortungsvolle Interaktionen im Gesundheitswesen.
  • Kernprinzipien für den Umgang mit unseren Partnern im Gesundheitswesen sind in unserem „Pharma Code“ für verschreibungspflichtige Medikamente sowie in den zugrunde liegenden Richtlinien und zusätzlichen Leitfäden festgelegt.
  • Unser neuer Standard für lokale Compliance-Standards (Standard on Local Compliance Standards) führt einen Prüf- und Genehmigungsprozess für örtliche Governance-Dokumente in Bereichen ein, für die unsere Konzernfunktion „Group Compliance“ verantwortlich ist. Das ermöglicht einen einheitlichen Ansatz. Gleichzeitig bleiben wir flexibel genug, um strengere oder konkretere Anforderungen und Bedürfnisse auf lokaler Ebene zu berücksichtigen. Unsere Teams vor Ort können sich so an unsere Compliance-Grundsätze und -Empfehlungen halten und gleichzeitig spezifische lokale Richtlinien oder Verfahren einführen, die örtlichen Regulierungen entsprechen.

Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf unsere Compliance-Mechanismen

Aufgrund von Reisebeschränkungen und zum Schutz unserer Mitarbeiter mussten wir Audits von Darmstadt aus durchführen. Die Audits wurden entweder verschoben oder so angepasst, dass eine Durchführung von Darmstadt aus möglich war.

Die Zahl der virtuellen Besprechungen unserer Mitarbeiter nahm im Zuge der Pandemie deutlich zu. Damit einher ging auch eine zunehmende, Compliance-bezogene Komplexität – in Bezug auf Datenschutz und die Vorgaben der IFPMA, der EFPIA sowie der lokalen Branchenstandards der Pharmaindustrie. Um internationale und örtliche Vorschriften in der sich schnell verändernden virtuellen Umgebung einzuhalten, reagieren wir mit geeigneten Hinweisen dazu; unsere Anforderungen und Vorgehensweisen passen wir entsprechend an.

Zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie trugen wir bei, indem wir weltweit Schutzausrüstung für das Gesundheitswesen und an Organisationen in anderen Bereichen spendeten. Um sicherzustellen, dass Spenden dieser Art mit unseren Compliance-Grundsätzen sowie mit internationalen und lokalen Standards und Vorschriften vereinbar sind, legten wir konzernweite Prozesse und Anforderungen fest.

Risikobewertung

Ein geeignetes Compliance-Risikomanagement ist unerlässlich, um unerkannte Risiken zu entdecken und unser Unternehmen nachhaltig zu schützen. Hierzu dient unser 2019 eingeführter, branchenübergreifender Prozess für die Steuerung von Compliance-Risiken. Dieser „Compliance Risk Reporting & Self-Monitoring Process“ besteht aus zwei Elementen: Mit „Compliance Risk Reporting“ (Meldung von Compliance-Risiken) werden die Compliance-Risiken bewertet. Die Risikobewertung obliegt dem Compliance Officer, der die finanzielle Schadenshöhe ermittelt und beurteilt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Risiko eintritt. Zunächst wird das Bruttorisiko beurteilt, gefolgt von der Bewertung des Nettorisikos. Mit dem Element „Self-Monitoring“ (Eigenkontrolle) können wir die Wirksamkeit unseres Compliance-Programms in einem Unternehmensbereich überprüfen. Der jeweilige einer Gesellschaft beziehungsweise der Business Head einer Abteilung muss dabei spezifische risikomindernde Kontrollen beurteilen – mithilfe einer Zustimmungsskala von „stimme voll und ganz zu“ bis „stimme überhaupt nicht zu“.

Nach Abschluss des ersten Zyklus im Vorjahr befassten wir uns im Jahr 2020 mit den festgestellten Hauptrisiken. Dabei führten wir verschiedene Analysen und gezielte Folgeaktivitäten zur Risikominderung durch. Darüber hinaus begannen wir mit branchenspezifischen Risikobewertungen: Diese zeigen spezifische Geschäftsbereichsrisiken auf und verfolgen einen gezielten Ansatz zur Risikominderung, mit dem wir unser Compliance-Programm kontinuierlich anpassen können.

