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Ergebnisse

Unser Unternehmen bezieht zahlreiche Rohstoffe, Verpackungsmaterialien, technische Produkte, Komponenten und Dienstleistungen aus aller Welt. Unser Ziel ist es, die Stabilität der Lieferkette zu fördern und gleichzeitig unseren Kunden hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu bieten. Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass sie die in unseren „Grundsätzen für verantwortungsvolle Beschaffung“ geregelten ethischen, sozialen und rechtlichen Standards teilen und sich auch in ihren eigenen Lieferketten danach richten.

Unser Ansatz für eine nachhaltigere Lieferkette

Eines der Ziele unseres Lieferantenmanagements ist die Einhaltung grundlegender Umwelt- und Sozialstandards – neben hoher Qualität, zuverlässiger Lieferung und wettbewerbsfähigen Preisen. Zu diesem Zweck haben wir entsprechende Strategien, Prozesse und Richtlinien eingeführt. Diese verbessern wir kontinuierlich, um Verstößen gegen Lieferkettenstandards vorzubeugen. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wählen wir unsere Lieferanten anhand von verschiedenen Kriterien aus – wie Länder-, Material- oder Lieferantenrisiken sowie kritischen Auswirkungen auf unser Geschäft. So können unsere Mitarbeiter im Einkauf mögliche Maßnahmen zur Risikominderung für bestimmte Lieferanten ergreifen und Verbesserungen anregen.

Der Ansatz für unsere strategischen Lieferanten (welche circa 43 % unserer Gesamtausgaben ausmachen) zur Identifizierung, Überwachung und Bewertung von Risiken in der Lieferkette besteht aus vier Hauptelementen:

  1. Lieferantenrisikobewertung: zur Erfassung der übergreifenden Risiken auf Ebene des Lieferanten-Einzelunternehmens, einschließlich verschiedener Risikodomänen
  2. Warnsystem: zur Benachrichtigung unserer Procurement-Einheit, wenn bei einem unserer Lieferanten eine mögliche Störung droht
  3. Materialrisikobewertungen: zur Erfassung der Risiken jener Materialien, aus denen unsere wichtigsten Endprodukte bestehen
  4. Risk Response Tracker: zur Erarbeitung und Überwachung von Maßnahmen zur Risikominderung

Wir berechnen die Risikofaktoren für Lieferanten und Rohmaterialien, indem wir die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos mit den Risikoauswirkungen multiplizieren. Für die Lieferantenbewertung berücksichtigen wir 29 Risikoarten, unter anderem „wirtschaftliche Freiheit“, „soziale Unruhen“, „unfaire Geschäftspraktiken“ und „schlechte Arbeitspraktiken“. Außerdem nahmen wir Kriterien auf, um Lieferanten zu identifizieren, die von wichtigen Nachhaltigkeitsrisiken wie Mineralienbeschaffung oder Tierschutz betroffen sind.

Im Jahr 2020 weiteten wir dieses Programm auf zusätzliche Lieferanten aus. Zudem arbeiten wir daran, die Kriterien zu optimieren – und beziehen andere wichtige Themen ein, um eine umfassendere und noch solidere Bewertung zu erreichen. Bis Mitte des Jahres 2021 wollen wir dies umsetzen. Auch in der Covid-19-Pandemie stellte unser Einkaufsteam die Versorgung mit Rohstoffen, Leistungen und Fertigwaren erfolgreich sicher. Das war vor allem dank guter Beziehungen zu unseren Lieferanten möglich.

Gemäß der OECD-Richtlinie für die verantwortungsvolle Beschaffung von Mineralien aus Konflikt- und Hochrisikogebieten entwickelten wir einen unternehmensweiten -Prozess. Darin beziehen wir neue Maßnahmen ein und solche, die bereits in unseren Unternehmensbereichen integriert sind – und entwickeln sie weiter. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern unserer verschiedenen Unternehmensbereiche und Konzernfunktionen steuert diesen Prozess und setzt ihn um.

Wir sehen unseren Ansatz für Nachhaltigkeit entlang der Lieferkette als einen Prozess und arbeiten fortlaufend daran, unsere Richtlinien und Prozesse zu verbessern und weiterzuentwickeln. Dabei achten wir darauf, dass alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und bei Bedarf alle entsprechenden Maßnahmen in die Wege geleitet werden. In diesem Zusammenhang beobachten wir die Entwicklungen rund um ein mögliches Lieferkettengesetz genau und setzen uns mit den Anforderungen auseinander, die sich daraus ergeben können.

Informationen zu unseren Bemühungen, -Emissionen zu senken finden sich im Kapitel Klimaschutz.

