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Ergänzungen zur MeRck KGaA auf Basis HGB

Der Lagebericht der Merck KGaA ist mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst. Jahresabschluss und zusammengefasster Lagebericht des Konzerns und der Merck KGaA für das Geschäftsjahr 2022 werden beim elektronischen Unternehmensregister eingereicht und sind über dessen Internetseiten zugänglich.

Die Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt ist das Mutterunternehmen des Konzerns. Neben der Ausübung der Holdingfunktion erwirtschaftet die Merck KGaA Umsatzerlöse in den Unternehmensbereichen Life Science, Healthcare und Electronics. Die Merck KGaA beschäftigt am Standort Darmstadt die meisten der über 11.000 Mitarbeitenden.

Die Erstellung des Jahresabschlusses der Merck KGaA erfolgt nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) und des deutschen Aktiengesetzes (AktG). Der vollständige, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehene Jahresabschluss der Merck KGaA wird beim elektronischen Unternehmensregister eingereicht und dort veröffentlicht.

Erklärung zur Unternehmensführung

Wir machen für das Geschäftsjahr 2022 von der Möglichkeit Gebrauch, die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 315d HGB in Verbindung mit § 289f Absatz 1 Satz 2 HGB auf der Internetseite des Konzerns öffentlich zugänglich zu machen. Sie ist auf der Internetseite https://www.merckgroup.com/de/investors/corporate-governance/reports.html veröffentlicht.

Auswirkungen wesentlicher Unternehmensverträge auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ausgliederung der operativen Geschäftsaktivitäten der Unternehmensbereiche sowie temporäre Rückverpachtung der ausgegliederten Geschäftsaktivitäten

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung der Merck KGaA wurden die innerhalb der Merck KGaA betriebenen operativen Geschäftsaktivitäten der Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics sowie das dazugehörige Aktiv- und Passivvermögen (im Folgenden: „operative Bereiche“) zu fortgeführten Buchwerten auf drei separate Gesellschaften (im Folgenden: „OpCo“ beziehungsweise im Plural „OpCos“) in der Rechtsform der GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2018 ausgegliedert (operative Ausgliederung).

Unmittelbar nach Wirksamwerden der operativen Ausgliederung wurden sämtliche von der Merck KGaA jeweils an den OpCos gehaltenen Geschäftsanteile mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2018 auf Holding-Gesellschaften übertragen (Holding-Ausgliederung), sodass die OpCos durch die Merck KGaA mittelbar über jeweils eine Zwischenholding-Gesellschaft (unabhängig vom Unternehmensbereich jeweils als „HoldCo“ beziehungsweise im Plural als „HoldCos“ bezeichnet) gehalten werden.

Da die systemtechnischen Voraussetzungen für die Einführung der spezifischen Enterprise-Resource-Planning-Systeme (im Folgenden: „ERP“) der Unternehmensbereiche bei den OpCos zum Zeitpunkt der Ausgliederung noch nicht vorlagen, werden die auf die OpCos ausgegliederten Geschäftsaktivitäten vorübergehend an die Merck KGaA zurückverpachtet. Im Rahmen eines Betriebspachtvertrags pachtet die Merck KGaA von den drei OpCos den gesamten Betrieb mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2018 und pachtet in diesem Zusammenhang sämtliches Anlagevermögen, erwirbt zum handelsrechtlichen Buchwert die Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens und übernimmt bestimmte Verbindlichkeiten und Rückstellungen. Mit der Einführung des jeweiligen ERP-Systems für die jeweilige OpCo wird die Betriebspacht mit dieser OpCo beendet und der jeweilige bisher verpachtete Geschäftsbetrieb geht auf die OpCo über.