Unser Umgang mit Interessenkonflikten

Wir nehmen jeden möglichen Interessenkonflikt ernst. Ein solcher liegt vor, wenn das fachliche Urteil eines Mitarbeiters im Widerspruch zu seinen persönlichen Interessen stehen könnte. Unsere Mitarbeiter müssen solche Situationen unbedingt vermeiden. Außerdem sollen sie ihrem Vorgesetzten etwaige Interessenkonflikte melden und solche Meldungen dokumentieren. Interessenkonflikte werden in der Regel direkt zwischen dem beteiligten Mitarbeiter und seinem Vorgesetzten geklärt. Sie können aber auch an HR oder andere einschlägige Funktionen weitergeleitet werden.

Um den bestehenden Prozess weiter zu verbessern, führten wir 2020 neben einer neuen Richtlinie und einem neuen Verfahren auch ein neues Tool ein: Dieses soll potenzielle Interessenkonflikte transparent dokumentieren, einschließlich der getroffenen Entscheidungen und Maßnahmen zur Minderung des Konflikts.

Wie im Geschäftsbericht unter „Vermeidung von Interessenkonflikten“ beschrieben, sind die Mitglieder der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats ausschließlich dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie verfolgen weder persönliche Interessen noch gewähren sie Dritten ungerechtfertigte Vorteile.

Management von und Anforderungen an unsere Geschäftspartner

Compliance-Management darf nicht an den eigenen Unternehmenstoren haltmachen, wenn es wirksam sein soll. Während es beim Lieferantenmanagement um das regelkonforme Handeln der Zulieferer geht, regelt der weltweite Risikomanagementprozess für externe Partner (Third Partner Risk Management) den Umgang mit vertriebsnahen Geschäftspartnern wie Handelsvertretern, Distributoren und Großhändlern. Wir erwarten von unseren Geschäftspartnern weltweit, dass sie unsere Compliance-Grundsätze einhalten. Wir gehen Geschäftsbeziehungen nur mit Partnern ein, die sich dazu verpflichten, rechtskonform zu handeln, jegliche Form der Bestechung abzulehnen und Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien zu befolgen.

Bei der Auswahl unserer Geschäftspartner verfolgen wir einen risikobasierten Ansatz. Je größer das geschätzte Risiko in Bezug auf ein bestimmtes Land, eine bestimmte Region oder eine bestimmte Art von Dienstleistung, umso eingehender prüfen wir das Unternehmen, bevor wir eine Geschäftsbeziehung eingehen. Zudem untersuchen wir Hintergrundinformationen aus verschiedenen Datenbanken sowie Informationen, die uns unsere Geschäftspartner übermitteln.

Stoßen wir auf Compliance-bezogene Bedenken, analysieren wir die vorhandenen nachteiligen Informationen weitergehend. Je nach Ergebnis entscheiden wir, ob wir den potenziellen Geschäftspartner ablehnen, Bedingungen zur Minderung der identifizierten Risiken stellen oder die bestehende Beziehung beenden.

Compliance-Foren

In diesem Jahr richtete Group Compliance eine eigene Plattform für lokale Compliance-Foren oder -Komitees ein. Damit stärkte die Funktion das Compliance-bezogene Bewusstsein und stieß entsprechende Diskussionen an. Über diese Plattform können neue Entwicklungen erörtert und bestimmte Angelegenheiten abgestimmt werden. So können wir unternehmensweit einen hohen Compliance-Standard aufrechterhalten. Gleichzeitig ermöglichen die Plattformen, agil zu bleiben, wenn neue geschäftliche und Compliance-bezogene Herausforderungen auftreten. Group Compliance entwickelte diese Plattformen mithilfe eines strukturierten methodischen Rahmens, um weltweit Konsistenz und Ergänzungen zu fördern und unsere Risikoabsicherung weiter zu stärken. Jedes lokale Forum leistet einen Beitrag zu unserem einheitlichen Compliance-Ansatz und ist flexibel genug, um auf die örtlichen branchenspezifischen Bedürfnisse einzugehen.

