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Menschenrechte

Als internationaler Konzern tragen wir die Verantwortung, Menschenrechte weltweit in unserem Einflussbereich zu achten und dafür zu sorgen, dass unsere Geschäftstätigkeit sie nicht verletzt. Die Einhaltung der Menschenrechte ist für uns unverzichtbar und nicht verhandelbar – deshalb erwarten wir auch von unseren Geschäftspartnern, die Achtung der Menschenrechte zu gewährleisten. Indem wir unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nachkommen, erfüllen wir einerseits unsere gesellschaftliche Verantwortung und sichern uns soziale Akzeptanz. Andererseits bleiben wir auch langfristig wettbewerbsfähig.

Unser Ansatz für menschenrechtliche Sorgfalt

Wir bekennen uns dazu, Menschenrechte zu achten. Deshalb traten wir bereits im Jahr 2005 dem Global Compact der Vereinten Nationen bei. Das Risiko von Menschenrechtsverletzungen wollen wir sowohl an unseren eigenen Standorten als auch innerhalb der gesamten Lieferkette weitestmöglich reduzieren. Menschenrechtliche Sorgfalt binden wir daher immer stärker in unsere Geschäftsprozesse ein.

Unser Ansatz für menschenrechtliche Sorgfaltspflicht umfasst sechs Bausteine.

Unser menschenrechtlicher Sorgfaltsprozess

Unser menschenrechtlicher Sorgfaltsprozess (Graphic)

Wir sehen die menschenrechtliche Sorgfalt als kontinuierlichen Prozess an, den wir stetig anpassen und verbessern. Regulatorische Entwicklungen verfolgen wir aufmerksam – beispielsweise den Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) der deutschen Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien sowie die geplante EU-Richtlinie zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Solche Regulierungen veranlassen uns, unseren Ansatz zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht fortlaufend auf den Prüfstand zu stellen.

Wie wir die Achtung der Menschenrechte verankern

Wir haben klare Zuständigkeiten definiert, um die Achtung der Menschenrechte in unserem Einflussbereich zu gewährleisten.

Die übergeordnete Verantwortung für Menschenrechte liegt bei unserer Geschäftsleitung. Diese fordert deren Einhaltung verbindlich von unseren ein.

Alle Aktivitäten und Prozesse zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht koordiniert konzernweit unsere Einheit „Group Corporate Sustainability“. Konkreten Handlungsbedarf, Fortschritte und Maßnahmen bespricht das „Corporate Sustainability Committee“ regelmäßig in seinen Sitzungen. Die Themenverantwortlichen in den jeweiligen Konzernfunktionen, Unternehmensbereichen und lokalen Einheiten setzen die beschlossenen Maßnahmen um.

Die bereichsübergreifende „Human Rights Working Group“ entwickelt funktionsübergreifende Maßnahmen, mit denen wir unserer Verantwortung zur Achtung der Menschenrechte nachkommen. Die Gruppe kommt drei- bis viermal im Jahr zusammen. Im Berichtsjahr hat sie interne Fokusfelder definiert, die auf unserem Ansatz für menschenrechtliche Sorgfalt aufbauen. Innerhalb dieser Fokusfelder werden wir risikobasiert weitere Maßnahmen umsetzen, um menschenrechtliche Sorgfaltspflichten besser zu erfüllen.

Innerhalb des Deutschen Global Compact Netzwerks sind wir Mitglied der „Business & Human Rights Peer Learning Group“. In diesem Arbeitskreis tauschen wir uns mit anderen Unternehmen über Herausforderungen, aktuelle Fragestellungen, Erfahrungen und erfolgreiche Ansätze bei der Ausübung menschenrechtlicher Sorgfalt aus.

Wozu wir uns verpflichten: Leitprinzipien, Charta und Gesetze

Unsere Merck-Menschenrechtscharta orientiert sich an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Sie ist unsere übergeordnete Richtlinie für Menschenrechte und definiert die menschenrechtlichen Anforderungen unseres Unternehmens. Wir erwarten von allen unseren Mitarbeitern sowie von unseren Lieferanten und Geschäftspartnern, dass sie diese Charta einhalten.

