Managementansatz

Unsere Verantwortung für den Umweltschutz leitet sich aus unseren Werten und der Unternehmensstrategie ab. Grundlage für die Steuerung der Umweltschutz-Aktivitäten ist die konzernweit gültige „Corporate EHS Policy“ mit den Grundsätzen und Strategien für Umweltschutz (Environment), Gesundheit (Health) und Sicherheit (Safety). Die EHS-Policy wird konkretisiert durch interne Richtlinien und Handlungsanweisungen wie dem „Merck Group EHS, Security and Quality Manual“. Sie beschreiben, wie die Mitarbeiter an den Standorten die EHS-Grundsätze in der täglichen Arbeit berücksichtigen müssen. Unsere Richtlinien orientieren sich an den Schlüsselelementen der „Responsible Care Global Charter“, die nationale und internationale Verbände der Chemischen Industrie 2005 formuliert haben.
Wir wollen kontinuierlich besser werden und Energie, Wasser sowie Materialien sparsam und effizient einsetzen. Dies tun wir einerseits, um Kosten zu sparen, andererseits, um unsere Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Unser Fokus liegt derzeit auf dem Klimaschutz: Unser Ziel ist es, die gesamten direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 % zu senken – gemessen am Stand von 2006.
Zuständig für Umwelt, Sicherheit und Gesundheit bei Merck ist der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Karl-Ludwig Kley. Für die weltweite Steuerung aller Umweltschutzmaßnahmen ist die Gruppenfunktion Environment Health Safety Security Quality (EQ) verantwortlich. An allen Merck- Standorten kümmern sich operative Einheiten um den Umweltschutz. EQ kontrolliert mit internen und externen Audits, dass die regulatorischen Vorgaben, Standards und Geschäftsanforderungen eingehalten und umgesetzt werden. Über das gruppenweite elektronische Datenmanagementsystem LION werden regelmäßig umweltrelevante Daten an den Standorten erfasst und an die Zentrale übermittelt, ein Großteil davon jährlich, teils auch unterjährig bis hin zu monatlich. 2009 waren erstmals 54 Produktionsstandorte nach der internationalen Umweltmanagementnorm ISO 14001:2004 zertifiziert – zum damaligen Zeitpunkt waren dies sämtliche Produktionsstandorte der Merck-Gruppe. Das Gruppenzertifikat wurde 2010 durch das jährliche, jeweils im Monat November stattfindende Rezertifizierungs-Audit, bei dem elf Standorte stellvertretend für den gesamten Konzern auditiert wurden, bestätigt. Die Überprüfung durch den Zertifizierer ergab, dass alle Anforderungen der Norm ISO 14001:2004 in vollem Umfang erfüllt sind.
Zu unseren größten derzeitigen Herausforderungen zählt die Integration der 15 neuen Millipore- Produktionsstandorte in unsere konzernweite EHS-Organisation. Für 2011 ist geplant, die früheren Millipore-Produktionsstandorte in das Gruppenzertifikat nach ISO 14001:2004 einzubeziehen. Zu diesem Zweck arbeiten wir derzeit an der Harmonisierung der Aufbau- und Ablauforganisation und der Harmonisierung der Berichterstattung. Unsere Aufwendungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit beliefen sich im Jahr 2010 auf insgesamt 140 Millionen Euro. Darin enthalten sind Abschreibungen auf Investitionen und laufende Kosten.
  
Im Januar 2011 zahlte die Millipore Corporation Bußgelder in Höhe von 526.500 US-Dollar zur Beilegung von Vorwürfen der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA. Laut EPA vertrieb und verkaufte die Millipore Corporation, die 2010 von Merck übernommen wurde, von September 2005 bis Oktober 2008 ein nicht zugelassenes Pestizid und importierte Pestizide und dazugehörige Geräte ohne die erforderlichen Formulare bei der EPA eingereicht zu haben. Als Millipore 2008 erstmals Kenntnis von den Bedenken der EPA erlangte, stellte das Unternehmen die Einfuhr der nicht zugelassenen Chlortabletten ein und importiert seitdem Geräte unter Einhaltung geltender FIFRA-Vorschriften (US-Bundesgesetz über Insektizide, Fungizide und Rodentizide).