Wie wir Nachhaltigkeitsstandards entlang der Lieferkette umsetzen

Dem konzernweiten Bereich „Group Procurement“ obliegt es, die Nachhaltigkeitsanforderungen in die relevanten Phasen unserer Beschaffungs- und Lieferantenmanagementprozesse zu integrieren. Bei diesem Bereich handelt es sich um eine weltweite Organisation mit direkter Verantwortung und Personal in den einkaufsrelevanten lokalen Tochtergesellschaften. Unser „Center of Excellence for Supply (Kompetenzzentrum für Lieferkettensicherheit) koordiniert die entsprechenden Maßnahmen. Diese sind beispielsweise die Aktualisierung unserer Richtlinien, die Überprüfung von Prozessen und die Koordination unserer Beteiligung an externen Initiativen. Einkaufsmitarbeiter, die für die Auswahl und Beauftragung von Lieferanten zuständig sind, informieren wir regelmäßig – durch interne Kommunikationskanäle und Schulungen über unsere Richtlinien, Nachhaltigkeitsanforderungen und Neuerungen.

Im Berichtsjahr führten wir eine TfS-Schulung in Asien durch. Wir luden unsere Mitarbeiter aus der Beschaffung dazu ein, an verschiedenen EcoVadis-Webinaren teilzunehmen. Ein Teil der Schulungen beschäftigt sich mit den TfS-Assessments und TfS-Audits. Zusätzlich entwickeln wir mit TfS ein weltweites Trainingsprogramm für Einkäufer und Lieferanten.

Wozu wir uns verpflichten: Richtlinien und Standards

Wir erwarten von allen Lieferanten und Dienstleistern, dass sie Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Diese Standards ergeben sich vor allem aus den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und dem Global Compact der Vereinten Nationen.

Darüber hinaus unterstützen wir die Compliance-Initiative des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und sind Unterzeichner des BME-Verhaltenskodex. Dieser Kodex enthält insbesondere Regelungen zur Bekämpfung von Korruption, Kartellbildung und Kinderarbeit, zur Wahrung der Menschenrechte, zum Schutz von Umwelt und Gesundheit sowie zur Förderung fairer Arbeitsbedingungen.

Wir sind bestrebt, unsere Geschäftstätigkeit im Einklang mit Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards sowie unter Einhaltung der Menschenrechte auszuüben. Darüber hinaus halten wir uns an die Standards unseres Verhaltenskodex und unserer Menschenrechtscharta. Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass sie die in unseren „Responsible Sourcing Principles“ festgelegten Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards einhalten und deren Einhaltung auch bei ihren Zulieferern sicherstellen.

Der Abbau und Handel, die Verarbeitung und der Export von Mineralien aus Konflikt- und Hochrisikogebieten („CAHRAs“: Conflict-Affected and High-Risk Areas) können Risiken mit erheblichen negativen Auswirkungen bergen. Dessen sind wir uns bewusst. Wir stehen in der Verantwortung, Menschenrechte zu achten und zu schützen und nicht zu Konflikten beizutragen. Deshalb verabschiedeten wir 2020 unsere „Responsible Minerals Sourcing Charter“, mit der wir uns zur verantwortungsvollen Beschaffung von Mineralien aus CAHRAs verpflichten. Sie ergänzt die Anforderungen, die in unseren „Responsible Sourcing Principles“ festgelegt sind. In den Mittelpunkt stellt die neue Charta Mineralien wie Zinn, Wolfram, Tantal und Gold (die sogenannten 3TGs) und Kobalt, die in CAHRAs abgebaut werden. Außerdem deckt sie Risiken ab, die in Verbindung mit CAHRAs in anderen Lieferketten stehen und die wir im Zuge unserer internen Risikobewertungsprozesse ermitteln. Die Charta gilt weltweit für alle Einheiten und Tochtergesellschaften unseres Konzerns, alle unsere Mitarbeiter sowie alle Dritten, die in unserem Auftrag tätig sind.

Weltweite Beschaffung

Der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die wir im Jahr 2020 von etwa 60.000 Lieferanten in fast 160 Ländern beschafften, belief sich auf rund 7,9 Mrd. €; gegenüber etwa 7,5 Mrd. € im Jahr 2019. Das entspricht einem Anstieg von 5 %. 27 % dieser Waren und Dienstleistungen (einschließlich F&E-Leistungen) bezogen wir von Lieferanten aus Nordamerika, 49 % von europäischen Zulieferern, 18 % von Lieferfirmen aus dem Asien-Pazifik-Raum, 1 % von Lieferanten des Mittleren Ostens und des afrikanischen Kontinents und 3 % von Zulieferern aus Lateinamerika.

Beschaffungsvolumen und Lieferanten nach Region – 20201

Beschaffungsvolumen und Lieferanten nach Region – 2020 (Graphic)
1) Aus Datenverarbeitungsgründen sind derzeit 3 % unseres Beschaffungsvolumens (1.196 Lieferanten) keiner Beschaffungsregion zugeordnet.

Wie wir unsere Lieferkette überprüfen

Um unsere Lieferanten zu überprüfen und die Einhaltung unserer Standards und Werte sicherzustellen, verfolgen wir eine Reihe unterschiedlicher Ansätze. Sie richten sich grundsätzlich nach dem Risikopotenzial, das sich aus den Faktoren Länderrisiko, Branchenrisiko und Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb ergibt.