Beendigung der temporären Betriebspacht der Unternehmensbereiche Healthcare und Electronics

Die Healthcare OpCo vollzog im Geschäftsjahr 2018 einen Wechsel in die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien und firmiert seitdem als Merck Healthcare KGaA, Darmstadt. Der Betriebspachtvertrag zur Rückverpachtung des Unternehmensbereichs Healthcare an die Merck KGaA wurde mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. März 2019 beendet. Infolge der Beendigung des Betriebspachtvertrags sind die zum Pachtende dem Unternehmensbereich Healthcare zugeordneten Pachtgegenstände, bestehend aus Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens sowie bestimmten Verbindlichkeiten und Rückstellungen, auf die Merck Healthcare KGaA zu handelsrechtlichen Buchwerten übertragen worden.

Mit Einführung des spezifischen ERP-Systems für den Teil der Distributions- und Vertriebsfunktion des Unternehmensbereichs Electronics am 1. Januar 2020 wurde der Betriebspachtvertrag des Unternehmensbereichs Electronics zwischen der Merck Performance Materials Germany GmbH und der Merck KGaA für den Teilbereich mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31. Dezember 2019 beendet. Der Betriebspachtvertrag besteht hinsichtlich der nicht von der Kündigung umfassten Funktionen des Unternehmensbereichs Electronics unverändert fort. Die Distributions- und Vertriebsfunktion des Unternehmensbereichs Electronics wechselte demnach mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2020 zur Merck Performance Materials Germany GmbH. Infolgedessen sind die dem Teilbereich zugeordneten Vertrags-, Prozess-, Verfahrens- und Arbeitsverhältnisse und, zu handelsrechtlichen Buchwerten, zugeordneten Pachtgegenstände, bestehend aus Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens sowie bestimmten Verbindlichkeiten und Rückstellungen, auf die Merck Performance Materials Germany GmbH übertragen worden.

Durch die vorstehend beschriebenen Ausgliederungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen sowie den weiterhin bestehenden Betriebspachtvertrag führt bis zu diesem Zeitpunkt die Merck KGaA den operativen Geschäftsbetrieb des Unternehmensbereichs Electronics mit Ausnahme des Teils der Distributions- und Vertriebsfunktion weiter. Zudem betreibt die Merck KGaA infolge der Betriebspacht das operative Geschäft des Unternehmensbereichs Life Science.

Errichtung des Gernsheim Science & Technology Parks („Fluxum Gernsheim“)

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung des Standorts Gernsheim zu einem Wissenschafts- und Technologiepark wurden im Geschäftsjahr 2021 verschiedene am Standort Gernsheim ansässige Teilbetriebe gebündelt und auf eigenständige Tochtergesellschaften mit Sitz in Gernsheim überführt.

Dies betrifft zum einen die Übertragung von in Gernsheim ansässigen Site-Management-Funktionen (im Folgenden: „SM Gernsheim“) von der Merck KGaA auf die Merck Site Management GmbH, welche künftig als Infrastruktur-Dienstleister am Standort agieren wird, mittels Einbringung. Grundlage der Einbringung ist der zwischen der Merck KGaA und der Merck Site Management GmbH am 21./22. September 2021 in notarieller Form geschlossene Einbringungsvertrag mit wirtschaftlicher Wirkung zum Ablauf des 30. September 2021. Hierzu wurde das der SM Gernsheim zugehörige Aktiv- und Passivvermögen zu fortgeführten Buchwerten auf die Merck Site Management GmbH übertragen. Im Wesentlichen betraf dies die Bilanzposten Anlagevermögen, Vorräte, sonstige Forderungen und Pensionsrückstellungen sowie die Übertragung von 96 Mitarbeitenden zusammen mit diesen in Verbindung stehenden Personalrückstellungen.

Dies betrifft zum anderen die Übertragung der in Gernsheim ansässigen Produktionsteilbetriebe der Geschäftseinheit Surface Solutions innerhalb des Unternehmensbereichs Electronics, einschließlich der Gernsheim-spezifischen Electronics-Querschnittsfunktionen und des Teilbetriebs Logistik Gernsheim (zusammen im Folgenden: „SSG Produktion“) mittels einer umwandlungsrechtlichen Abspaltung auf die Merck Gernsheim Holding GmbH und anschließender Ausgliederung auf die Merck Surface Solutions GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Juli 2021.

