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MeRck-Konzern

Überblick 2022

  • Konzernumsatzerlöse stiegen um 2,5 Mrd. € beziehungsweise 12,9 % auf 22,2 Mrd. € (Vorjahr: 19,7 Mrd. €)
  • Das organische Wachstum der Umsätze betrug 6,4 %; Währungseffekte wirkten sich mit 6,1 % aus
  • Konzern-EBITDA-pre verbesserte sich um 12,2 % auf 6,8 Mrd. € (Vorjahr: 6,1 Mrd. €); dabei belief sich die EBITDA-pre-Marge auf 30,8 % (Vorjahr: 31,0 %)
  • Steigerung des Ergebnisses je Aktie pre um 15,3 % auf 10,05 € (Vorjahr: 8,72 €)
  • Operativer Cash Flow des Merck-Konzerns belief sich auf 4,3 Mrd. € (Vorjahr: 4,6 Mrd. €)
  • Abbau der Nettofinanzverbindlichkeiten um 4,9 % auf 8,3 Mrd. € (31. Dezember 2021: 8,8 Mrd. €)
Merck-Konzern

Kennzahlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

2022

 

2021

 

in Mio. €

 

in %

Umsatzerlöse

 

22.232

 

19.687

 

2.546

 

12,9 %

Operatives Ergebnis (EBIT)1

 

4.474

 

4.179

 

296

 

7,1 %

Marge (in % der Umsatzerlöse)1

 

20,1 %

 

21,2 %

 

 

 

 

EBITDA2

 

6.504

 

5.946

 

558

 

9,4 %

Marge (in % der Umsatzerlöse)1

 

29,3 %

 

30,2 %

 

 

 

 

EBITDA pre1

 

6.849

 

6.103

 

746

 

12,2 %

Marge (in % der Umsatzerlöse)1

 

30,8 %

 

31,0 %

 

 

 

 

Ergebnis nach Steuern

 

3.339

 

3.065

 

274

 

8,9 %

Ergebnis je Aktie (in €)

 

7,65

 

7,03

 

0,62

 

8,8 %

Ergebnis je Aktie pre (in €)1

 

10,05

 

8,72

 

1,33

 

15,3 %

Operativer Cash Flow

 

4.259

 

4.616

 

-357

 

-7,7 %

1

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

2

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der Ertragslage

Der Merck-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von 22.232 Mio. € (Vorjahr: 19.687 Mio. €) und verzeichnete damit im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 2.546 Mio. € beziehungsweise 12,9 %. Diese positive Entwicklung war auf ein organisches Umsatzwachstum in Höhe von 1.262 Mio. € beziehungsweise 6,4 % zurückzuführen und wurde von allen Unternehmensbereichen getragen. Positive Währungseffekte, die hauptsächlich aus der Kursentwicklung des US-Dollars und des Chinesischen Renminbis resultierten, führten im Geschäftsjahr 2022 zu einem Anstieg der Umsatzerlöse von 1.208 Mio. € beziehungsweise 6,1 %. Die portfoliobedingte Umsatzsteigerung von 76 Mio. € oder 0,4 % war im Wesentlichen auf die zum 22. Februar 2022 vollzogene Akquisition von Exelead Inc., USA, zurückzuführen.

Die erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen und die jeweiligen organischen Wachstumsraten im Berichtsjahr 2022 sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

Merck-Konzern

Umsatzerlöse und organisches Wachstum1 nach Quartalen2
in Mio. €/organisches Wachstum in %

Merck-Konzern – Umsatzerlöse und organisches Wachstum nach Quartalen (Balkendiagramm)
1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
Quartalsaufteilung ungeprüft.

