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Glimmer ist ein wichtiger Rohstoff für unsere Effektpigmente, die für Fahrzeug- und Industrielacke, für Kunststoffe sowie in der Kosmetik- und Lebensmittelindustrie eingesetzt werden. Den größten Teil unseres Glimmers beziehen wir aus Indien, insbesondere aus den nordöstlichen Bundesstaaten Jharkhand und Bihar. Diese Region leidet unter politischer Instabilität und Armut; Kinderarbeit ist weit verbreitet. Vor diesem Hintergrund ergreifen wir besondere Maßnahmen, um unseren sozialen und ökologischen Standards gerecht zu werden.

Unser Ansatz für eine verantwortungsvolle Glimmer-Lieferkette

Mit der Beschaffung von Glimmer aus Nordostindien unterstützen wir die Region: Wir erhalten Arbeitsplätze und bieten Menschen damit eine Existenzgrundlage. Wir beziehen den Rohstoff ausschließlich von Lieferanten, die in einem formellen Arbeitsumfeld tätig sind. Außerdem überwachen wir die Einhaltung unserer Standards, etwa des Verbots von Kinderarbeit.

Unsere Glimmer-Lieferanten sind über unsere Standards informiert und haben bestätigt, dass sie die Grundsätze unserer Menschenrechtscharta ebenso befolgen wie die Anforderungen unserer „Responsible Sourcing Principles“. Wir tolerieren keine Kinderarbeit und verbieten es unseren Lieferanten vertraglich, Kinder zu beschäftigen. Deshalb fördern wir Initiativen und ergreifen Maßnahmen mit dem Ziel, die Bedingungen für die Beschaffung von Glimmer im Einklang mit unseren hohen Standards weiter zu verbessern. Unsere Kontrollprozesse überprüfen wir fortlaufend und arbeiten daran, sie noch wirksamer zu gestalten.

Wie wir unsere Glimmer-Lieferkette organisieren

Die Gesamtverantwortung für die Beschaffung von Glimmer trägt der konzernweite Bereich „Group Procurement“. Ein Steuerungsgremium bezieht die betroffenen Funktionen ein und informiert die zuständigen Vorstandsmitglieder über wesentliche Entwicklungen.

Zu den Glimmer-Lieferanten in Indien pflegen wir direkte Geschäftsbeziehungen. Unsere Mitarbeiter im Einkauf stehen in unmittelbarem Kontakt zu ihnen und weisen sie nachdrücklich darauf hin, welche Bedeutung wir ethischen, sozialen und ökologischen Standards beimessen. Wenn unsere Standards nicht eingehalten werden, setzen wir uns direkt mit den Lieferanten zusammen; so stellen wir sicher, dass geeignete Korrekturmaßnahmen umgesetzt werden.

Wozu wir uns verpflichten: Einhaltung von Richtlinien und Standards

Als Unterzeichner des Global Compact der Vereinten Nationen machen wir uns aktiv für die Abschaffung von Kinderarbeit stark. Unsere Menschenrechtscharta unterstreicht dieses Engagement. In unseren „Responsible Sourcing Principles“ schreiben wir fest, was wir mit Blick auf Corporate Responsibility und Menschenrechte von unseren Lieferanten erwarten. Das umfasst auch das Verbot von Kinderarbeit. Die Grundsätze für verantwortungsvolle Beschaffung sind auch Bestandteil unserer Lieferantenverträge.

Überprüfung unserer Glimmer-Lieferkette

Wir haben eine Reihe von Kontrollmechanismen eingeführt. Dazu betreiben wir ein System, das die Einhaltung unserer sozialen und ökologischen Standards überwacht und prüft. Zusätzlich zu Besuchen durch eigene Mitarbeiter finden regelmäßige Überprüfungen durch Dritte statt. Letztere führen sowohl umfassende angekündigte Audits als auch häufige unangekündigte Kontrollbesuche durch.

