Minilab: Kampf gegen gefälschte Arzneimittel

Minilab: Kampf gegen gefälschte Arzneimittel
Gefälschte Arzneimittel sind eine ernstzunehmende Bedrohung für die Gesundheitsversorgung. Die WHO schätzt, dass 10 bis 30 % aller Medikamente weltweit gefälscht oder von minderwertiger Qualität sind. Hier hilft die von Merck getragene Initiative „Global Pharma Health Fund“ (GPHF): Das GPHF-Minilab ist ein tragbares Analyseset für die Qualitätsprüfung, mit dem man vor Ort minderwertige und gefälschte Arzneimittel nachweisen kann. Es bietet eine schnelle, einfache und preiswerte Testmethode, um ein Arzneimittel auf äußerliche Auffälligkeiten, Identität, Gehalt und Freisetzung zu prüfen und erkennt 57 Arzneimittelwirkstoffe, vor allem von gängigen Arzneimitteln gegen Infektionskrankheiten. Diese wurden auf Grundlage der vorherrschenden Verschreibungspraxis, Fallbeispielen von Arzneimittelfälschungen und im Sinne der öffentlichen Gesundheit ausgewählt. Die Liste besteht aus gängigen Bakteriostatika, Wurmmittel, (Retro-)Virustatika, Malariamittel, Tuberkulostatika und einige andere Medikamente sowie die entsprechenden Kombinationspräparate mit fixer Dosierung. Sie wird regelmäßig erweitert.
 
Aufgrund der Kompaktheit des Minilab (alle für die Arzneimittelprüfung benötigten Geräte und Materialien befinden sich ein zwei tragbaren Einheiten, die jeweils die Größe eines normalen Koffers haben) und seiner Unabhängigkeit von externen Stromquellen ist dieses Werkzeug für den Einsatz vor Ort gut geeignet. Damit kann es die bestehenden Engpässe bei der Qualitätskontrolle von Arzneimitteln in Entwicklungsländern überbrücken helfen. Bisher sind etwa 470 Minilabs in 78 Länder geliefert worden. Über die Hälfte dieser Länder liegt auf dem afrikanischen Kontinent und ein Drittel in Asien. Im Jahr 2012 wird das 500. Minilab ausgeliefert werden. Es gibt aktuell kein vergleichbares Produkt. Die Kombination aus einem einfachen, verlässlichen Testset für die Prüfung vor Ort und einem Handbuch mit detaillierten Anleitungen zur Testdurchführung ist einzigartig. Merck beteiligt sich fortwährend an der externen Forschung, um die Zahl der Arzneimittel, die geprüft werden kann, zu erhöhen sowie an anderen Optimierungsmöglichkeiten für das Minilab. Zudem werden Schulungen angeboten, um sicherzustellen, dass die Anwender mit den Testverfahren vertraut sind. 2009 wurden zwei Schulungskurse in Deutschland und Gambia durchgeführt. 2010 war die Anzahl der Schulungen doppelt so hoch und Merck entwickelte neun neue Testmethoden. 2011 entwickelte der GPHF Testmethoden für fünf weitere Wirkstoffe und aktualisierte die Handbücher entsprechend.