Die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Life Science stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1.389 Mio. € oder 15,4 % auf 10.380 Mio. € (Vorjahr: 8.992 Mio. €). Diese Entwicklung war auf ein organisches Wachstum von 8,2 % zurückzuführen, das von einem positiven Währungseffekt von 6,4 % sowie von einem aus der Akquisition von Exelead Inc., USA, stammenden Umsatzanstieg von 0,8 % verstärkt wurde. Mit einem Anteil von 47 % (Vorjahr: 46 %) an den Konzernumsatzerlösen war Life Science der umsatzstärkste Unternehmensbereich des Konzerns. Mit einem Beitrag von 35 % (Vorjahr: 36 %) zu den Konzernumsatzerlösen folgte der Unternehmensbereich Healthcare, der im Berichtsjahr eine Umsatzsteigerung um 750 Mio. € beziehungsweise 10,6 % auf 7.839 Mio. € (Vorjahr: 7.089 Mio. €) verzeichnete. Das organische Umsatzwachstum von 5,5 % wurde dabei von positiven Währungseffekten von 5,1 % unterstützt. Der Anstieg der Umsätze des Unternehmensbereichs Electronics um 407 Mio. € oder 11,3 % auf 4.013 Mio. € (Vorjahr: 3.606 Mio. €) resultierte aus einer organischen Umsatzsteigerung von 3,7 % sowie positiven Währungseffekten von 7,6 %. Der prozentuale Anteil von Electronics an den Konzernumsatzerlösen lag gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 18 %.

Merck-Konzern

Umsatzerlöse nach Unternehmensbereichen – 2022
in Mio. €/% der Umsatzerlöse

Merck-Konzern – Umsatzerlöse nach Unternehmensbereichen (Tortendiagramm)
Merck-Konzern

Umsatzentwicklung nach Unternehmensbereichen1

 

 

 

 

 

 

in Mio. €/Veränderung in %

 

2022

 

Anteil

 

Organi­sches Wachstum2

 

Währungs­effekte

 

Akquisi­tionen/
Veräuße­rungen

 

Gesamt­verände­rung

 

2021

 

Anteil

Life Science

 

10.380

 

47 %

 

8,2 %

 

6,4 %

 

0,8 %

 

15,4 %

 

8.992

 

46 %

Healthcare

 

7.839

 

35 %

 

5,5 %

 

5,1 %

 

 

10,6 %

 

7.089

 

36 %

Electronics

 

4.013

 

18 %

 

3,7 %

 

7,6 %

 

 

11,3 %

 

3.606

 

18 %

Merck-Konzern

 

22.232

 

100 %

 

6,4 %

 

6,1 %

 

0,4 %

 

12,9 %

 

19.687

 

100 %

1

Vorjahreswerte wurden angepasst aufgrund von Produkt-Reallokationen zwischen den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics.

2

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Im Geschäftsjahr 2022 verzeichnete der Merck-Konzern folgende regionale Umsatzentwicklung:

Merck-Konzern

Umsatzentwicklung nach Regionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in Mio. €

 

2022

 

Anteil

 

Organi­sches Wachstum1

 

Währungs­effekte

 

Akquisi­tionen/
Veräuße­rungen

 

Gesamt­verände­rung

 

2021

 

Anteil

Europa

 

6.248

 

28 %

 

9,4 %

 

0,3 %

 

0,4 %

 

10,1 %

 

5.675

 

29 %

Nordamerika

 

6.361

 

29 %

 

4,2 %

 

12,8 %

 

0,9 %

 

17,9 %

 

5.397

 

27 %

Asien-Pazifik (APAC)

 

7.697

 

35 %

 

4,4 %

 

5,3 %

 

 

9,7 %

 

7.020

 

36 %

Lateinamerika

 

1.231

 

5 %

 

15,6 %

 

8,4 %

 

0,3 %

 

24,3 %

 

990

 

5 %

Mittlerer Osten und Afrika (MEA)

 

695

 

3 %

 

7,0 %

 

7,9 %

 

 

15,0 %

 

605

 

3 %

Merck-Konzern

 

22.232

 

100 %

 

6,4 %

 

6,1 %

 

0,4 %

 

12,9 %

 

19.687

 

100 %

1

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des Merck-Konzerns entwickelte sich wie folgt:

