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Menschenrechte

Wir bekennen uns dazu, Menschenrechte zu achten. Deshalb sind wir bereits im Jahr 2005 dem Global Compact der Vereinten Nationen beigetreten. Das Risiko von Menschenrechtsverletzungen wollen wir sowohl an unseren eigenen Standorten als auch innerhalb der gesamten Lieferkette vermeiden. Menschenrechtliche Sorgfalt binden wir daher in unsere Geschäftsprozesse ein.

Wir sehen unsere menschenrechtliche Sorgfaltspflicht als kontinuierlichen Prozess an, den wir stetig anpassen und verbessern. Darum stellen wir unseren Ansatz fortlaufend auf den Prüfstand. Regulatorische Entwicklungen verfolgen wir aufmerksam – beispielsweise die geplante EU-Richtlinie zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Die übergeordnete Verantwortung für die Achtung von Menschenrechten in unserem Einflussbereich liegt bei unserer Geschäftsleitung. Diese fordert deren Einhaltung verbindlich von unseren Managing Directors ein.

Alle Aktivitäten zur menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht koordiniert konzernweit unsere Einheit Group Corporate Sustainability. Die Themenverantwortlichen in den jeweiligen Konzernfunktionen, Unternehmensbereichen und lokalen Einheiten sind zuständig dafür, konkrete Maßnahmen umzusetzen. Dabei geht es beispielsweise darum, menschenrechtliche Sorgfalt in bestehende Prozesse einzubeziehen.

Wozu wir uns verpflichten: Leitprinzipien, Charta und Gesetze

Unsere Menschenrechtscharta orientiert sich an den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Sie ist unsere übergeordnete Richtlinie und definiert die menschenrechtlichen Anforderungen in unserem Unternehmen. Wir erwarten sowohl von unseren Mitarbeitenden als auch von unseren Lieferanten und allen Unternehmen, zu denen wir Geschäftsbeziehungen unterhalten, dass sie diese Charta einhalten.

2022 entwickelten wir unseren bisherigen Ansatz zur menschenrechtlichen Sorgfalt weiter; Anlass waren die konkreten Anforderungen des neuen deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes. Unter anderem ernannten wir die Leiterin der Konzernfunktion Corporate Sustainability, Quality and Trade Compliance zur Menschenrechtsbeauftragten, die zukünftig die Einhaltung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten sowie die Durchführung der Prozesse konzernweit überwachen soll.

Tatsächliche und potenzielle Auswirkungen auf die Menschenrechte identifizieren

Um mögliche Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit und unserer Geschäftsbeziehungen auf Menschenrechte zu verstehen, führen wir Risikoanalysen durch. Wir untersuchen menschenrechtliche Risiken beispielsweise an unseren Standorten oder bei der Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen. Diese Risikoanalysen ermöglichen es uns, passgenaue Strategien und Maßnahmen abzuleiten. In unserem Risikoprozess für strategisch wichtige Lieferfirmen erfassen wir menschenrechtliche Risiken. Weitere Informationen dazu, wie wir mit Lieferanten umgehen, beschreibt der Abschnitt Verantwortung in der Lieferkette.

Auch beim Einsatz von neuen Technologien kommen wir unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht nach. Unser Code of Digital Ethics definiert für unser Unternehmen digitalethische Prinzipien und bildet die Grundlage für die Arbeit des Digital Ethics Advisory Panel. Weitere Informationen finden sich im Abschnitt Digitale Ethik.

Überprüfung unserer Lieferanten und Standorte

Unsere Global Social and Labor Standards Policy definiert die Sozial- und Arbeitsstandards an unseren Standorten. Ob die Vorgaben eingehalten werden, überprüfen wir regelmäßig anhand eines risikobasierten Ansatzes. Dieser berücksichtigt unter anderem Risiken, die entstehen können, wenn sich maßgebliche Gesetze und Vorschriften ändern oder wenn es zu Verstößen gegen international anerkannte Arbeitnehmerrechte durch Regierungen und Unternehmen kommt, wie vom Internationalen Gewerkschaftsbund bewertet und im jährlichen IGB-Index für globale Rechte dokumentiert. Sollten wir bei der Überprüfung einen Verstoß feststellen, definieren wir gemeinsam mit dem verantwortlichen Managing Director und/oder den vor Ort zuständigen HR-Mitarbeitenden Abhilfemaßnahmen.