Da die SSG Produktion zu diesem Zeitpunkt von der Merck Performance Materials Germany GmbH an die Merck KGaA über einen Betriebspachtvertrag verpachtet war, wurden im Rahmen der Abspaltung nicht nur das von der Merck Performance Materials Germany GmbH gehaltene Aktiv- und Passivvermögen der SSG Produktion zu fortgeführten Buchwerten auf die Merck Gernsheim Holding GmbH übertragen, sondern auch die – auf die SSG Produktion bezogenen – Rechte und Pflichten der Merck Performance Materials Germany GmbH unter dem vorgenannten Betriebspachtvertrag (der insoweit abgespaltene, auf die SSG Produktion bezogene Teil des Betriebspachtvertrags, im Folgenden „SSG Betriebspachtvertrag“).

Unmittelbar nach Wirksamwerden der Abspaltung wurden sämtliches auf die Merck Gernsheim Holding GmbH abgespaltene Aktiv- und Passivvermögen sowie die Rechte und Pflichten aus dem abgespaltenen SSG Betriebspachtvertrag im Wege einer Ausgliederung auf die Merck Surface Solutions GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Juli 2021 übertragen.

Da die systemtechnischen Voraussetzungen für die operative Tätigkeitsaufnahme der Merck Surface Solutions GmbH zum Zeitpunkt der Ausgliederung noch nicht vorlagen, wurde der ausgegliederte SSG Betriebspachtvertrag zunächst noch für eine kurze Übergangszeit zwischen der Merck Surface Solutions GmbH und der Merck KGaA bis zu deren Implementierung unverändert bis zum Ablauf des 30. September 2021 fortgeführt. Mit Wirkung ab dem 1. Oktober 2021 nahm die Merck Surface Solutions GmbH die operative Tätigkeit über die SSG Produktion auf. Infolge der Beendigung des SSG Betriebspachtvertrags sind die zum Pachtende der SSG Produktion des Unternehmensbereichs Electronics zugeordneten Pachtgegenstände, im Wesentlichen bestehend aus Vorratsvermögen sowie darüber hinaus bestimmten Verbindlichkeiten und Rückstellungen, auf die Merck Surface Solutions GmbH zu handelsrechtlichen Buchwerten übergegangen. Des Weiteren wurden der SSG Produktion zuzuordnende Vertrags-, Prozess-, Verfahrens- und Arbeitsverhältnisse (603 Mitarbeitende) an die Merck Surface Solutions GmbH übertragen.

Übertragung von Electronics-Produktionsbetrieben

Zur erleichterten Implementierung und zum erleichterten Betrieb der neuen ERP-Systeme für die LS OpCo und die EL OpCo hat die EL OpCo die in Darmstadt ansässigen Produktionsteilbetriebe „Organics“ und „OLED“ einschließlich der produktionsnahen Electronics-Querschnittsfunktionen (die EL Produktion) im Wege einer sogenannten Kettenumwandlung am 31. August 2022 auf die LS OpCo übertragen.

Erster Schritt der Kettenumwandlung war eine Abspaltung zur Aufnahme in die Merck Electronics Darmstadt GmbH (Merck EL Darmstadt). Die Abspaltung der EL Produktion (ELP) ist mit Eintragung in das Handelsregister der EL OpCo am 31. August 2022 wirksam geworden. Da die EL Produktion als Teil des operativen Bereichs Electronics vor Wirksamwerden der Abspaltung von der EL OpCo an die Merck KGaA verpachtet war, wurden im Rahmen der Abspaltung der EL Produktion nicht nur die von der EL OpCo gehaltenen Aktiva und Passiva der EL Produktion auf die Merck EL Darmstadt übertragen, sondern mit Zustimmung der Merck KGaA auch die auf die EL Produktion bezogenen Rechte und Pflichten der EL OpCo unter dem EL Betriebspachtvertrag. Der abgespaltene Vertragsteil wird im Folgenden als der ELP Betriebspachtvertrag bezeichnet.