Merck-Konzern

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

2022

 

in %

 

2021

 

in %

 

in Mio. €

 

in %

Umsatzerlöse

 

22.232

 

100,0 %

 

19.687

 

100,0 %

 

2.546

 

12,9 %

Umsatzkosten

 

-8.527

 

-38,4 %

 

-7.351

 

-37,3 %

 

-1.176

 

16,0 %

Bruttoergebnis

 

13.705

 

61,6 %

 

12.335

 

62,7 %

 

1.370

 

11,1 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Marketing- und Vertriebskosten

 

-4.714

 

-21,2 %

 

-4.304

 

-21,9 %

 

-410

 

9,5 %

Verwaltungskosten1

 

-1.306

 

-5,9 %

 

-1.227

 

-6,2 %

 

-79

 

6,5 %

Forschungs- und Entwicklungskosten1

 

-2.521

 

-11,3 %

 

-2.426

 

-12,3 %

 

-95

 

3,9 %

Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto)

 

-6

 

 

1

 

 

-7

 

>100,0 %

Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge1

 

-685

 

-3,1 %

 

-202

 

-1,0 %

 

-483

 

>100,0 %

Operatives Ergebnis (EBIT)2

 

4.474

 

20,1 %

 

4.179

 

21,2 %

 

296

 

7,1 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Finanzergebnis

 

-187

 

-0,8 %

 

-255

 

-1,3 %

 

68

 

-26,7 %

Ergebnis vor Ertragsteuern

 

4.287

 

19,3 %

 

3.924

 

19,9 %

 

364

 

9,3 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ertragsteuern

 

-948

 

-4,3 %

 

-859

 

-4,4 %

 

-89

 

10,4 %

Ergebnis nach Steuern

 

3.339

 

15,0 %

 

3.065

 

15,6 %

 

274

 

8,9 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht beherrschende Anteile

 

-14

 

-0,1 %

 

-10

 

-0,1 %

 

-3

 

31,1 %

Konzernergebnis

 

3.326

 

15,0 %

 

3.055

 

15,5 %

 

271

 

8,9 %

1

Anpassung der Vorjahreszahlen aufgrund von einer geänderten funktionalen Zuordnung innerhalb von Konzernkosten und Sonstiges.

2

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Die positive geschäftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 führte zu einem Anstieg des Bruttoergebnisses des Merck-Konzerns um 11,1 % auf 13.705 Mio. € (Vorjahr: 12.335 Mio. €). Die hieraus resultierende Bruttomarge, das heißt das Bruttoergebnis in Prozent der Umsatzerlöse, lag bei 61,6 % (Vorjahr: 62,7 %).

Die konzernweiten Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen nahmen im Berichtsjahr um 3,9 % auf 2.521 Mio. € (Vorjahr: 2.426 Mio. €) zu und führten zu einer Forschungsquote (Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Prozent der Umsatzerlöse) von 11,3 % (Vorjahr: 12,3 %). Mit einem Anteil1 von 70 % (Vorjahr: 73 %) an den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung aller Unternehmensbereiche war Healthcare der forschungsintensivste Unternehmensbereich von Merck. Weitere Informationen sind im Kapitel „Forschung und Entwicklung“ enthalten.

Merck-Konzern

Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen1 – 2022
in Mio. €/in %

Merck-Konzern – Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen (Tortendiagramm)
1 Nicht dargestellt: Konzernkosten und Sonstiges zugeordnete Forschungs- und Entwicklungskosten von 119 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2022 stieg der Netto-Aufwand (Saldo) der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge auf -685 Mio. € (Vorjahr: -202 Mio. €). Ursächlich hierfür waren zum einen höhere sonstige betriebliche Aufwendungen, welche wesentlich durch Wertminderungen auf nicht finanzielle Vermögenswerte sowie durch ein negatives Währungsergebnis aus der Absicherung von Zahlungsströmen und durch höhere Aufwendungen aus Ergebnisbeteiligungsvereinbarungen im Bereich Healthcare beeinflusst waren. Zudem waren niedrigere sonstige betriebliche Erträge zu verzeichnen, welche insbesondere durch geringere Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen im Bereich Healthcare begründet waren (siehe Erläuterungen im Abschnitt „Healthcare“). Hinsichtlich der Entwicklung und Zusammensetzung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge wird auf die detaillierten Informationen im Konzernanhang unter den Anmerkungen (13) „Sonstige betriebliche Erträge“ und (14) „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ verwiesen.