Zusätzlich begutachten wir Menschenrechtsaspekte an unseren Standorten durch Security Audits. Diese gehören zum Kontrollmechanismus unseres Security Governance Frameworks. Mit der erhöhten Risikotransparenz und einer zentralen CAPA-Nachverfolgung sorgen wir dafür, dass unsere Standorte sicherheitsrelevante Menschenrechtsaspekte erfüllen.

Ob unsere strategisch wichtigen Lieferfirmen die Menschenrechte einhalten, prüfen wir über Daten der Initiative Together for Sustainablity.

Bewusstsein bei unseren Mitarbeitenden schaffen

Über einen Online-Kurs schulen wir unsere Managing Directors sowie das Senior Management dazu, die Anforderungen unserer Social and Labor Standards Policy in ihrem Verantwortungsbereich umzusetzen. Unser Onboarding-Training für alle neuen EHS-Manager deckt weiterhin das Thema Menschenrechte ab und legt dabei einen besonderen Fokus auf die Thematik moderne Sklaverei. Zudem fand im Berichtsjahr ein Training für den Aufsichtsrat rund um die Anforderungen und Umsetzung des neuen deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes statt.

Unsere Berichterstattung

Wir informieren die Öffentlichkeit über unsere Ansätze, Maßnahmen und Ergebnisse der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht: Jährlich fassen wir diese Informationen in unserem Nachhaltigkeitsbericht zusammen. Zudem sind wir in Australien und in Großbritannien nach dortigen Gesetzen verpflichtet, Maßnahmen gegen Zwangsarbeit und Menschenhandel offenzulegen. 2022 veröffentlichten wir neben dem UK Modern Slavery Statement unser Merck Australia Modern Slavery Statement. Beide Erklärungen sind von der Vorsitzenden unserer Geschäftsleitung unterzeichnet und auf unserer Website veröffentlicht.

Unser Beschwerdemechanismus

Unsere Compliance-Hotline ist der wichtigste Beschwerdekanal für potenzielle Menschenrechtsverstöße. Sowohl unsere Beschäftigten als auch externe Stakeholder können Verdachtsfälle in ihrer jeweiligen Landessprache über dieses konzernweite Whistleblowing-System melden: kostenlos und anonym, entweder per Telefon oder über eine webbasierte Anwendung. Allen eingegangenen Beschwerden gehen wir nach und ergreifen Gegenmaßnahmen, falls erforderlich. Weitere Informationen zur Compliance-Hotline finden sich im Abschnitt Compliance-Management.

Auf Basis unserer Compliance-Hotline lagen uns im Berichtsjahr in unserem eigenen Geschäftsbereich keine Anhaltspunkte weder in Bezug auf Kinder- und Zwangsarbeit noch in Bezug auf das Recht auf Tarifverhandlungen oder die Vereinigungsfreiheit vor. In Bezug auf Zwangsarbeit wurden wir darüber informiert, dass wir Gummihandschuhe angeboten haben, für die einem Hersteller Arbeitsmissbrauch einschließlich Zwangsarbeit in Malaysia vorgeworfen wird. Der Sachverhalt wird weiter untersucht. Unser Lieferant hat bereits die Geschäftsbeziehungen mit dem Hersteller beendet; demzufolge liegt auch keine Geschäftsbeziehung in der betroffenen Lieferkette mehr zwischen Merck und dem Hersteller vor.

Menschenrechtsverstöße1

 

 

20192

 

2020

 

2021

 

2022

Anzahl der gemeldeten Verstöße gegen die Social and Labor Standards Policy

 

-

 

108

 

121

 

136

Anzahl bestätigter Verstöße gegen die Social and Labor Standards Policy

 

-

 

29

 

41

 

68

davon: Anzahl der Diskriminierungsvorfälle

 

-

 

2

 

6

 

7

1

2020 änderten wir die Berichterstattung der Verstöße gegen die Menschenrechte. Bisher berichteten wir Verstöße in der Tabelle „Gemeldete Compliance-Vorfälle“. Ab dem Berichtsjahr 2020 berichten wir Verstöße gegen unsere Social and Labor Standards Policy, welche im Jahr 2019 an unseren weltweiten Standorten eingeführt wurde.

2

Aufgrund der geänderten Berichterstattung haben wir uns entschieden, die Daten aus den Vorjahren nicht zu berichten.

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