In Thailand wurde als erstes Projekt ein nationales Koordinationskomitee eingerichtet, das aus Vertretern des öffentlichen Sektors, von Dienstleistungsunternehmen sowie von Merck und der GIZ besteht. Eine Reihe von Veranstaltungen soll das Bewusstsein für die Herausforderungen der umweltgerechten Entsorgung schaffen: Nach einem ersten Workshop fand im Juni 2010 ein Praxisseminar zu Wasser- und Abwassertests statt. Im Oktober 2010 organisierte Merck in Kooperation mit dem thailändischen Chemieverband ein „Let’s Care Safety Camp“ für Kunden, Behörden und ausgewählte Studenten. Dabei stand insbesondere die Gewinnung von Wertstoffen im Mittelpunkt. Das Koordinationskomitee verabschiedete im Januar 2011 den PPP-Aktionsplan für dieses Jahr. Darin vorgesehen ist die Unterzeichnung von Verträgen, die Aufnahme der Retrologistik in die thailändischen gesetzlichen Standards, regelmäßige Treffen der Partner und Kundenseminare Es ist auch geplant, mehr Kunden in das Retrologistik-System einzubinden.
In Indonesien wurde ein Konzept für Sicherheit bei Transport und Lagerung sowie für umweltgerechte Entsorgung etabliert. Dieses wurde öffentlichkeitswirksam vorgestellt, um auf diese Weise relevante Partner – neben Entsorgungsbetrieben und Logistikfirmen auch staatliche Institutionen – und Kunden zu gewinnen. Für die Reinigung restentleerter Flaschen wurde im Frühjahr 2011 eine Flaschen-Waschanlage bei einem Entsorgungspartner von Merck installiert. Der Bau der Anlage erfolgte auf Basis von Merck-Know-how und wurde durch Merck-Spezialisten abgenommen. Die für den Transport der restentleerten Flaschen erforderlichen Genehmigungen wurden von den Behörden erteilt. In Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium wurden sieben Module für Kundenschulungen erstellt. Ziel ist es darüber hinaus, die Retrologistik in die nationalen Lehrpläne zu integrieren. Außerdem ist eine Ausweitung des Projekts auf andere Regionen Indonesiens geplant.
Auf den Philippinen werden seit Jahren regelmäßig Sicherheitsschulungen für Kunden (safety summits) mit Experten von GIZ, Merck und Behörden veranstaltet. Auch bei der Umsetzung des Retrologistik-Konzepts speziell für Küvettentests für Photometer ist man hier weit fortgeschritten. So nehmen in der Region Luzon bereits mehrere Unternehmen am System der fachgerechten Entsorgung teil. Diese erfolgt über Transportgesellschaften und Entsorgungsanlagen, die behördliche Genehmigungen dafür besitzen. Das System soll auf weitere Regionen des Inselstaats ausgeweitet werden. Dabei steht insbesondere der sichere Transport zu den Entsorgungsanlagen per Schiff über das Meer im Vordergrund. Im nächsten Schritt ist die Rücknahme von restentleerten Flaschen geplant. Hierzu führt GIZ/Merck Inc. im Frühjahr 2011 eine „Baseline“-Studie in der chemischen Industrie durch.