Schulungen zu Compliance-Themen

Wir bieten regelmäßige Compliance-Schulungen als Präsenzveranstaltungen und Online-Kurse an. Sie behandeln die Themen Verhaltenskodex, Antikorruption, Kartellrecht, Datenschutz sowie Compliance im Gesundheitswesen. Je nach Risikostatus fordern wir Mitarbeiter auf, an diesen Schulungen teilzunehmen. An manchen Schulungen nehmen außerdem Auftragnehmer und Zeitarbeitskräfte (beispielsweise Leiharbeiter) teil.

Im Jahr 2020 führten wir zwei neue verpflichtende E-Learning-Kurse ein. Die Kurse richten sich an alle relevanten Mitarbeiter. Wir starteten eine aktualisierte Version unserer E-Learning-Schulung zur Korruptionsbekämpfung in 13 Sprachen. 28.805 Mitarbeiter absolvierten die Schulung im Berichtszeitraum. Darüber hinaus führten wir einen in acht Sprachen verfügbaren neuen E-Learning-Kurs zur Geldwäscheprävention ein. Die endgültige Einführung erfolgte im November 2020. Im Jahr 2020 nahmen 12.829 Mitarbeiter an der Schulung teil.

Um unseren Beschäftigten den Zugriff zu erleichtern, stellten wir im September 2020 auf eine konzernweite Lernmanagement-Plattform um.

Wir aktualisieren den Schulungsplan fortlaufend und passen ihn an neue Entwicklungen an. So bilden wir unsere Mitarbeiter kontinuierlich zu bestehenden und neuen Compliance-Anforderungen, -Richtlinien und -Projekten weiter.

Compliance-Monitoring und Berichtsaktivitäten

Im Jahr 2020 konnten wir unsere Monitoring- und Berichtsaktivitäten weiter verbessern. Da wir im Bereich Compliance über verschiedene Tools verfügen, konzentrierten wir uns darauf, eine einzige Plattform aufzubauen, die alle maßgeblichen Informationen (KPIs und Kennzahlen für Trendanalysen) aus den verschiedenen Tools anzeigt. Somit stießen wir ein neues Governance und Monitoring Projekt an, welches eine effizientere Überwachung von Compliance-bezogenen KPIs und Kennzahlen gewährleistet.

Melden möglicher Compliance-Verstöße

Wir halten alle Mitarbeiter weltweit dazu an, mögliche Compliance-Verstöße zu melden – ihrem Vorgesetzten, der Rechts- oder Personalabteilung oder anderen relevanten Abteilungen. Weltweit können sie außerdem kostenlos, anonym und in ihrer lokalen Sprache unser zentrales Meldesystem „SpeakUp Line“ nutzen, um so per Telefon oder per Internet Verstöße anzuzeigen. Unsere Einheit „Compliance Investigations and Case Management“ prüft Meldungen über mögliche Compliance-Verstöße, die über die „SpeakUp Line“ eingehen. Fälle mit einem bestimmten Risikoprofil werden dem „Compliance Case Committee“ vorgestellt. Dieses Komitee besteht aus leitenden Vertretern der Bereiche Compliance, Konzernsicherheit, Datenschutz, Personal, Interne Revision und Recht.

Unter anderem bewertet und klassifiziert das Komitee ethische Fragestellungen, untersucht deren Hintergründe und ergreift geeignete Maßnahmen zu ihrer Lösung. Basierend auf dem Untersuchungsergebnis und den Empfehlungen des Compliance-Investigation-Teams oder des Compliance-Case-Komitees können gegen Mitarbeiter, die einen Compliance-Verstoß begangen haben, geeignete disziplinarische Maßnahmen ergriffen werden. Stellen wir bei der Untersuchung tieferliegende Ursachen fest, die zu weiteren Compliance-Verstößen führen könnten, ergreifen wir Maßnahmen zur Korrektur oder Prävention.

Auch Externe können die „SpeakUp Line“ nutzen. Der Abschnitt „Compliance und Ethik“ auf unserer Website enthält die relevanten Details. Wir bündeln dort wichtige Informationen zu Compliance-Themen – etwa unsere Werte, unseren Verhaltenskodex sowie Angaben zu Transparenz und Datenschutz.

