Im Rahmen des Praziquantel-Spendenprogramms von Merck (MPDP) werden die Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel weiterentwickelt. Wir arbeiten an der Optimierung der derzeitigen Tabletten durch einen Filmüberzug, kindgerechten Geschmack sowie der Verringerung der Tablettengröße und der Verbesserung der Brüchigkeit. Da die Tabletten hauptsächlich an Kinder der Altersklasse 6 bis 15 Jahre verabreicht werden, muss sich der Geschmack nach den Vorlieben von Kindern richten. Wir haben deshalb beschlossen, die Tabletten mit einem Filmüberzug mit Fruchtgeschmack zu beschichten. Weitere Aktivitäten konzentrieren sich darauf, die Tabletten für Kinder einfacher schluckbar zu machen und damit die Akzeptanzrate zu erhöhen.
Neben diesen Maßnahmen weiten wir unser Bilharziose-Forschungsprogramm aus, um eine pädiatrische Praziquantel-Formulierung für die bislang nicht behandelte Altersgruppe der Vorschulkinder zu entwickeln. Um diesen Prozess voranzutreiben, bauen wir derzeit eine
Entwicklungspartnerschaft auf.
Der effektivste Weg, Fortschritte zu erlangen und neue Ansätze bei der Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten zu entwickeln, sind unseres Erachtens stabile öffentlich-private Partnerschaften, innovative Allianzen und Querschnittsansätze für Gesundheit und Entwicklung. Neben unseren bereits bestehenden Partnerschaften sind wir offen, neue multilaterale Partnerschaften einzugehen.
Im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Tropical-Disease-Research-Programm der WHO engagieren wir uns für die Erforschung und Entwicklung neuer Behandlungsmethoden zur Bekämpfung von Malaria und Bilharziose. Screening-Aktivitäten zur Suche nach neuen Wirkstoffen für Bilharziose und Malaria sind bereits erfolgt. Im Jahr 2010 wurde eine Leitsubstanz für die Behandlung von Malaria identifiziert. Intern verfolgen wir aktuell ein Optimierungsprogramm, im Rahmen dessen einige der gefundenen Wirkstoffkandidaten präklinisch getestet werden. Für Bilharziose werden einige hundert Substanzen in ersten Tests auf ihre Wirkung gegen die Parasiten untersucht.
Merck finanziert die Stelle eines Nachwuchswissenschaftlers in Genf zur Erforschung der Wirkstoffe gegen Malaria und Bilharziose, leistet diesbezüglich Betreuung, stellt die gesamte erforderliche Infrastruktur für die Wirkstoffsuche (einschließlich Labors, Laborausrüstung, Zugang zu Assays an allen Forschungsstandorten, Zugang zu Wirkstoffsammlungen) zur Verfügung und ermöglicht den Zugang zu weiterführenden Untersuchungsressourcen.
Darüber hinaus unterhält Merck noch weitere F&E-Kollaborationen zu vernachlässigten Tropenkrankheiten: So z. B. mit dem Imperial College in London und dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut in Basel zu Bilharziose und Malaria. Im Rahmen des Netzwerks der WHO zur Untersuchung von Parasiten geht Merck gerade eine Zusammenarbeit mit dem Theodor Bilharz Research Institute in Ägypten ein. Merck führt außerdem Dialoge mit Stakeholdern und mit dem African Network for Drugs and Diagnostics Innovation (ANDI). Das Unternehmen sucht gezielt nach neuen Forschungsaktivitäten und Wissenstransfer, um über das ANDI als Schnittstelle neue Behandlungen für Erkrankungen in Entwicklungsländern zu entwickeln.