Im zweiten Schritt der Kettenumwandlung wurden sodann alle Geschäftsanteile an der Merck EL Darmstadt, die zuvor von der Merck Performance Materials Holding GmbH (EL HoldCo) gehalten wurden, im Wege der Abspaltung zur Aufnahme auf die Merck Life Science Holding GmbH übertragen (die Merck EL Darmstadt Abspaltung). Die Merck EL Darmstadt Abspaltung ist mit Eintragung ins Handelsregister der EL HoldCo am 31. August 2022 unmittelbar nach Wirksamwerden der ELP Abspaltung wirksam geworden.

Schließlich wurde die Merck EL Darmstadt im dritten Schritt der Kettenumwandlung im Wege der Verschmelzung zur Aufnahme auf die LS OpCo verschmolzen (die Merck EL Darmstadt Verschmelzung). Die Merck EL Darmstadt Verschmelzung ist durch Eintragung ins Handelsregister der LS OpCo am 31. August 2022 unmittelbar nach Wirksamwerden der Merck EL Darmstadt Anteilsabspaltung wirksam geworden. Mit Wirksamwerden der Merck EL Darmstadt Verschmelzung besteht der ELP Betriebspachtvertrag zwischen der Merck KGaA als Pächterin und der LS OpCo als Verpächterin fort. Aus der Kettenumwandlung ergaben sich auf die Merck KGaA keine nennenswerten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Die LS OpCo und die EL OpCo vollzogen durch Eintragung in das Handelsregister zum 1. November 2022 (LS OpCo) und zum 29. Dezember 2022 (EL OpCo) einen Formwechsel in die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien und firmieren seitdem als Merck Life Science KGaA, Darmstadt, und Merck Electronics KGaA, Darmstadt.

Beendigung der Betriebspacht der Unternehmensbereiche Life Science und Electronics

Die LS OpCo soll ihre operative Tätigkeit zum 1. Januar 2023 aufnehmen (sog. „Go-Live“) und zu diesem Zeitpunkt die betriebliche Leitungsmacht über den operativen Geschäftsbereich Life Science und die EL Produktion (zusammen der Verpachtete Betrieb) von der Merck KGaA übernehmen. Vor diesem Hintergrund hat die Merck KGaA die Betriebspachtverträge im Einklang mit dem LS Betriebspachtvertrag beziehungsweise dem ELP Betriebspachtvertrag am 31. Oktober 2022 fristgerecht mit Wirkung zum 1. Januar 2023, 00:00 Uhr, gekündigt. Mit der Kündigung gehen rund 3.400 Mitarbeitende von der Merck KGaA auf die LS OpCo und rund 1.000 Mitarbeitende auf die EL OpCo über. Die übrigen rund 4.000 Mitarbeitenden in den Gruppenfunktionen verbleiben in der Merck KGaA.

Geschäftsentwicklung

Die Umsatzerlöse der Merck KGaA sanken im Geschäftsjahr 2022. Der Rückgang um 253 Mio. € resultierte maßgeblich aus den Unternehmensbereichen Healthcare und Electronics. Die Umsatzerlöse im Unternehmensbereich Healthcare betreffen weiterbelastete Konzernleistungen an andere Gesellschaften im Unternehmensbereich Healthcare.

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

2022

 

2021

 

in Mio. €

 

in %

Life Science

 

1.591

 

1.537

 

54

 

3,5

Healthcare

 

445

 

531

 

-86

 

-16,2

Electronics

 

806

 

1.037

 

-232

 

-22,3

Sonstige Umsatzerlöse

 

338

 

327

 

11

 

3,2

Summe

 

3.180

 

3.433

 

-253

 

-7,4

Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalteten überwiegend konzerninterne Weiterverrechnungen für IT-Leistungen, Miete und die Dachmarke sowie andere Verwaltungsleistungen.