  • Im Rahmen der von Unternehmen der chemischen Industrie ins Leben gerufenen Initiative Together for Sustainability (TfS) fordern wir unsere Lieferanten auf, sich anhand von Selbstauskünften oder Audits bewerten zu lassen. Wir sind seit 2014 Mitglied der TfS.
  • In ausgewählten Fällen führen wir bei Lieferanten eigene Nachhaltigkeitsaudits durch.
  • Bezüglich unserer Glimmer-Lieferkette beauftragen wir ein international tätiges Beratungsunternehmen mit der Durchführung von Audits; die indische Organisation IGEP übernimmt zusätzliche Kontrollen.

Lieferantenbewertungen und -audits durch TfS

Im Rahmen von TfS erfolgt die Bewertung der Lieferanten entweder anhand der bei Audits gewonnenen Informationen oder anhand von Selbstauskünften und öffentlich zugänglichen Informationen. Letztere stellt die unabhängige Rating-Agentur EcoVadis bereit. EcoVadis bewertet Zulieferer aus 160 Ländern und 200 Branchen in den Kategorien Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung. Die TfS-Mitgliedsunternehmen erhalten – unter Einhaltung aller kartellrechtlichen Bestimmungen – Einsicht in diese Ergebnisse. Der strategische Schwerpunkt der TfS-Aktivitäten liegt vor allem auf nachweisbaren Verbesserungen der Nachhaltigkeitsstandards von Lieferanten. Im Jahr 2020 führten wir unser neues strategisches Rahmenkonzept „Grow & Deliver“ ein, das die TfS-Aktivitäten für die nächsten fünf Jahre festlegt. Unser wichtigstes Ziel ist es, über das Messen und Überwachen hinauszugehen – und schließlich eine substanzielle, positive Wirkung in der chemischen Lieferkette zu erzielen.

Über die TfS-Initiative haben wir Zugriff auf gültige Bewertungen von mehr als 1.250 unserer Lieferanten. Im Jahr 2020 unterzogen sich 717 unserer Lieferanten einer Erst- oder Neubewertung. Teils haben wir diese angestoßen, teils andere TfS-Mitglieder.

TfS startete 2020 außerdem ein Pilotprojekt für einen ganzheitlicheren Audit-Prozess. Als Mitglied von TfS können wir neben den TfS-Audits auch die SQAS-, SMETA- und PSCI-Audits verwenden – die nun gleichwertig anerkannt werden.

Durchführung eigener Audits

Je nach geschäftlichen Anforderungen führen wir in ausgewählten Fällen kontinuierlich eigene Audits durch. Dabei gab es im Berichtszeitraum keine Hinweise auf Verstöße gegen das Recht auf Vereinigungsfreiheit beziehungsweise auf Kollektivverhandlungen. Zudem wurden keine Fälle von Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Pflichtarbeit festgestellt.

Vielfalt der Lieferanten

In den USA verfügen wir über ein spezielles Programm zum Thema Lieferantenvielfalt, um den regionalen Gesetzen zu entsprechen. Unser Schwerpunkt lag darauf, unser bestehendes Lieferantenfinder-Tool zu verbessern: Wir stellten es weiteren Einkäufern zur Verfügung – und können nun leichter mit verschiedenen Lieferanten in Kontakt treten und mögliche Aufträge vergeben. Außerdem arbeiten wir weiter an unseren internen Sensibilisierungskampagnen und Schulungen für unsere Einkäufer. Wir investieren in Tools, um unsere Datenbank kleiner und vielfältiger Lieferanten zu erweitern.

Botschafter für nachhaltigere Lieferketten

Seit seiner Veröffentlichung auf dem sozialen Netzwerk LinkedIn im Jahr 2019 entwickelte sich das durch die TfS initiierte „Bekenntnis zur nachhaltigen Beschaffung“ („Sustainable Procurement Pledge“), zu einer Plattform für den Wissensaustausch zwischen Einkaufsmitarbeitern, Wissenschaftlern und anderen . Bisher fanden dort verschiedene Online-Veranstaltungen zum Austausch von Best Practices statt. Unser Unternehmen nimmt aktiv am „Sustainable Procurement Pledge“ teil.

Due Diligence
Als Due Diligence wird eine mit „gebotener Sorgfalt“ vorgenommene Risikoprüfung bezeichnet.
Scope 3
Unter Scope 3 fallen Treibhausgasemissionen, die außerhalb unserer direkten Tätigkeiten entstehen, beispielsweise bei der Herstellung und dem Transport von Rohstoffen, Produkten sowie Abfällen oder durch die Geschäftsreisen von Mitarbeitern.
Security
Security (deutsch: Sicherheit) umfasst alle notwendigen Maßnahmen sowie Leitungs- und Kontrollaktivitäten zur Aufdeckung, Auswertung, Behandlung und Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und kriminellen Machenschaften gegenüber Unternehmen. Sie dienen dem Schutz der Mitarbeiter sowie unserer materiellen und immateriellen Vermögenswerte.
Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.