Der Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT) im Berichtsjahr um 7,1 % auf 4.474 Mio. € (Vorjahr: 4.179 Mio. €) war zuvorderst auf die positive Entwicklung des Bruttoergebnisses zurückzuführen.

Eine Erhöhung von Rückstellungen für Verpflichtungen aus langfristigen variablen Vergütungsprogrammen (Merck Long-Term Incentive Plan) belastete das operative Ergebnis des Berichtsjahrs. Der Anstieg des inneren Werts der Merck Share Units schlug sich in Abhängigkeit vom Tätigkeitsbereich der Planberechtigten in den jeweiligen funktionalen Kosten nieder.

Im Geschäftsjahr 2022 verbesserte sich das Finanzergebnis um 26,7 % auf -187 Mio. € (Vorjahr: -255 Mio. €). Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die positive Entwicklung des Zinsergebnisses gegenüber dem Vorjahr. Details zu den Finanzierungserträgen sowie den Finanzierungsaufwendungen des Konzerns sind in der Anmerkung (40) „Finanzierungserträge und -aufwendungen/Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten“ im Konzernanhang dargestellt.

Die Aufwendungen für Ertragsteuern beliefen sich im Berichtsjahr auf 948 Mio. € (Vorjahr: 859 Mio. €) und führten zu einer Steuerquote in Höhe von 22,1 % (Vorjahr: 21,9 %). Weitere Informationen zu den Ertragsteuern sind im Konzernanhang unter Anmerkung (15) „Ertragsteuern“ enthalten.

Das den Anteilseignern der Merck KGaA zustehende Konzernergebnis stieg um 8,9 % auf 3.326 Mio. € (Vorjahr: 3.055 Mio. €) und führte im Geschäftsjahr 2022 zu einer Verbesserung des Ergebnisses je Aktie auf 7,65 € (Vorjahr: 7,03 €).

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich das EBITDA pre, die wichtigste Kennzahl zur Steuerung des operativen Geschäfts, um 746 Mio. € oder 12,2 % auf 6.849 Mio. € (Vorjahr: 6.103 Mio. €). Das organische Ergebniswachstum belief sich auf 6,1 %. Daneben wirkten Währungskurseffekte von 6,4 % sowie Portfolioeffekte von -0,3 %. Die EBITDA-pre-Marge des Merck-Konzerns (EBITDA pre in Prozent der Umsatzerlöse) lag bei 30,8 % (Vorjahr: 31,0 %). Die Überleitung vom operativen Ergebnis (EBIT) auf das EBITDA pre ist im Kapitel „Steuerungssystem‟ dargestellt.

Die Entwicklung des EBITDA pre in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen Wachstumsraten ergaben sich wie folgt:

Merck-Konzern

EBITDA pre1 und Veränderung nach Quartalen2
in Mio. €/Veränderungen in %

Merck-Konzern – EBITDA pre und Veränderung nach Quartalen (Balkendiagramm)
1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Den größten Beitrag zur Steigerung des Konzern-EBITDA-pre lieferte der Unternehmensbereich Life Science, der im Vergleich zum Vorjahr ein um 14,4 % höheres EBITDA pre von 3.760 Mio. € (Vorjahr: 3.287 Mio. €) erwirtschaftete. Damit betrug im Geschäftsjahr 2022 die EBITDA-pre-Marge von Life Science 36,2 % (Vorjahr: 36,6 %). Der Anteil des Unternehmensbereichs Life Science am Konzern-EBITDA-pre (ohne Berücksichtigung der Minderung um -579 Mio. € durch Konzernkosten und Sonstiges) erhöhte sich auf 51 % (Vorjahr: 50 %).