Der Anteil der Umsatzerlöse mit anderen Konzerngesellschaften betrug im Geschäftsjahr 91,7 % (im Vorjahr: 91,9 %).

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

2022

 

2021

 

in Mio. €

 

in %

Produktumsätze konzernintern

 

1.548

 

1.944

 

-396

 

-20,4

Produktumsätze mit Dritten

 

265

 

278

 

-13

 

-4,5

Dienstleistungen konzernintern

 

1.366

 

1.211

 

155

 

12,8

 

 

3.180

 

3.433

 

-253

 

-7,4

Die Exportquote lag im Geschäftsjahr mit 68,7 % (im Vorjahr: 72,0 %) unter dem Vorjahresniveau.

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

2022

 

2021

 

in Mio. €

 

in %

Ausland

 

2.184

 

2.472

 

-288

 

-11,7

Deutschland

 

996

 

961

 

35

 

3,7

Summe

 

3.180

 

3.433

 

-253

 

-7,4

Die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Life Science stiegen leicht gegenüber dem Niveau des Vorjahrs (+3,5 %). Dies resultierte maßgeblich aus gestiegenen konzerninternen Weiterbelastungen an Tochtergesellschaften im Unternehmensbereich Life Science insbesondere für IT-Leistungen. Gegenläufig sanken die Produktumsätze wesentlich bedingt durch die globale Geschäftsentwicklung der Geschäftseinheit Process Solutions (-12,3 %), siehe auch Erläuterungen im Abschnitt „Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage“. Ein Anstieg der Umsatzerlöse in den Geschäftseinheiten Life Science Services (+0,5 %) und Science and Lab Solutions (+10,3 %) konnte den Rückgang der Produktumsätze insgesamt nicht kompensieren. Der Rückgang betraf die Regionen Nordamerika, Asien-Pazifik und Europa. Umsatzsteigerungen konnten in den Regionen Lateinamerika sowie Mittlerer Osten und Afrika verzeichnet werden.

Im Unternehmensbereich Electronics verzeichneten die Umsatzerlöse einen deutlichen Rückgang (-22,3 %). Die Geschäftseinheit Display Solutions verzeichnete einen Rückgang zum Vorjahr (-37,6 %) bedingt durch schwächere Nachfrage auf den Endmärkten, trotz Umsatzsteigerung im Bereich OLED (+20,9 %). Auch die Geschäftseinheit Surface Solutions verzeichnete einen zweistelligen Umsatzrückgang (-44,5 %). Der Rückgang in der Geschäftseinheit Surface Solutions entfiel mit einem großen zweistelligen Millionenbetrag auf die Übertragung des Geschäfts am Standort Gernsheim zum 1. Oktober 2021 in eine separate Gesellschaft, die Merck Surface Solutions GmbH. Regional betrachtet sanken die Umsätze insbesondere in den Regionen Asien-Pazifik und Europa.

Ertragslage

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

2022

 

2021

 

in Mio. €

 

in %

Umsatzerlöse

 

3.180

 

3.433

 

-253

 

-7,4

Übrige Erträge

 

184

 

96

 

88

 

91,8

Materialaufwand

 

-1.269

 

-1.412

 

143

 

-10,1

Personalaufwand

 

-1.256

 

-1.195

 

-61

 

5,1

Abschreibungen

 

-142

 

-144

 

1

 

-0,9

Sonstige betriebliche Aufwendungen

 

-1.150

 

-946

 

-204

 

21,6

Beteiligungsergebnis

 

2.015

 

1.606

 

408

 

25,4

Finanzergebnis

 

-414

 

-294

 

-119

 

40,6

Ergebnis vor Ergebnisverrechnung und Steuern

 

1.148

 

1.145

 

3

 

0,3

Ergebnisverrechnung

 

-677

 

-743

 

65

 

-8,8

Steuern

 

-228

 

-113

 

-115

 

101,4

Ergebnis nach Steuern und Ergebnisverrechnung

 

242

 

289

 

-47

 

-16,2

Das Ergebnis nach Steuern und Ergebnisverrechnung sank insbesondere aufgrund niedrigerer Umsatzerlöse, gestiegenem Aufwand aus dem Finanzergebnis und aus Steuern sowie höherer sonstiger betrieblicher Aufwendungen. Gegenläufig wirkten vor allem gestiegene Beteiligungserträge und ein niedrigerer Materialaufwand.