Externe Audits

Environmental Resources Management (ERM), ein führendes internationales Beratungsunternehmen für Umwelt, Gesundheit, Sicherheit, Risiko und Soziales, führt externe Audits in Minen und verarbeitenden Betrieben durch. Dabei untersucht es Arbeitsbedingungen sowie Umwelt-, Sicherheits- und Gesundheitsaspekte. Die Auditberichte dokumentieren festgestellte Mängel und empfehlen Korrekturmaßnahmen. Unsere Mitarbeiter in Kalkutta (Indien) und Darmstadt arbeiten dann daran, eine Lösung für festgestellte Mängel zu finden.

Werden Mängel nicht behoben, leiten wir weitere Schritte ein: etwa indem wir die Geschäftsbeziehung zu dem jeweiligen Betrieb pausieren oder gar beenden, falls nötig.

Unangekündigte Überprüfungen

Die IGEP Foundation, eine lokale Nichtregierungsorganisation, führt seit 2013 regelmäßig unangekündigte Kontrollbesuche durch. Dabei prüft sie die Arbeitsstandards entlang der Lieferkette. Bei diesen Besuchen kontrolliert die IGEP die Arbeitssicherheit sowie die Einhaltung der Vorschriften zur Kinderarbeit. Im Jahr 2020 lag der Schwerpunkt auf der Verfügbarkeit von Erste-Hilfe-Kästen mit ausreichend Medikamenten, Vorsorgeuntersuchungen sowie Gesundheits- und Sicherheitsschulungen. Dank eines verschärften Eskalationsprozesses verbesserten unsere Lieferanten die Arbeitsbedingungen vor Ort erfolgreich.

System zur Nachverfolgung von Glimmer-Quellen

Ein Nachverfolgungssystem hilft uns zu gewährleisten, dass der von uns gekaufte Glimmer aus Quellen stammt, die von uns qualifiziert sind. Außerdem überprüfen wir mit diesem System die Produktivität der Minen. Anhand schriftlicher Aufzeichnungen über die täglichen Fördermengen überprüfen wir die gemeldeten und an die verarbeitenden Unternehmen gelieferten Glimmer-Mengen.

Soziales Engagement in der Glimmer-Lieferkette

Die Bundesstaaten Jharkhand und Bihar zählen zu den ärmsten Regionen Indiens. Gemeinsam mit IGEP arbeiten wir daran, die Lebensbedingungen der Familien in den Glimmer-Abbaugebieten zu verbessern. Die Alphabetisierungsquote und die Anzahl der Kinder, die eine Schule besuchen, liegen weit unter dem Landesdurchschnitt – wie aus einer Studie (2016) und einem Bericht (2018) der Organisation Terre des Hommes und des Centre for Research on Multinational Corporations hervorgeht.

Hier setzen wir an: In Jharkhand finanzieren wir drei Schulen, die unser Partner IGEP betreibt und die von knapp 500 Kindern und Jugendlichen besucht werden. Im Jahr 2020 führten zwei dieser Schulen eine achte Klasse ein. Ausbildungszentren nahe der Schulen bieten außerdem Kurse für das Schneider- und Schreinerhandwerk an. Darüber hinaus prüften wir im Berichtsjahr, ob sich neue Möglichkeiten wie Berufsausbildungen für Installateure oder Elektriker umsetzen lassen. An einer vierten Schule, die einer unserer Glimmer-Lieferanten betreibt, vergeben wir Stipendien für 200 von insgesamt 450 Schülern.

Zusätzlich zu unseren Bildungsaktivitäten engagieren wir uns vor Ort für einen besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung. Zu diesem Zweck errichteten wir für die 20.000 Bewohner der Region ein von IGEP betriebenes Gesundheitszentrum. Dort arbeiten zwei medizinische Fachkräfte, die auch für die Schulen regelmäßig Gesundheitsdienstleistungen erbringen. Das Zentrum leistet einen wichtigen Beitrag, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region zu verbessern. Deutlich geworden ist dies insbesondere während der Covid-19-Pandemie – die weiterhin eine erhebliche Belastung für die indische Wirtschaft und Gesellschaft darstellt.