Das EBITDA pre von Healthcare steigerte sich um 15,0 % auf 2.477 Mio. € (Vorjahr: 2.153 Mio. €). Folglich erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 die EBITDA-pre-Marge auf 31,6 % (Vorjahr: 30,4 %). Der Anteil des Unternehmensbereichs Healthcare am Konzern-EBITDA-pre lag wie im Vorjahr bei 33 %.

Der Unternehmensbereich Electronics erzielte im Geschäftsjahr 2022 einen Anstieg des EBITDA pre um 5,7 % auf 1.192 Mio. € (Vorjahr: 1.128 Mio. €). Der Anteil von Electronics am Konzern-EBITDA-pre belief sich im Berichtsjahr auf 16 % (Vorjahr: 17 %). Die EBITDA-pre-Marge verringerte sich und lag bei 29,7 % (Vorjahr: 31,3 %).

Merck-Konzern

EBITDA pre1 nach Unternehmensbereichen2 – 2022
in Mio. €/in %

Merck-Konzern – EBITDA pre nach Unternehmensbereichen (Tortendiagramm)
1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nicht dargestellt: Minderungen des Konzern-EBITDA-pre um -579 Mio. € durch Konzernkosten und Sonstiges.

Vermögens- und Finanzlage

Merck-Konzern

Bilanzstruktur

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

31.12.2022

 

31.12.2021

 

Veränderung

 

 

in Mio. €

 

in %

 

in Mio. €

 

in %

 

in Mio. €

 

in %

Langfristige Vermögenswerte

 

36.325

 

74,9 %

 

34.380

 

75,8 %

 

1.945

 

5,7 %

Davon:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschäfts- oder Firmenwerte

 

18.415

 

 

 

17.004

 

 

 

1.410

 

 

Sonstige immaterielle Vermögenswerte

 

7.302

 

 

 

7.612

 

 

 

-311

 

 

Sachanlagen

 

8.203

 

 

 

7.217

 

 

 

986

 

 

Sonstige langfristige Vermögenswerte

 

2.406

 

 

 

2.546

 

 

 

-141

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzfristige Vermögenswerte

 

12.201

 

25,1 %

 

10.982

 

24,2 %

 

1.219

 

11,1 %

Davon:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vorräte

 

4.632

 

 

 

3.900

 

 

 

732

 

 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen

 

4.114

 

 

 

3.646

 

 

 

468

 

 

Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte

 

321

 

 

 

174

 

 

 

147

 

 

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

 

1.280

 

 

 

1.362

 

 

 

-82

 

 

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

1.854

 

 

 

1.899

 

 

 

-45

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilanzsumme

 

48.526

 

100,0 %

 

45.362

 

100,0 %

 

3.164

 

7,0 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eigenkapital

 

26.005

 

53,6 %

 

21.416

 

47,2 %

 

4.590

 

21,4 %

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Langfristige Verbindlichkeiten

 

13.007

 

26,8 %

 

13.515

 

29,8 %

 

-507

 

-3,8 %

Davon:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Langfristige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

 

2.030

 

 

 

3.402

 

 

 

-1.372

 

 

Sonstige langfristige Rückstellungen

 

299

 

 

 

269

 

 

 

30

 

 

Langfristige Finanzschulden

 

9.200

 

 

 

8.270

 

 

 

931

 

 

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

 

1.477

 

 

 

1.574

 

 

 

-96

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzfristige Verbindlichkeiten

 

9.513

 

19,6 %

 

10.432

 

23,0 %

 

-919

 

-8,8 %

Davon:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzfristige Rückstellungen

 

611

 

 

 

601

 

 

 

10

 

 

Kurzfristige Finanzschulden

 

1.228

 

 

 