Die Charta verknüpft und ergänzt unsere bestehenden Vorschriften und Richtlinien, die einen Bezug zu Menschenrechten haben: Dazu gehören beispielsweise unser Verhaltenskodex, die „Social and Labor Standards Policy“, die EHS-Policy („Corporate Environment, Health and Safety Policy“), die „Responsible Sourcing Principles“ sowie die „Charta on Access to Health in Developing Countries“. Unsere Standards decken ein breites Spektrum an Themen ab, die mit Menschenrechten zusammenhängen: Dazu gehören beispielsweise Produktsicherheit, Arbeitsschutz und -sicherheit, Chancengleichheit, faire Vergütung, Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen sowie der Ausschluss von Kinder- und Zwangsarbeit.

Im Berichtsjahr haben wir menschenrechtliche Aspekte auch in unseren „Site Standard“ eingearbeitet. Damit wollen wir sicherstellen, dass diese Aspekte beispielsweise auch in die Auswahl von Sicherheitsdienstleistern einfließen.

Darüber hinaus entwickelten wir 2020 eine „Konfliktmineralien-Charta“. Diese regelt die verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien aus Konflikt- und Hochrisikogebieten.

Tatsächliche und potenzielle Auswirkungen auf die Menschenrechte identifizieren

Um mögliche Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit und unserer Geschäftsbeziehungen auf Menschenrechte zu verstehen, führen wir Risikoanalysen durch. Wir untersuchen menschenrechtliche Risiken beispielsweise an unseren Standorten oder bei der Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen. Die folgenden Risikoanalysen ermöglichen es uns, entsprechende Strategien und Maßnahmen abzuleiten:

Im Rahmen unseres konzernweiten Prozesses „Compliance Risk Reporting & Self-Monitoring“ betrachten und bewerten wir Compliance-Risiken, wozu seit 2019 auch menschenrechtliche Themen zählen. 2020 zeigten die konzernweit konsolidierten Ergebnisse ein geringes Risiko für die Missachtung von Menschenrechten.

Auch in unserem Risikoprozess für strategische Lieferanten erfassen wir menschenrechtliche Risiken. Wir planen, die Risikobewertung bei der Auswahl neuer Lieferanten hinsichtlich moderner Sklaverei zu erweitern.

Aktuell entwickeln wir einen neuen Ansatz, mit dem wir identifizieren wollen, ob unsere externen Arbeitskräfte gefährdet sind. Damit gehen wir über unser Pilotprojekt aus dem Jahr 2019 hinaus. Darin hatten wir konzernweit analysiert, unter welchen Bedingungen externe Arbeitskräfte vor allem in den Hochrisikoländern China, Vietnam und den Philippinen arbeiten.

Auch beim Einsatz von neuen Technologien tragen wir Verantwortung und kommen unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nach. Derzeit verschaffen wir uns einen Überblick, welche Technologien wir im Unternehmen einsetzen. Wir evaluieren, welche menschenrechtlichen Risiken gegebenenfalls mit ihnen einhergehen.

Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte

Überprüfung unserer Lieferanten und Standorte

Durch interne Audits überprüfen wir, ob die Arbeitsplatzanforderungen unserer Menschenrechtscharta an unseren Standorten eingehalten werden. Weitere Informationen finden sich im Compliance-Management-Kapitel.

Zusätzlich überprüfen wir seit 2019 Menschenrechtsaspekte an unseren Standorten durch „Site Security Risk Assessments“. Ab 2021 werden sie als „Security Audits“ weiter formalisiert und in regelmäßigen Abständen gemäß Auditplan umgesetzt. Die Audits gehören als zentraler Bestandteil zum Kontrollmechanismus unseres „Security Governance Frameworks“. Aus den Ergebnissen leiten wir entsprechende Maßnahmen ab. Damit sorgen wir dafür, dass unsere Standorte sicherheitsrelevante Menschenrechtsaspekte erfüllen.

Ob unsere strategischen Lieferanten die Menschenrechte einhalten, prüfen wir durch die Initiative „Together for Sustainablity“ (TfS). Bei ausgewählten Lieferanten führen wir eigene Nachhaltigkeitsaudits durch. Unsere Lieferantenbewertungs- und Audit-Prozesse werden wir regelmäßig überprüfen, um moderne Sklaverei und Menschenhandel zu verhindern. Dazu erarbeiten wir mit unseren Lieferanten langfristige Maßnahmen.