Sowohl die Zahl der Meldungen, die einen möglichen Compliance-Verstoß vermuten ließen, als auch die Zahl tatsächlicher Compliance-Fälle blieb im Vergleich zum vergangenen Jahr stabil. 2020 erhielten wir 81 Compliance-relevante Meldungen über die „SpeakUp Line“ und andere Informationskanäle, die eine entsprechende Untersuchung des Sachverhalts auslösten. In 41 Fällen bestätigte sich, dass gegen die Prinzipien des Verhaltenskodex beziehungsweise andere interne oder externe Richtlinien verstoßen worden war.

Compliance-Audits

Unsere Konzernfunktion „Group Internal Auditing“ prüft bei betrieblichen Audits regelmäßig relevante Compliance-Sachverhalte an unseren Standorten. So stellt sie fest, wie wirkungsvoll die jeweiligen Compliance-Richtlinien, -Prozesse und -Strukturen sind. Zusätzlich ermittelt „Group Internal Auditing“, ob es Verstöße gegen unseren Verhaltenskodex oder die Antikorruptionsrichtlinie gibt, und überprüft die Arbeitsplatzanforderungen gemäß unserer Menschenrechtscharta.

Ziel unserer Auditplanung ist eine umfassende Risikoabsicherung durch eine bestmögliche Auditabdeckung unserer Prozesse. Der jährliche Auditplanungsprozess ist risikobasiert. Er bezieht Kennzahlen wie den Umsatz, die Mitarbeiterzahl, systematisches Feedback relevanter Stakeholder und den Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) der Nichtregierungsorganisation Transparency International ein. Für den Fall, dass sich aus der Prüfung Empfehlungen für Verbesserungsmaßnahmen ergeben, verfolgt die Abteilung „Group Internal Auditing“ diese Maßnahmen systematisch nach und kontrolliert ihre Umsetzung. Im Jahr 2020 führten wir 52 Audits zu korruptionsbezogenen Risiken durch.

Allianz für Integrität

Wir sind Mitglied des Steuerungskreises der Alliance for Integrity (Allianz für Integrität). Die Initiative wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN) und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) ins Leben gerufen. Sie setzt sich für eine korruptionsfreie Geschäftstätigkeit in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen ein. Dabei konzentriert sich die Initiative auf Aktivitäten in Lateinamerika, in asiatischen Ländern (insbesondere Indien und Indonesien) sowie in Ghana. Der Steuerungskreis steht an der Spitze des Entscheidungsprozesses und entwickelt Maßnahmen für diese Länder. Lokale „Advisory Groups“ begleiten die Umsetzung auf Landesebene.

Auch unsere Compliance-Organisationen vor Ort arbeiten in diesen Gruppen mit und bieten Schulungen für kleinere und mittlere Unternehmen an. Darüber hinaus unterstützen wir die Allianz für Integrität mit verschiedenen kontinuierlichen Maßnahmen: Wir veranstalten Business-to-Business-Workshops sowie Schulungen und tauschen Best-Practice-Beispiele dazu aus, wie man wirkungsvolle Systeme zur Korruptionsprävention entwickelt und umsetzt.

Stakeholder-Dialoge

Im Jahr 2020 führten wir Stakeholder-Dialoge hauptsächlich im Rahmen unserer Verbandsmitgliedschaften. Unter anderem sind wir Mitglied des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), des Deutschen Instituts für Compliance (DICO), des Europäischen Pharmaverbands (European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations, EFPIA), des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA), des Internationalen Verbands der pharmazeutischen Industrie (International Federation of Pharmaceutical Manufacturers and Associations, IFPMA), der Allianz für Integrität, des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und der Internationalen Vereinigung der Datenschutzbeauftragten (International Association of Privacy Professionals, IAPP).

Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.
Sunshine Act
Die Sunshine Provisions des Patient Protection and Affordable Care Act haben zum Ziel, transparentere Beziehungen zwischen Herstellern von Medikamenten, medizinischen Geräten und Hilfsmitteln einerseits und Ärzten sowie Lehrkrankenhäusern andererseits zu schaffen.
Managing Director
Ein Managing Director bei Merck ist dafür verantwortlich, dass seine Tochtergesellschaft einschließlich der F&E- und Produktionszentren alle Gesetze und Vorschriften einhält, die für sein Geschäft gelten, einschließlich der Richtlinien von Merck.