Die höheren übrigen Erträge resultierten im Wesentlichen aus den durch gestiegene Vorräte bedingten Bestandsveränderungen.

Der Materialaufwand sank korrespondierend zu den Umsatzerlösen. Die Materialeinsatzquote blieb mit 39,9 % (im Vorjahr: 41,1 %) nahezu stabil.

Der Anstieg des Personalaufwands resultierte im Wesentlichen aus gestiegenen Aufwendungen für Pensionen, die maßgeblich auf zins- und inflationsbedingte Anpassungen von Bewertungsparametern zurückzuführen sind, sowie aus Gehaltserhöhungen für tarifliche und außertarifliche Mitarbeitende. Gegenläufig wirkte ein Rückgang der Personalzahlen durch die im Zuge der Errichtung des Gernsheim Science & Technology Parks übergegangenen Mitarbeitenden auf die Merck Site Management GmbH sowie die Merck Surface Solutions GmbH, vergleiche Abschnitt „Auswirkungen wesentlicher Unternehmensverträge auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage“.

Die Abschreibungen verblieben nahezu auf Vorjahresniveau.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen war im Wesentlichen auf gestiegene Vertriebs- und Lizenzaufwendungen sowie höhere Aufwendungen für IT-Services und Beratungen, Forschung und Entwicklung sowie für Gebühren, Beiträge und Versicherungen zurückzuführen.

Das Beteiligungsergebnis stieg aufgrund höherer Dividenden von Tochtergesellschaften. Gegenläufig wirkten geringere Ergebnisabführungen von Tochtergesellschaften aus bestehenden Ergebnisabführungsverträgen.

Der gestiegene Aufwand aus dem Finanzergebnis resultierte zum einen aus höheren Zinsaufwendungen gegenüber der Inhouse Bank Merck Financial Services GmbH sowie Marktwertverlusten des Planvermögens der Pensionsrückstellungen. Gegenläufig führte die Rückführung von Anleihen zu höheren sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen gegenüber Dritten.

Vermögens- und Finanzlage

Aktiva

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

31.12.2022

 

31.12.2021

 

in Mio. €

 

in %

Anlagevermögen

 

23.965

 

23.872

 

93

 

0,4

Immaterielle Vermögensgegenstände

 

192

 

210

 

-18

 

-8,7

Sachanlagen

 

969

 

857

 

112

 

13,1

Finanzanlagen

 

22.804

 

22.805

 

-1

 

Umlaufvermögen

 

1.641

 

1.645

 

-4

 

-0,3

Vorräte

 

546

 

454

 

92

 

20,3

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

 

126

 

122

 

4

 

3,6

Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

 

968

 

1.069

 

-101

 

-9,4

Guthaben bei Kreditinstituten

 

 

 

 

Rechnungsabgrenzungsposten

 

74

 

53

 

21

 

40,3

 

 

25.680

 

25.570

 

110

 

0,4

Passiva

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

31.12.2022

 

31.12.2021

 

in Mio. €

 

in %

Eigenkapital

 

5.479

 

5.576

 

-97

 

-1,7

Rückstellungen

 

2.283

 

1.831

 

452

 

24,7

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

 

1.509

 

1.187

 

321

 

27,1

Andere Rückstellungen

 

774

 

643

 

131

 

20,3

Verbindlichkeiten

 

17.907

 

18.150

 

-243

 

-1,3

Finanzschulden

 

2.751

 

3.000

 

-249

 

-8,3

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

 

308

 

319

 

-11

 

-3,5

Andere Verbindlichkeiten

 