Gemeinsam stärker: Zusammenarbeit in der Glimmer-Lieferkette

Wir sind Gründungsmitglied der Multi--Gruppe Responsible Initiative (RMI). Im Jahr 2020 führte unser Unternehmen erneut den Vorsitz in dieser Organisation. Durch den branchenübergreifenden Zusammenschluss von Akteuren will die RMI Kinderarbeit und inakzeptable Arbeitsbedingungen in der indischen Glimmer-Lieferkette beseitigen. Auch im Berichtsjahr haben wir aktiv die Arbeit der RMI unterstützt, die drei Hauptziele verfolgt:

  • Verantwortungsvolle Arbeitsstandards: Im Jahr 2020 führte die RMI Schulungen zum Thema Arbeitsstandards für lokale Unternehmen durch.
  • Befähigung der lokalen Bevölkerung („Community Empowerment“): 2018 hatte die RMI erstmals ein „Community Empowerment“-Programm eingeführt. Darauf baute sie mit weiteren Programmen auf, mit denen im Berichtsjahr insgesamt 80 Dörfer und mehr als 5.800 Haushalte erreicht wurden. Ziel ist es, die Ursachen von Kinderarbeit zu bekämpfen und die Lebensgrundlagen der Bevölkerung vor Ort zu verbessern.
  • Interessensvertretung: Durch eine kontinuierliche Interessenvertretung gilt die RMI als wichtiger Partner bei der Ausarbeitung zukünftiger Richtlinien für einen nachhaltigen Glimmer-Abbau und die Beseitigung von Kinderarbeit.

Im Berichtsjahr entwickelte die RMI ihre Multi-Stakeholder-Gespräche weiter; daran nahmen Vertreter von verarbeitenden Unternehmen, lokalen Behörden und Nichtregierungsorganisationen teil. Ein wichtiges Ergebnis dieser Gespräche sind die „Ranchi-Grundsätze“. Sie dienen allen zentralen Akteuren auf der lokalen Ebene als Grundlage zur Zusammenarbeit – und sollen dabei helfen, ein nachhaltiges Umfeld für Glimmer in den indischen Abbaugebieten zu schaffen.

Auf die Covid-19-Pandemie reagierte die RMI schnell: Bis die lokalen Behörden übernahmen, finanzierte sie zunächst Suppenküchen im Bezirk Giridih. Mit zwei Mahlzeiten am Tag haben sich diese Suppenküchen insbesondere an Schutzbedürftige gerichtet, wie Ältere, Wanderarbeiter sowie benachteiligte Familien. Zu einem späteren Zeitpunkt organisierte die RMI Onlinegespräche mit den Stakeholdern, sodass sie ihren Dialog zu nachhaltigem Glimmer fortsetzen konnten.

Neue Glimmer-Quellen

Wir überprüfen und verbessern unsere Prozesse kontinuierlich. Unter Berücksichtigung unserer Qualitäts-, Sozial- und Umweltstandards bewerten wir auch andere Beschaffungsquellen für Glimmer – in Indien und anderen Ländern der Welt. Im Jahr 2020 bezogen wir einen großen Teil unseres Glimmers aus Brasilien. Auch dort richteten wir Kontrollmechanismen ein, um die Einhaltung unserer Standards zu überwachen und zu überprüfen. Als Alternative zu Effektpigmenten aus natürlichem Glimmer stellen wir zudem Pigmente auf Basis synthetischer Substrate her.

Stakeholder
Als Stakeholder bezeichnet man Personen oder Organisationen, die ein Interesse und/oder einen berechtigten Anspruch an einem Unternehmen haben. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, Nachbarn von Standorten oder Aktionäre.
Mica
Englisches Wort für Glimmer.