Nicht nur mit unseren innovativen Produkten, sondern vor allem auch durch die Steigerung der Energieeffizienz in Produktion, Forschung und Verwaltung wollen wir Treibhausgas-Emissionen reduzieren und zum globalen Klimaschutz beitragen. Dazu haben wir uns im Mai 2009 ein ehrgeiziges
Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2020 wollen wir unsere direkten und indirekten Treibhausgas- Emissionen im gesamten Konzern, einschließlich der neuen Millipore-Standorte um 20 % verringern – gemessen am Stand von 2006. Die Treibhausgas-Emissionen betrugen in 2010 574 kt CO2eq und haben sich damit aufgrund von Produktionssteigerung um 14 % im Vergleich zum Vorjahr erhöht (2009: 505 kt). Neben energiebedingten Emissionen enthalten diese auch prozessbedingte Emissionen.
Unser Gesamtenergiebedarf belief sich im Jahr 2010 auf 1.474 GWh. Er hat sich infolge der Inbetriebnahme neuer Anlagen und einer gestiegenen Produktionsmenge um knapp 9 % im Vergleich zum Vorjahr erhöht (2009: 1.352 GWh). Energie wird bei Merck vor allem im Rahmen der Produktionsprozesse sowie zum Heizen bzw. Kühlen genutzt. Zum Einsatz kommen vor allem die Energieträger Erdgas und Strom. Die benötigte Energie wird größtenteils bei externen Versorgern eingekauft.
Daneben betreibt Merck auch eigene Anlagen zur Erzeugung von Strom und/oder Dampf, so zum Beispiel das Gasturbinenkraftwerk in Darmstadt oder das Heizwerk in Gernsheim. Diese zwei Anlagen unterliegen dem 2005 europaweit gestarteten CO2-Emissionshandel. Für die zweite Handelsperiode im Zeitraum 2008 bis 2012 bekam Merck 540.000 Zertifikate zugeteilt. Aus jetziger Sicht sind diese ausreichend, so dass nicht zugekauft werden muss. Auf die Merck-Standorte Darmstadt und Gernsheim entfielen 2010 ca. 29 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen der Merck-Gruppe.
Grundlage für die Berechnung der Treibhausgas-Emissionen sind Scope 1 und 2 des international anerkannten Treibhausgas-Protokolls (Greenhouse Gas Protocol), einer Initiative des World Business Council for Sustainable Development und des World Resource Institute. Der Scope 1 umfasst direkte Emissionen, die das Unternehmen selbst durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern freisetzt, Scope 2 zugekaufte Energien, etwa Strom und Fernwärme. Sogenannte Scope-3-Emissionen sind die Emissionen, die im Zusammenhang mit Herstellung und Transport von Rohstoffen, Produkten und Abfällen oder durch die Geschäftsreisen unserer Mitarbeiter entstehen. Mit Ausnahme der durch Flug- und Bahnreisen unserer Mitarbeiter entstehenden CO2-Emissionen wurde eine Berechnung der Scope-3-Emissionen aufgrund der Komplexität und mangelnder Datenverfügbarkeit noch nicht vorgenommen.