2.531

 

 

 

-1.304

 

 

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten/Rückerstattungsverbindlichkeiten

 

3.410

 

 

 

3.219

 

 

 

191

 

 

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

 

4.264

 

 

 

4.081

 

 

 

184

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bilanzsumme

 

48.526

 

100,0 %

 

45.362

 

100,0 %

 

3.164

 

7,0 %

Die Bilanzsumme des Merck-Konzerns belief sich am 31. Dezember 2022 auf 48.526 Mio. € (31. Dezember 2021: 45.362 Mio. €) und stieg damit im Berichtsjahr um 7,0 % beziehungsweise 3.164 Mio. €, wobei für die Erhöhung neben bilanziellen Auswirkungen aus dem erfolgreichen Geschäftsverlauf im Wesentlichen Währungskursveränderungen ursächlich waren.

Der Anstieg der Sachanlagen gegenüber dem Vorjahr war durch Zugänge in Höhe von 1.730 Mio. € begründet (Vorjahr: 1.443 Mio. €), die die Abschreibungen und Abgänge im Berichtszeitraum deutlich überstiegen.

Von den Sachanlagenzugängen im Geschäftsjahr 2022 entfielen 279 Mio. € (Vorjahr: 198 Mio. €) auf strategische Investitionen in Deutschland, davon 234 Mio. € zur Erweiterung des Standorts Darmstadt. Unter anderem investierte der Unternehmensbereich Life Science 39 Mio. € in eine neue Produktionsanlage für Membranen sowie 35 Mio. € in ein neues Abfüll- und Logistikzentrum am Standort Schnelldorf. Zudem investierte der Unternehmensbereich Healthcare 28 Mio. € in ein neues Forschungszentrum. Außerhalb Deutschlands erfolgten hohe strategische Investitionen insbesondere in den USA (232 Mio. €), in Irland (97 Mio. €) und in der Schweiz (80 Mio. €). In den USA investierte der Unternehmensbereich Life Science 23 Mio. € in ein neues Produktionsgebäude zur Herstellung von Gentherapieprodukten in Carlsbad und der Unternehmensbereich Electronics 21 Mio. € in eine neue Produktionsanlage zur Herstellung von Spezialgasen für die Halbleiterindustrie in Hometown. In Irland investierte der Unternehmensbereich Life Science 76 Mio. € in eine Erweiterung der Produktionskapazitäten für Membranen und in den Bau einer neuen Filtrationsanlage in Cork. In der Schweiz investierte der Unternehmensbereich Healthcare 54 Mio. € in ein neues Entwicklungszentrum zur Herstellung von biotechnologisch hergestellten Produkten.

Das Eigenkapital des Merck-Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2022 um 21,4 % auf 26.005 Mio. € (31. Dezember 2021: 21.416 Mio. €). Zu dieser Erhöhung trugen neben dem Ergebnis nach Steuern (3,3 Mrd. €) insbesondere ein positiver Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung (1,2 Mrd. €) sowie ergebnisneutrale Anpassungen der Pensionsrückstellungen infolge der Erhöhung der Diskontierungsfaktoren (1,4 Mrd. €) bei. Eigenkapitalmindernd wirkten sich hingegen die im Berichtsjahr erfolgten Dividendenzahlungen und Gewinnentnahmen aus (siehe „Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung“ im Konzernabschluss). Die Eigenkapitalquote verbesserte sich um mehr als sechs Prozentpunkte auf 53,6 % (31. Dezember 2021: 47,2 %).