14.848

 

14.831

 

17

 

0,1

Rechnungsabgrenzungsposten

 

11

 

13

 

-1

 

-10,8

 

 

25.680

 

25.570

 

110

 

0,4

Die Bilanzsumme stieg mit 0,4 % leicht an. Auf der Aktivseite erhöhte sich vor allem das Anlagevermögen (+93 Mio. €), auf der Passivseite stiegen vorwiegend die Rückstellungen (+452 Mio. €). Gegenläufig sanken die Verbindlichkeiten (‑243 Mio. €) sowie das Eigenkapital (‑97 Mio. €). Die Eigenkapitalquote sank geringfügig auf 21,3 % (im Vorjahr: 21,8 %).

Das Anlagevermögen erhöhte sich insbesondere aufgrund von am Standort Darmstadt getätigten Investitionen in Sachanlagen.

Die Vorräte stiegen sowohl mengenmäßig als auch durch geringere Abwertungen im Vergleich zum Vorjahr.

Die anderen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sanken vornehmlich aufgrund geringerer Ergebnisabführungen von Tochterunternehmen.

Der Anstieg der Rückstellungen entfällt insbesondere auf gestiegene Rückstellungen für Pensionen, die maßgeblich auf zins- und inflationsbedingte Anpassungen von Bewertungsparametern zurückzuführen sind. Der Rückgang der Finanzschulden resultierte aus der Rückführung von Anleihen.

Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im Geschäftsjahr 2022 betrugen 289 Mio. € (im Vorjahr: 253 Mio. €) und stiegen damit um 36 Mio. € (14,1 %) zum Vorjahr an. Sie wurden zu einem großen Teil auch von Unternehmen außerhalb des Konzerns erbracht.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung

 

 

 

 

 

 

Veränderung

in Mio. €

 

2022

 

2021

 

in Mio. €

 

in %

Life Science

 

73

 

66

 

7

 

10,9

Healthcare

 

4

 

6

 

-2

 

-27,2

Electronics

 

168

 

165

 

3

 

2,0

Weitere, nicht einzeln den Bereichen zurechenbare Aufwendungen

 

43

 

17

 

27

 

162,9

Summe

 

289

 

253

 

36

 

14,1

Die Forschungs- und Entwicklungsquote betrug, bezogen auf den Umsatz, 9,1 % (im Vorjahr: 7,4 %). Insgesamt waren durchschnittlich 1.091 Mitarbeitende mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben beschäftigt.

Dividende

Für das Geschäftsjahr 2022 schlagen wir der Hauptversammlung eine Dividende von 2,20 € je Aktie vor.

Personal

Die Zahl der Mitarbeitenden der Merck KGaA lag zum 31. Dezember 2022 bei 8.485 Beschäftigten und hat sich gegenüber dem Vorjahresstichtag erhöht (im Vorjahr: 8.081).

Anzahl der im Durchschnitt beschäftigten Mitarbeiter nach Funktionsbereichen:

Personal

Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeitenden

 

2022

 

2021

Produktion

 

2.940

 

3.109

Verwaltung

 

3.085

 

3.102

Forschung

 

1.091

 

1.098

Logistik

 

614

 

628

Vertrieb

 

523

 

495

Sonstige

 

122

 

36

Summe

 

8.375

 

8.468

Risiken und Chancen

Die Merck KGaA unterliegt im Wesentlichen den gleichen Chancen und Risiken wie der Konzern. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Risiko- und Chancenbericht.

Prognose für die Merck KGaA

Abweichungen der tatsächlichen Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2022 von früher berichteten Prognosen

Im zusammengefassten Lagebericht 2021 wurde zunächst für das Geschäftsjahr 2022 aufgrund des Übergangs der Geschäftseinheit Surface Solutions auf die Merck Surface Solutions GmbH für Electronics ein Umsatzrückgang in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrages erwartet. In den anderen Unternehmensbereichen wurde mit Umsatzerlösen auf einem vergleichbaren Niveau wie im Geschäftsjahr 2021 gerechnet. Der Jahresüberschuss wurde ebenso auf Vorjahresniveau prognostiziert.