Menschenrechte und Investitionsentscheidungen

Bei Projekten, die eine bestimmte Investitionshöhe überschreiten, entscheidet das Investment-Komitee über die Freigabe der Investition. Das Komitee bewertet bei solchen Projekten unter anderem Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekte. Darüber hinaus ist für uns bei Investitionsentscheidungen der Merck-Verhaltenskodex verpflichtend. Wir arbeiten daran, Menschenrechtsthemen noch stärker in den Entscheidungsprozess zu integrieren.

Bewusstsein bei unseren Mitarbeitern schaffen

Um die Achtung der Menschenrechte im gesamten Unternehmen noch stärker zu verankern, bauen wir unsere interne Kommunikation und Bewusstseinsbildung über Menschenrechte und moderne Sklaverei aus.

Über einen Online-Kurs schulen wir unsere Managing Directors sowie Führungskräfte direkt unterhalb der Geschäftsleitung dazu, die Anforderungen unserer Menschenrechtscharta sowie unserer „Social and Labor Standards Policy“ in ihrem Verantwortungsbereich umzusetzen. Zudem erhalten alle neuen -Manager ein Training „EHS StartUp!“, das seit 2018 auch die Themen Menschenrechte und moderne Sklaverei abdeckt. Unseren Mitarbeitern stellen wir in unserem Intranet Informationen zu Menschenrechten zur Verfügung.

Schulungen unserer Lieferanten

Im Berichtsjahr führten wir eine TfS-Schulung in Asien durch. Wir luden unsere Mitarbeiter in der Beschaffung dazu ein, an verschiedenen Ecovadis-Webinaren teilzunehmen. Ein Teil der Schulung beschäftigt sich mit den TfS-Assessments und -Audits, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte ein wesentlicher Prüfbestandteil ist.

Zusätzlich sind wir dabei, mit TfS ein weltweites Trainingsprogramm für Einkäufer und Lieferanten zu entwickeln. Dieses soll Schulungen zu Menschenrechten umfassen.

Transparente Berichterstattung

Wir informieren die Öffentlichkeit mit verschiedenen Formaten über unsere Ansätze, Maßnahmen und Ergebnisse der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht. Jährlich berichten wir darüber in unserem Nachhaltigkeitsbericht. In Großbritannien sind wir zudem nach dem „UK Modern Slavery Act“ verpflichtet, Maßnahmen gegen Zwangsarbeit und Menschenhandel offenzulegen. 2020 veröffentlichten wir unser viertes „UK Modern Slavery Statement“. Die Erklärung wurde von unserer Geschäftsleitung verabschiedet und findet sich auf unserer Website.

Unsere Beschwerdemechanismen

Unsere „SpeakUp Line“ ist der wichtigste Beschwerdekanal über potenzielle Menschenrechtsverstöße. Unsere Mitarbeiter, aber auch alle externen können Verdachtsfälle in ihrer jeweiligen Landessprache melden: kostenlos und anonym, entweder per Telefon oder über eine webbasierte Anwendung. Allen eingegangenen Beschwerden gehen wir konsequent nach und ergreifen Gegenmaßnahmen, falls erforderlich. Im Berichtsjahr stellten wir keine Verstöße fest, weder zu Kinder- oder Zwangsarbeit noch bezüglich des Rechts auf Kollektivverhandlungen oder bezüglich der Vereinigungsfreiheit.

Managing Director
Ein Managing Director bei Merck ist dafür verantwortlich, dass seine Tochtergesellschaft einschließlich der F&E- und Produktionszentren alle Gesetze und Vorschriften einhält, die für sein Geschäft gelten, einschließlich der Richtlinien von Merck.
Security
Security (deutsch: Sicherheit) umfasst alle notwendigen Maßnahmen sowie Leitungs- und Kontrollaktivitäten zur Aufdeckung, Auswertung, Behandlung und Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und kriminellen Machenschaften gegenüber Unternehmen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter sowie unserer materiellen und immateriellen Vermögenswerte.
EHS
Environment, Health and Safety: Mit der Abkürzung werden Umweltmanagement, Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in Betrieben beschrieben.
Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.