Die Zusammensetzung sowie die Entwicklung der Nettofinanzverbindlichkeiten stellten sich wie folgt dar:

Merck-Konzern

Nettofinanzverbindlichkeiten1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

31.12.2022

 

31.12.2021

 

in Mio. €

 

in %

Anleihen und Commercial Paper

 

8.726

 

9.320

 

-594

 

-6,4 %

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

 

203

 

36

 

168

 

>100,0 %

Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen

 

919

 

896

 

23

 

2,6 %

Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden

 

59

 

56

 

3

 

5,3 %

Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen)

 

30

 

35

 

-5

 

-13,3 %

Leasingverbindlichkeiten

 

491

 

459

 

32

 

6,9 %

Finanzschulden

 

10.428

 

10.801

 

-373

 

-3,5 %

Abzüglich

 

 

 

 

 

 

 

 

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

 

1.854

 

1.899

 

-45

 

-2,4 %

Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte2

 

247

 

149

 

98

 

65,9 %

Nettofinanzverbindlichkeiten1

 

8.328

 

8.753

 

-425

 

-4,9 %

1

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

2

Ohne kurzfristige Derivate (operativ) und bedingte Gegenleistungen, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 erfasst werden.

Merck-Konzern

Überleitung Nettofinanzverbindlichkeiten1

 

 

 

 

in Mio. €

 

2022

 

2021

Stand 1.1.

 

8.753

 

10.758

Operativer Cash Flow

 

-4.259

 

-4.616

Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte2

 

275

 

355

Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten2

 

-38

 

-39

Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen2

 

1.531

 

1.066

Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen2

 

-21

 

-7

Akquisitionen2

 

854

 

4

Einzahlungen aus sonstigen Desinvestitionen2

 

-4

 

-1

Veränderung von Leasingverbindlichkeiten

 

187

 

151

Dividendenzahlungen/Gewinnentnahmen2

 

967

 

757

Währungsumrechnungsdifferenz

 

86

 

203

Sonstiges

 

-3

 

122

Stand 31.12.

 

8.328

 

8.753

1

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

2

Gemäß Konzernkapitalflussrechnung.

Die Zusammensetzung des operativen Cash Flows als einer der drei bedeutsamsten Leistungsindikatoren – neben den Umsatzerlösen und dem EBITDA pre – ist im Kapitel „Steuerungssystem“ dargestellt.

Im Geschäftsjahr 2022 gab der operative Cash Flow um -7,7 % auf 4.259 Mio. € (Vorjahr: 4.616 Mio. €) nach. Hinsichtlich weiterer Informationen zur Entwicklung des operativen Cash Flows wird auf die „Konzernkapitalflussrechnung“ im Konzernabschluss und auf die Anmerkung (16) „Operativer Cash Flow“ im Konzernanhang verwiesen. Die Verteilung des operativen Cash Flows auf die einzelnen Quartale sowie die Veränderungsraten im Vergleich zum Vorjahr ergaben sich wie folgt:

Merck-Konzern

Operativer Cash Flow1 und Veränderung nach Quartalen2
in Mio. €/Veränderung in %

Merck-Konzern – Operativer Cash Flow und Veränderung nach Quartalen (Balkendiagramm)
1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Der Kapitalmarkt nutzt Einschätzungen von Ratingagenturen, um Fremdkapitalgeber bei der Beurteilung der Risikosituation eines Finanzinstruments von Merck zu unterstützen. Derzeit wird Merck von Standard & Poor’s, Moody’s und Scope bewertet: Standard & Poor’s vergibt ein Langfrist-Kreditrating von A mit stabilem Ausblick, Moody’s eines von A3 mit stabilem Ausblick und Scope eines von A– mit stabilem Ausblick. Eine Übersicht der Ratingentwicklung in den letzten Jahren ist im Risiko- und Chancenbericht dargestellt.