Die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Life Science stiegen leicht gegenüber dem Niveau des Vorjahrs (+3,5 %). Dies resultierte maßgeblich aus gestiegenen konzerninternen Weiterbelastungen an Tochtergesellschaften im Unternehmensbereich Life Science insbesondere für IT-Leistungen. Gegenläufig sanken die Produktumsätze wesentlich bedingt durch die globale Geschäftsentwicklung der Geschäftseinheit Process Solutions (-12,3 %), siehe auch Erläuterungen im Abschnitt „Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage“. Ein Anstieg der Umsatzerlöse in den Geschäftseinheiten Life Science Services (+0,5 %) und Science and Lab Solutions (+10,3 %) konnte den Rückgang der Produktumsätze insgesamt nicht kompensieren. Der Rückgang betraf die Regionen Nordamerika, Asien-Pazifik und Europa. Umsatzsteigerungen konnten in den Regionen Lateinamerika sowie mittlerer Osten und Afrika verzeichnet werden.

Die Umsatzerlöse im Unternehmensbereich Healthcare waren deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (-16,2 %). Der Rückgang ist auf geringere konzerninterne Weiterbelastungen an Tochtergesellschaften im Unternehmensbereich Healthcare insbesondere aus der Weiterberechnung von IT-Leistungen zurückzuführen.

Im Unternehmensbereich Electronics verzeichneten die Umsatzerlöse einen deutlichen Rückgang (-22,3 %). Die Geschäftseinheit Display Solutions verzeichnete einen Rückgang zum Vorjahr (-37,6 %) bedingt durch schwächere Nachfrage auf den Endmärkten, trotz Umsatzsteigerung im Bereich OLED (+20,9 %). Auch die Geschäftseinheit Surface Solutions verzeichnete einen zweistelligen Umsatzrückgang (-44,5 %). Der Rückgang in der Geschäftseinheit Surface Solutions entfiel mit einem großen zweistelligen Millionenbetrag auf die Übertragung des Geschäfts am Standort Gernsheim zum 1. Oktober 2021 in eine separate Gesellschaft, die Merck Surface Solutions GmbH. Regional betrachtet sanken die Umsätze insbesondere in den Regionen Asien-Pazifik und Europa.

Der Jahresüberschuss lag insbesondere aufgrund niedrigerer Umsatzerlöse, gestiegenem Aufwand aus dem Finanzergebnis und aus Steuern sowie höheren sonstige betriebliche Aufwendungen unter dem prognostizierten Niveau. Gegenläufig konnten gestiegene Beteiligungserträge und ein niedrigerer Materialaufwand dies nicht kompensieren.

Prognose 2023

Vor dem Hintergrund der Kündigung der Betriebspachtverträge mit der Merck Life Science KGaA und der Merck Electronics KGaA und der Fortführung der Geschäftsbereiche in separaten Gesellschaften wird für diese Unternehmensbereiche ein Umsatzrückgang aus der Übertragung der produktbezogenen Umsatzerlöse erwartet. In dem anderen Unternehmensbereich werden Umsätze auf einem vergleichbaren Niveau wie 2022 erwartet.

Wie auch im Vorjahr werden die Finanzierungskosten der Sigma-Aldrich-Akquisition sowie der Versum Materials-Akquisition weiterhin das Ergebnis belasten. Gegenläufig steigen die Beteiligungsergebnisse insbesondere durch die Übertragung der operativen Geschäftsbereiche auf die Merck Life Science KGaA und der Merck Electronics KGaA. Der Jahresüberschuss wird auf einem leicht höheren Niveau als 2022 erwartet.

Die Merck Financial Services GmbH, Darmstadt, wird die Gesellschaft mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausstatten und somit die Liquidität sicherstellen.

Derzeit sind uns keine bestandsgefährdenden Risiken bekannt, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden können.

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