Lieferantenmanagement

Merck ist ein global agierendes Unternehmen. Wir beziehen Rohstoffe für die chemische und pharmazeutische Produktion, Verpackungsmittel, technische Güter und Komponenten sowie Dienstleistungen aus der ganzen Welt. Das Einkaufsvolumen betrug im Jahr 2010 rund 4,5 Milliarden
Euro. Unsere Waren und Dienstleistungen beschaffen wir aus etwa 130 Ländern; 74 % des Einkaufswertes kommen von Lieferanten mit Sitz in der EU, der Schweiz und den USA, der Rest aus anderen OECD- und Nicht-OECD-Ländern.
 
Lieferantenmanagement

Nicht nur an die Merck-eigenen Prozesse stellen wir höchste Ansprüche in Bezug auf die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards, sondern fordern diese auch von unseren Lieferanten ein. So arbeiten wir an der Optimierung unseres Lieferantenmanagements, mit dem Ziel, das Lieferantenportfolio durch ein neues Bewertungssystem, das neben qualitativen auch soziale und ökologische Kriterien enthält, zu verbessern. Zur Implementierung des Verhaltenskodex des BME (Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V.), dem Merck im Jahr 2009 beigetreten ist und der internationale und branchenübergreifende Mindeststandards enthält, haben wir in unser Lieferantenmanagement-System als wichtigen Bestandteil das Bekenntnis zum Merck-Verhaltenskodex und zur Merck-Sozialcharta aufgenommen. Wir erwarten von unseren Lieferanten die Einhaltung von fundamentalen Regeln wie die Bekämpfung von Korruption und Kinderarbeit und stellen Mindestanforderungen an Arbeitsstandards. Eine Lieferanten-Selbstauskunft wurde 2010 von ersten Lieferanten eingefordert. 2011 wird dieser Prozess auf weitere Lieferanten ausgeweitet. Unser unternehmenseigener Verhaltenskodex und die Sozialcharta sind ein integraler Bestandteil der Merck-KGaA-Geschäftsbedingungen.
Für die Zukunft planen wir, unser neues Lieferantenmanagementsystem in den Landesgesellschaften einzuführen. Übergeordnetes Ziel ist die Sicherstellung langfristiger Lieferantenbeziehungen, die Steigerung von Qualität und ein effizienterer Ressourceneinsatz.
Darüber hinaus haben wir aufgrund von erkannten Schwachstellen im Jahr 2010 eine Risikobewertung unserer Rohstofflieferanten durchgeführt, bei der wir Länderrisiken, Produktrisiken sowie unseren Umsatz mit dem jeweiligen Lieferanten berücksichtigt haben. Im Fokus dieser Bewertung
stehen unter anderem Umwelt-, Arbeitssicherheits- und Sozialrisiken. Basierend auf dieser Risikomatrix werden Lieferanten in das Sustainability-Audit-System aufgenommen und ab 2011 entsprechende Audits in verschiedenen Ländern durchgeführt.
Der Einkauf selbst wird mehrmals im Jahr überprüft. Neben internen Prüfungen finden jährliche ISO (Re-)Zertifizierungsaudits statt. Der Konzerneinkauf ist zertifiziert nach ISO 9001 und 14001. Die unternehmensübergreifenden Regularien und Richtlinien, wie beispielsweise Verhaltenskodex und Sozialcharta, werden im Unternehmen kommuniziert und die Mitarbeiter zentral durch das Compliance Office – via webbasierten Lerneinheiten – entsprechend geschult.