Die Entwicklung wesentlicher Kennzahlen stellte sich wie folgt dar:

Merck-Konzern

Bilanzkennzahlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

in %

 

 

 

31.12.2022

 

31.12.2021

 

31.12.2020

 

31.12.2019

 

31.12.2018

Eigenkapitalquote1

 

Eigenkapital

 

53,6 %

 

47,2 %

 

40,7 %

 

40,9 %

 

46,7 %

 

Bilanzsumme

 

 

 

 

 

Vermögensquote1

 

Langfristige Vermögenswerte

 

74,9 %

 

75,8 %

 

77,8 %

 

79,4 %

 

75,0 %

 

Bilanzsumme

 

 

 

 

 

Vermögensdeckungsgrad1

 

Eigenkapital

 

71,6 %

 

62,3 %

 

52,3 %

 

51,5 %

 

62,3 %

 

Langfristige Vermögenswerte

 

 

 

 

 

Finanzierungsstruktur1

 

Kurzfristige Verbindlichkeiten

 

42,2 %

 

43,6 %

 

37,3 %

 

45,7 %

 

43,3 %

 

Verbindlichkeiten (gesamt)

 

 

 

 

 

1

Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung und zur wirtschaftlichen Lage

Trotz der herausfordernden gesellschaftlichen und makroökonomischen Entwicklungen kann Merck dank des anhaltenden Wachstumskurses auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2022 zurückblicken. Dennoch ist auch Merck aufgrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen weiterhin gezwungen, weltweit auf verschiedene Herausforderungen und Unsicherheiten zu reagieren. Die starke Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2022 unterstrich jedoch einmal mehr die hohe Resilienzfähigkeit von Merck in schwierigen Zeiten, was sich schon in der Vergangenheit als entscheidender Wettbewerbsvorteil erwies.

Insbesondere unsere wichtigsten Wachstumstreiber, die „Big 3“ – Process Solutions und Life Science Services im Unternehmensbereich Life Science, neue Produkte aus der Healthcare-Entwicklungspipeline sowie Semiconductor Solutions bei Electronics –, trugen wesentlich zum Erfolg bei. Der Merck-Konzern konnte in den drei Unternehmensbereichen in allen Regionen Umsatzsteigerungen erzielen. Insgesamt wuchsen die Umsatzerlöse des Merck-Konzerns im Geschäftsjahr 2022 um 12,9 % oder 2,5 Mrd. € auf 22,2 Mrd. €. Durch das organische Umsatzwachstum von 6,4 % oder 1,3 Mrd. € konnte ein wichtiger Meilenstein zur Erreichung unseres mittelfristigen Wachstumsziels, der Erhöhung der Umsatzerlöse auf rund 25 Mrd. € bis 2025, erreicht werden. Unsere wichtigste Steuerungskennzahl, das EBITDA pre, legte um 12,2 % auf 6,8 Mrd. € zu. Aufgrund des erfolgreichen Geschäftsjahrs 2022 werden wir der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende von 19 % auf 2,20 € vorschlagen.

Die solide Finanzierungspolitik des Merck-Konzerns äußerte sich in den weiterhin guten Bilanzkennzahlen. Zum 31. Dezember 2022 betrug die Eigenkapitalquote 53,6 % (31. Dezember 2021: 47,2 %) und befindet sich damit auf einem beachtlich hohen Niveau. Die Nettofinanzverbindlichkeiten konnten weiter reduziert werden und beliefen sich zum Geschäftsjahresende auf 8,3 Mrd. €.

Durch die überaus erfolgreiche geschäftliche Entwicklung konnte die hervorragende finanzielle Flexibilität von Merck weiter ausgebaut werden. Dies stellt die Basis zur Verwirklichung unserer ehrgeizigen Investitions- und Wachstumspläne dar und erlaubt uns weiterhin mit einer Steigerung der Gesamtinvestitionen zwischen 2021 und 2025 um mehr als 50 % gegenüber dem vorangegangenen Fünfjahreszeitraum zu planen.

Auf der Grundlage unserer soliden Vermögens- und Finanzlage sowie unserer ertragsstarken Geschäfte beurteilen wir die wirtschaftliche Lage des Merck-Konzerns insgesamt als positiv. Dank unseres resilienten Geschäftsmodells und unserer klaren Positionierung als Wissenschafts- und Technologieunternehmen sind wir auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten gut aufstellt.

1 Nicht einbezogen: Konzernkosten und Sonstiges zugeordnete Forschungs- und Entwicklungskosten von 119 Mio. €.

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